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02:15 09.01.2016
Neue Sichtweisen auf „Sissi“. Quelle: Labelle Juliane Bischoff
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Berlin

Wenn sie mal wieder die Diva spielte, war keiner vor den Launen der Kaiserin sicher. Elisabeth badete in warmer Milch, während das Volk schmachten musste. Die eitle Adelsdame fauchte ihre Hofdame an, wenn ihr ein äußerliches Detail an ihr selbst missfiel. Und in Zeiten, in denen die Konventionen der Monarchie an ihr drückten wie eines ihrer überengen Korsettkleider, entschwand sie einfach auf die Insel Korfu oder an die französische Riviera. Kaiser Franz Joseph I., erfuhr dann aus der Zeitung, wo seine Frau gerade weilte.

Sissi – das ist eben nicht nur Schönheit, Kitsch und Grazie. Darauf aber reduzierten die Filme aus den 1950er-Jahren mit Romy Schneider die Kaiserin. Das Musical „Elisabeth“ verfolgt einen anderen Anspruch. Als das von Michael Kunze getextete und von Sylvester Levay komponierte Werk 1992 uraufgeführt wurde, sollte es den Österreichern die Zerrissenheit ihrer einstigen Kaiserin vor die Nase setzen. Freiheitsliebend, machtbewusst, depressiv. Das Musical entwickelte sich zum Welterfolg, auch in Südkorea und China wurde es gespielt. Rund zehn Millionen Zuschauer haben das Stück besucht. In Berlin gibt es nun wieder die Möglichkeit dazu: Im Admiralspalast ist die überarbeitete Version zu sehen. Die Hauptrolle spielt die Deutsch-Italienerin Roberta Valentini.

Das Musical erzählt zugleich vom Untergang des Habsburger Reichs. „Sie wusste, dass das Ende naht und hat das auch begrüßt“, sagt Michael Kunze, der Autor des Stücks. Elisabeth mischte sich in die Politik ein, forderte ihren Mann auf, die Rechte der ungarischen Bevölkerung zu stärken, wollte die Erziehung der Kinder selbst in die Hand nehmen. Im Nachhinein könnte man sie als emanzipiert bezeichnen. Nicht umsonst heißt der bekannteste Song des Musicals „Ich gehör nur mir“.

Kunze beschreibt Elisabeth als Repräsentantin der Habsburger Monarchie, der das höfische Leben zuwider und die eigene Freiheit heilig waren – dabei habe die verschwenderische Kaiserin von ihrer Position profitiert. Wie später auch so manche Hollywood-Ikone habe sie „die extreme Kunst, sich selbst zu stilisieren“ beherrscht. „Sie hat die Öffentlichkeit nicht sehen lassen, wie sie alt wurde“, sagt Kunze und spielt auf das von ihr verhängte Verbot an, in späteren Jahren Porträts von ihr zu machen.

Das Musical tangiert einige der royalen Ausbrüche, es geht auf die in Gedichten überlieferte Todessehnsucht der von Depressionen geplagten Kaiserin ein. Der Tod spielt eine Hauptrolle, er tritt als attraktiver Liebhaber auf. Erst holt er Elisabeths geliebten Sohn Rudolf zu sich, später auch sie selbst. Trotz aller Zerrissenheit – Elisabeth bleibt am Ende, was sie am Anfang war: eine Heldin und Sympathieträgerin. Es braucht also keiner die völlige Demaskierung der Vergötterten zu befürchten. Und ein wenig Kitsch gibt’s auch: Opulente Seidenkleider, Elisabeth ganz in Weiß mit Fächer in der Hand und Sternen im geflochtenen Haar. Fast so schön wie einst Romy Schneider, ein bisschen „Sissi“ wird die Elisabeth wohl immer bleiben.

Karten: „Elisabeth“ ist vom 7. Januar bis zum 14. Februar im Berliner Admiralspalast zu sehen. Tickets gibt unter 0331/2840284.

Von Maurice Wojach

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