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Kultur Meeresrauschen im Konzertsaal
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00:37 26.03.2018
Claude Debussy (1861-1918). Quelle: picture alliance / dpa
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Potsdam

Nur wenige Komponisten erkennt man sofort am Sound. Zu ihnen gehört der Franzose Claude Debussy, dessen Todestag sich am 25. März zum 100. Mal jährt. Der Schöpfer schimmernder Klangflächen und wundersam tropfender Töne gilt als Begründer des Impressionismus in der Musik.

Im Unterschied zu anderen Komponisten der frühen Moderne ist Debussy jedoch jedermann zugänglich. Sehnsüchte und Träume, Freude und Schmerz spürt man in seiner Musik. Auch Naturschilderungen – Tierlaute, Sturmgewalten, Wasserrauschen – sind bei ihm wiederkehrende Themen.

Wie die impressionistischen Maler, die das Atelier verließen und ihre Motive im Freien fanden, suchte Debussy Inspiration in der Natur.

Vor allem das Meer faszinierte den 1862 am Pariser Stadtrand Geborenen von klein auf. Die Seeluft schnupperte der Knabe, wenn er seine Patentante in Cannes besuchte. Dort kam er auch mit Musik in Berührung, denn die Tante holte einen Klavierlehrer ins Haus. Von den Erinnerungen an die Côte d’Azur zehrte Debussy sein Leben lang; sie inspirierten ihn auch zu seiner sinfonischen Dichtung „La Mer“.

Die Weite des Meeres stand im größten Kontrast zur Enge von Paris, wo der junge Debussy aufwuchs. Die finanzielle Lage der Familie war so prekär, so dass Claude nicht einmal die Schule besuchen konnte. Jedoch wurde er mit zehn Jahren am Konservatorium aufgenommen, wo er Klavier und später Komposition studierte.

1884 gewann Debussy den „Prix de Rome“, die höchste Auszeichnung, die ein junger Komponist erlangen konnte. Nach einem Rom-Aufenthalt erhielt er in Paris weitere Anregungen für sein Schaffen: die sprachklangverliebten symbolistischen Dichter, die Musik Richard Wagners und exotische Gamelan-Folklore aus Java, die er 1889 bei der Pariser Weltausstellung kennenlernte.

All das prägte Debussys Stil mit den schwebenden Akkorden jenseits von Dur und Moll und der kunstvollen Klangfarbenpracht. Beides findet sich auch in der 1894 entstandenen sinfonischen Dichtung „Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns“ und in der 1902 uraufgeführten Oper „Pelléas et Mélisande“, mit der Debussy seinen äußerst umstrittenen Durchbruch erlangte.

Debussy war aber auch ein ausgesprochener Klavierkomponist. Dem Pianisten fordern seine Werke einen äußerst fein abgestuften Anschlag ab, damit der Klangfarbenreichtum zur Geltung kommt.

Debussys Schaffen stockte, als sein Privatleben in stürmische Gewässer

geriet: Eine Affäre mit der Sängerin und Bankiersgattin Emma Bardac führte zu seiner Scheidung; der Hochzeit mit Emma folgte ein Selbstmordversuch der ersten Frau – all diese Ereignisse waren Pariser Stadtgespräch und wurden sogar in einem Theaterstück aufs Korn genommen.

Sowohl seine Werke als sein Lebenswandel polarisierten die Pariser Öffentlichkeit. Zwar wirkt Debussy Musik heute vertraut, doch die ersten Hörer standen vor ernsthaften Schwierigkeiten. Nicht einmal seine eifrigsten Anhänger ahnten, dass der Komponist einmal als einer der größten Erneuerer in die Musikgeschichte eingehen sollte.

Während andere Musikgenies neue Harmonien, Melodien oder Rhythmen erkundeten, beförderte Debussy den Klang selbst zum zentralen Gestaltungselement. Er schuf einen ganz eigenen Sound, der später als Impressionismus in die Geschichte eingehen sollte. Damit beeinflusste er zunächst Maurice Ravel, der auch ein herausragender Pianist war, und später die Avantgarde.

Heute gilt Debussy als einer der originellsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts – gleichrangig neben dem sperrigen Arnold Schönberg, der beim Konzertpublikum längst nicht so beliebt ist.

Klassik am Sonntag: Debussy und sein Prophet. So 25. März, 16 Uhr, Nikolaisaal Potsdam. Havelländische Musikfestspiele: Konzert anlässlich des 100. Todestages Debussys. Philharmonisches Streichquartett Magdeburg. So. 25. März, 16 Uhr, Schloss Ribbeck.

Von Antje Rößler

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