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Kultur Mechtild Borrmann kommt nach Potsdam
Nachrichten Kultur Mechtild Borrmann kommt nach Potsdam
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02:16 16.10.2015
Mechtild Borrmann Quelle: Annika Ettrich
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Potsdam

Wer greift gern zu einem Krimi, der die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl, die Enttäuschung nach der Orangenen Revolution und den internationalen Mädchenhandel abhandelt? Keine Bange, denn Mechtild Borrmann ist eine gewandte Erzählerin. Der Leser bemerkt es kaum, dass sein Horizont immer weiter wird, während ihm Kateryna, Leonid oder Matthias Lessmann, ein 69-jähriger deutscher Witwer, ans Herz wachsen. „Die andere Hälfte der Hoffnung“ vergegenwärtigt Menschen, deren Schicksal von Machtverhältnissen vorbestimmt scheint.

Da ist zum Beispiel die ehemalige Krankenschwester Walentyna, die sich auf ihre alten Tage in die verseuchte „Entfremdungszone“ unweit des Unglücksreaktors zurückzieht. Die Spuren ihrer Tochter Kateryna verlieren sich in Deutschland, wo sie in einem Restaurant arbeiten wollte. Die Mutter richtet ihre Lebenserinnerungen an die Vermisste und es zeugt von großer literarischer Meisterschaft, wie sich ihre Niederschriften und ihre Gedanken ergänzen. Das Prinzip Hoffnung war nicht immer eine hilfreiche Lebensmaxime.

In einem zweiten Handlungsfaden kämpft der charakterfeste Leonid gegen die mafiotischen Verstrickungen seiner Kiewer Ermittlungsbehörden an. Der Polizist macht sich schließlich auf eigene Rechnung nach Deutschland auf, um im Milieu aalglatter Geschäftsleute und Zuhälter Licht ins Dunkel zu bringen.

In einem dritten Erzählstrang bekommt der deutsche Leser mit dem Bauern Matthias Lessmann auch noch eine bodenständige Identifikationsfigur. Sein beschauliches Leben auf einem Hof an der Holländischen Grenze nimmt eine jähe Wendung, als eines der Mädchen bei einem Transport entkommt und bei ihm Unterschlupf findet. Scheinbar ferne Leidensgeschichten bringt uns Mechtild Borrmanns ergreifend nah.

Mechtild Borrmann liest am 15. Oktober, 19 Uhr, im MAZ-Media Store, Friedrich-Ebert -Straße 85. Potsdam.

Von Karim Saab

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