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Max Riemelt liebt die Action-Szenen

Start für neue Netflix-Serie „Sense 8“ Max Riemelt liebt die Action-Szenen

Der Berliner Schauspieler Max Riemelt hat in der Mystery-Serie „Sense 8“ der „Matrix“-Macher Lana und Andy Wachowski eine Rolle ergattert. Es geht um acht Personen, die mental über alle Kontinente hinweg miteinander verbunden sind. Sie spüren sich und können auch miteinander kommunizieren. Eine kriminelle Organisation jagt sie. Am Freitag geht die Serie auf Netflix online.

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Max Riemelt als Panzerknacker Wolfgang.

Quelle: Murray Close

Potsdam. Max Riemelt hat in der Mystery-Serie „Sense 8“ der „Matrix“-Macher Lana und Andy Wachowski eine Rolle ergattert. Es geht um acht Personen, die mental über alle Kontinente hinweg miteinander verbunden sind. Sie spüren sich und können auch miteinander kommunizieren. Eine kriminelle Organisation jagt sie.

MAZ: Herr Riemelt, mit Ihrer Karriere geht es gerade steil nach oben: In Cannes präsentierten Sie mit Regisseur Barbet Schroeder das Drama „Amnesia“, der deutsche Film „Lichtgestalten“ kommt bald in unsere Kinos und am Freitag stellt der amerikanische Streamingdienst Netflix seine neue Eigenproduktion „Sense 8“ online, in der Sie als einziger Deutscher eine Hauptrolle spielen. Hollywood kann kommen, oder?

Max Riemelt: Na, mal sehen, was passiert! Erstmal genieße ich und bleibe locker. Das ist das Wichtigste! Ich arbeite seit meinem 13. Lebensjahr als Schauspieler, und das muss sich ja irgendwann einmal auszahlen. Cannes war jedenfalls eine coole Erfahrung, der Rummel, der rote Teppich ....

Welcher Film war aus Ihrer Sicht Ihr Durchbruch?

Riemelt: Denis Gansels Film „Napola“ 2004 war meine erste Charakterrolle im Kino, danach kam Dominik Grafs Serie „Im Angesicht des Verbrechens“, die einen Übergang markiert von Nachwuchsschauspieler zum erwachsenen Schauspieler. Ab da ging es los!

Was muss ein Drehbuch haben, damit Sie zusagen?

Riemelt: Das entscheide ich intuitiv. Wenn sich für mich etwas gut anfühlt, dann mache ich das. Ich suche nicht nach speziellen Themen oder Genres. Es ist natürlich schwer zu ermessen, was dann am Ende herauskommt. Da kann der Regisseur noch so etabliert sein. Insofern ist jeder Film ein Experiment.

Sie haben seit vielen Jahren Erfahrungen mit deutschen Fernsehproduktionen. Wie unterscheidet sich davon die Arbeit mit Netflix?

Riemelt: Erheblich! Bei „Sense 8“ war es so, dass die Regisseure die Entscheidungen treffen und nicht die Geldgeber im Hintergrund. Die Filmemacher haben das letzte Wort und können ohne Kompromisse ihre Vorstellungen verwirklichen. Und das spiegelt sich auch in der Qualität wieder.

Die hiesigen Fernsehsender nehmen für ihre Produktionen immer weniger Geld in die Hand...

Riemelt: ... und das sieht man auch! Wenn es nur eine begrenzte Summe gibt, stehen auch nur wenige Drehtage zur Verfügung. Da kann dann niemand hohe Qualität erwarten. Die Sender müssten Visionen entwickeln, mehr Risikobereitschaft zeigen und vor allem den Zuschauer nicht unterschätzen. Die meisten Sachen haben einfach zu wenig Substanz, da reden zu viele Leute mit und an allen Ecken werden Kompromisse gemacht.

Schauen Sie noch Fernsehen?

Riemelt: Klar, ich schaue mir viel, auch Schlechtes, an. Am liebsten gucke ich aber ausländische Serien, weil es spannend ist zu sehen, wie sich eine Figur entwickelt und weil diese Serien mit unseren Sehgewohnheiten brechen.

Das heißt Sie streamen die Serien? Oder leihen Sie sich noch DVDs aus?

Riemelt: Bis vor einem Jahr habe ich mir noch DVDs ausgeliehen. Aber die Zeiten sind jetzt vorbei.

Der Mystery-Actionthriller „Sense 8“

Hinter „Sense 8“ steckt Kino kommt: Es sind die „Matrix“-Macher Lana und Andy Wachowski sowie der Drehbuchautor J. Michael Straczynski (“World War Z“). Regie führt in einigen Episoden auch Tom Tykwer, der bereits mit den Wachowskis in Babelsberg den Film „Wolkenatlas“ gemeinsam drehte.

Die Serie handelt von acht Personen in acht Städten (von Mumbai, Nairobi bis Mexico City) auf vier Kontinenten, die nach einer Vision auf telepathische Art und Weise miteinander verbunden sind und miteinander kommunizieren können ohne am selben Ort zu sein. Dieses außergewöhnliche Talent hat das Interesse einer kriminellen Organisation geweckt, die die acht über die Kontinente hinweg jagt.

Der Berliner Max Riemelt (31) spielt eine der acht Hauptrollen: Er ist Wolfgang, der Panzerknacker aus Berlin, der im Laufe der zwölf Episoden der ersten Staffel immer schärfere Geschütze auffahren muss, um seine Verfolger abzuschütteln. Eine schöne Frau ist natürlich auch mit von der Partie.

Netflix , der amerikanische Streaminggigant mit weltweit 62 Millionen Kunden, ist seit 2014 auch in Deutschland vertreten. Er bietet zahlreiche Filme, Serien sowie Dokumentationen an und produziert auch selbst Serien. Die bekannteste Eigenproduktion ist „House of cards“ mit Kevin Spacey.

In „Sense 8“ spielen Sie den Panzerknacker Wolfgang, der gern und häufig zur Waffe greift.

Riemelt: Ja, die Actionszenen haben mich herausgefordert, wenn es so richtig körperlich wurde. Ja, ich muss zugeben, dieses Rumgeballer hat mir Spaß gemacht.

Sie haben auf Englisch gedreht. War das ein Problem?

Riemelt: Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, in einer anderen Sprache zu drehen. Das ist eine Barriere, die man überwinden muss. Später habe ich mich dann selber auf Deutsch synchronisiert.

In dem Kinofilm „Lichtgestalten“, der bald ins Kino kommt, spielen Sie jemanden, der sein ganzes Leben hinter sich lässt, alle digitalen Spuren verwischt. Ist das ein reizvoller Gedanke für Sie?

Riemelt: Es ist ein Gedankenspiel, über das man sich mit Freunden manchmal austauscht. Aber ich würde es nicht wagen, alles über Bord zu werfen. Ich möchte in meinen Beruf unbedingt weitermachen.

Was wünschen Sie sich beruflich? Mit wem möchten Sie arbeiten?

Riemelt: Es gibt soviele Leute, die ich toll finde und bewundere. Ich habe gerade „Inherent Vice - Natürliche Mängel“ von Paul Thomas Anderson mit Joaquin Phoenix gesehen! Das sind Genies und ich frage mich immer, woher die das holen!

 

Von Claudia Palma

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