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Kultur Menzel-Skizze wieder im Kupferstichkabinett
Nachrichten Kultur Menzel-Skizze wieder im Kupferstichkabinett
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17:56 11.03.2019
Die Skizze „Oberregierungsrath Knerk“ kehrt zurück ins Kupferstichkabinett. Quelle: Foto: Britta Pedersen/DPA
Berlin

Die seit Jahrzehnten als Kriegsverlust verloren geglaubte Porträtskizze des „Geheimen Oberregierungsrath Knerk“ von Adolph Menzel (1815–1905) kommt wieder in die Bestände der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das zwischen 1863 bis 1865 entstandene Blatt wurde nach Angaben der Stiftung aus einer bereits geplanten Versteigerung zurückgezogen, um es nun dem Kupferstichkabinett zu übergeben.

Die Skizze von Menzel galt seit 1945 als Kriegsverlust. Vor der Versteigerung gab es Hinweise auf den ursprünglichen Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin. Der bisherige Besitzer, der Unternehmer und Sammler Christian Dräger, hatte das Blatt 1986 im Kunsthandel erworben. Nach den Hinweisen entschloss sich Dräger den Angaben zufolge, die Zeichnung aus der Versteigerung zurückzuziehen und an das Museum zu geben. Der „Oberregierungsrath Knerk“ ist eine Studie zu Menzels Gemälde „Krönung Wilhelms I. in Königsberg“ aus dem Jahr 1865, das im Potsdamer Neuen Palais ausgestellt ist. Wilhelm I. hatte Menzel kurz vor der Krönung 1861 beauftragt, die Zeremonie zu malen. Dafür fertigte der Künstler über mehrere Jahre 172 Skizzen und Studien an. Alle Vorstudien erwarb die Nationalgalerie 1880 von Menzel.

Adolph von Menzel (1815-1905) war im 19. Jahrhundert einer der berühmtesten deutschen Künstler. Menzel galt als Maler Preußens und Friedrich des Großen. Aber der Einzelgänger war auch ein sensibler Beobachter des Alltags, der Stadt, der Industrialisierung. Quelle: EPD

1928 lieh die Nationalgalerie die Porträtskizze mit 21 anderen Menzel-Zeichnungen an das Wissenschaftsministerium aus, wo sie in einem Sitzungssaal hing. Im Kriegsjahr 1941 sollten die Zeichnungen vor Luftangriffen geschützt werden, wurden aber auf Auslagerungslisten nicht erwähnt. Seit 1945 galt die Skizze wie auch sieben weitere der ausgeliehenen Menzel-Blätter als Kriegsverlust.

Sammler zieht Bildnis vor Versteigerung zurück

Sammler Dräger erwarb das Blatt 1986 im Kunsthandel. Nach Angaben der Stiftung ist unklar, wie es dorthin gelangte. Das Auktionshaus Grisebach, bei dem das Bildnis nun versteigert werden sollte, fand Hinweise auf die frühere Sammlung und kontaktierte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Eigentümer überließ daraufhin das Blatt den Berliner Museen. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sagte zur Übergabe: „Mit großer Freude habe ich diese wunderbare Skizze entgegennehmen können. Ich danke Christian Dräger sehr für sein Entgegenkommen und seinen Entschluss, das Blatt aus der Versteigerung zurückzuziehen und wieder in die Obhut der Museen zu geben.“

Neue Ausstellung ab September

In Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde Dräger gestern Abend der James-Simon-Preis „für vorbildliches soziales und kulturelles Engagement“ übergeben. Die Skizze des „Geheimen Oberregierungsraths Knerk“ soll mit rund 100 weiteren Werken von September bis Januar in der Ausstellung „Menzel. Maler auf Papier“ gezeigt werden. Dort wird auch das bislang verschollen geglaubte und jüngst angekaufte Pastell „Die Schlittschuhläufer im Berliner Tiergarten“ (1855) präsentiert.

Von MAZonline

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