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Kultur Metall-Orkan in Berlin
Nachrichten Kultur Metall-Orkan in Berlin
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18:54 13.03.2019
Frauen lassen ihre Gitarren aufjaulen: Blue Ruin. Quelle: Promo
Potsdam

Knalliger Kiwi-Rock ist versprochen, wenn die fünf Ladies von Blue Ruin auf der Bühne erscheinen. Dann wird die Flying V traktiert. Dann gibt es eingängige Stücke zwischen Punk und Hard Rock. Dann lässt Sängerin Charlotte Tybalt ihre Stimme klettern und hat dennoch etwas Schmutz auf den Stimmbändern. Melodien und Hooks stimmen. Die Damen der ursprünglich aus Auckland stammenden Band haben unlängst ihre 20-minütige Mini-Platte „Green River Thriller“ veröffentlicht. Souveräne Ansage. Pfeilschnell und geradlinig. Ohne Scheuklappen wagt sich das Quintett von der Nordinsel Neuseelands, zu dem Musikerinnen aus Italien und München gehören, sogar an „Turn On The Light“ – ein Cover von Kiss.

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Wie kann das sein? So viel Licht und so viel Schatten. Technologischer Fortschritt galoppiert. Doch die Menschheit tritt auf der Stelle. Die Welt ein Pulverfass. Die Lunte brennt bereits. Weil sich Unvernunft immer wieder Bahn bricht. Gerade in diesem kritischen Moment gilt es, nicht aufzugeben. Zu träumen, zu hoffen. Und einzugreifen. So gesehen, legen Soen samt neuem Gitarristen Cody Ford aus Kanada ein Album voller Denkanstöße vor. In einer ausgefeilt organischen Verbindung von lyrisch-weitschweifendem Progressive Rock und kalkuliert metallischen Ausbrüchen. Mit Klasse ausbalanciert. Soen spielen am Freitag, dem 15. März, um 20 Uhr im Roadrunner’s Paradise in Berlin-Prenzlauer Berg.

Soen: Lotus. Silver Lining/Warner.

Freunde der dunklen Sonne – hier kommen Black Vulpine. Dort in Dortmund haben sie verstanden, wie düsterer, verhängnisvoll drohender Donner-Rock gemacht werden muss. Dieser Vierer lässt eine schwertschwingende Amazone auf einem Säbelzahntiger auf den selbstverständlich geneigten Hörer los. Grimming und gefährlich. Wie die ultratiefen Bass-Saiten, die monströsen Riffs oder der präsente Vokalvortrag von Frontfrau Sarah Voß. Das Quartett vermeidet Klischeefallen, die es im Feld von Doom und Stoner ganz sicher gibt. Ein schlagkräftiger wie abgebrühter Auftritt.

Black Vulpine: Veil Nebula. Moment Of Collapse Records/Rough Trade.

Furchtlose Fackelträger sind sie. Siena Root bringen Feuer. Bringen das Licht einer alten Zeit, das bis ins Heute strahlt. Hammondorgel im Duell mit Gitarrensoli, manchmal gleich mal als himmelwärts strebende Slides angelegt. Die Gedanken fliegen zu Jon Lord und Co. Die Riffs, sitzen. Der Fünfer aus Stockholm versteht sich auf Hardrock der genialen alten Prägung. Ein zweimotoriges Flugzeug ziert ihr Album „A Dream of Lasting Peace“. Immerwährender Frieden. Ein Gedanke mit Sprengkraft. Der Flieger ist ein Love-Bomber. Vielleicht. Etwas von der künftigen Platte werden sie samt Sängerin Lisa Lystam zum Besten geben.

Windhand aus Virginia zelebrieren Doom Metal. Quelle: Joey Wharton

Dorthia Cottrell, was für ein Name! Klingt, als wäre er einer viktorianischen Schauergeschichte entlehnt. Dorthia steht im Halbschatten. Spricht und murmelt. Flüche, Verwünschungen und Dinge, von denen man besser nichts weiß. So aufreizend wie beiläufig. Derweil ihre Begleiter auf der Platte „Eternal Return“ hinabsteigen in tiefe Katakomben einer verwirrenden Düsternis und – zu oft – im zähen Brei gedehnter Riffs waten. In lichteren Momenten dämmert wuchtiger Grunge auf. Der wiederum im psychedelischen Wabern verschwindet. Bis die nächste Fuzz-Offensive beginnt. Oder wenn schwerst spukender Düster-Folk von der Doom-Priesterin aus Richmond/Virginia beschworen wird.

Die Konzerte: Blue Ruin spielen am Donnerstag, dem 14. März, um 20 Uhr im Blackland in Berlin-Prenzlauer Berg. Siena Root treten am Sonnabend, dem 16. März, um 20 Uhr im Roadrunner‘s Paradise in Prenzlauer Berg auf. Windhand und Grime sind am Sonnabend, dem 23. März, um 19.30 Uhr im Musik und Frieden in Berlin-Kreuzberg zu hören.

Von Ralf Thürsam

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