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Kultur Max Reger zum Auftakt
Nachrichten Kultur Max Reger zum Auftakt
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19:07 27.06.2016
Max Reger beim Orgelspielen in Leipzig. Vielerorts wird in diesem Jahr an den Komponisten und Dirigenten erinnert. Quelle: EPD, DPA
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Potsdam

Als „wohnhaft in der Eisenbahn“ beschrieb sich Max Reger auf dem Höhepunkt seines Ruhmes – derart häufig unternahm er Konzertreisen als Pianist, Organist und Dirigent. Vollkommen gestresst, rauchte er eine Zigarre nach der anderen und genehmigte sich auch mal ein Gläschen zu viel. Am 10. Mai 1916, mit gerade mal 43 Jahren, starb er an Herzversagen.

Den 100. Todestag nimmt der Potsdamer Orgelsommer zum Anlass für einen thematischen Reger-Schwerpunkt. Das Orgelwerk des spätromantischen Komponisten ist nicht nur spieltechnisch anspruchsvoll, sondern auch sehr umfangreich, war doch Regers intensives Arbeiten auch Ausdruck seiner steten Suche nach Anerkennung.

Ärmliche Kindheit in der Oberpfalz

Grund dafür ist nicht zuletzt seine ärmliche Herkunft. 1873 geboren, wuchs Reger in der oberpfälzischen Provinz auf. Sein Vater, ein Dorfschullehrer, gab ihm ersten Musikunterricht. Welch ein Kontrast zum wohlgepolsterten Umfeld seines Zeitgenossen Richard Strauss: Dessen Vater spielte im Münchner Hoforchester und ermöglichte dem Teenager die Aufführung früher eigener Orchesterstücke.

Reger hingegen, der nach dem Besuch einer „Parsifal“-Aufführung in Bayreuth Komponist werden will, muss diesen Beruf gegen den Willen seines Vaters ergreifen. Er geht nach Wiesbaden, wo der angesehene Musiktheorie-Professor Hugo Riemann lehrt. Das Studium finanziert er durch Klavierstunden. Als diese Einkünfte während des Militärdienstes wegfallen, verschuldet sich Reger und greift zur Flasche. Die Schwester holt den verwahrlosten Mann zurück ins oberpfälzische Elternhaus.

Symphonische Fantasie und Fuge zum Start

Dort rappelt sich Reger wieder auf und beginnt die Reihe seiner großen Orgelwerke, unter ihnen auch die „Symphonische Fantasie und Fuge“, die morgen zur Eröffnung des Potsdamer Orgelsommers erklingt. Doch Regers neuartige Klangsprache stößt zunächst auf Unverständnis. So nennt ein Rezensent das Stück eine „ton- und klangpsychologische Perversität“. Daraufhin widmet Reger seinen derart voreingenommenen Kritikern eine Violinsonate, die Themen mit den Tonbuchstaben S-c-h-a-f-e und A-f-f-e enthält.

Doch der Erfolg des Komponisten wächst. Bald kann Reger seinen Schuldenberg abtragen und sich in München niederlassen. Mit fast 30 Jahren ist er endlich in der Lage, einen eigenen Hausstand zu gründen und zu heiraten.

14 Konzerte bis September

Die 26. Ausgabe des Internationalen Orgelsommers Potsdam widmet sich in besonderer Weise dem berühmten Orgelwerk Max Regers.

Zum Auftakt erklingt am Mittwoch um 19.30 die 2004 eingeweihte Woehl-Orgel in der Friedenskirche.

Ein Querschnitt des Schaffens wird aber auch auf der Schuke-Orgel (1964) in der Erlöserkirche zu erleben sein, zum Beispiel am 6. Juli um 19.30 Uhr.

14 Konzerte wird es bis zum Finale am 28. September in der Französischen Kirche mit der historischen Grüneberg-Orgel geben.

Informationen unter: www.kulturfeste.de/feste/orgel.html

1911 geht Reger als Hofkapellmeister nach Meiningen in Thüringen. Das Meininger Spitzenorchester inspiriert ihn zu zahlreichen Orchesterwerken, die er aber wegen der intensiven Tourneen nur während der Sommerpause ausarbeiten kann. Sein unmenschliches Pensum hält der Komponist mithilfe von Alkohol durch. Nach einem anstrengenden Unterrichtstag im Leipziger Konservatorium stirbt er nachts im Hotel.

Allen Anfechtungen zum Trotz gilt der Komponist schon zu seinen Lebzeiten als „moderner Bach“. Dieses Image wurde beflügelt durch seine monumentale „Passacaglia und Fuge“, die er im Jahre 1913 für die Einweihung der riesigen Orgel in der Breslauer Jahrhunderthalle schrieb. Heute bestehen keine Zweifel mehr am Rang von Regers Orgelwerk, das Virtuosität, Klangfarbenpracht und verschwenderische Mehrstimmigkeit vereint.

Von Antje Rößler

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