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Kultur Lehrer, Kritiker, Philosoph und Kollege
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18:35 04.11.2018
Dirk Pilz Quelle: Foto: Aurin
Potsdam

Auch das Potsdamer Unidram-Team war geschockt von der Nachricht: Der Kulturjournalist Dirk Pilz ist am Freitag im Alter von 46 Jahren in Berlin an einer Krebserkrankung gestorben. Als Germanistikstudent war Pilz in den Anfangsjahren des damals noch universitären Theaterfestivals Mitte der 90er Jahre dabei. Über Unidram kam er zum Schreiben, verfasste erste Rezensionen. In den Folgejahren war er eine feste Größe im Feuilleton der Märkischen Allgemeinen, als Theaterkritiker, aber auch als Spezialist für Sachbücher. Keiner konnte sich in der Redaktion so kompetent wie er mit theologischen Fragen auseinandersetzen.

Der 1972 im vogtländischen Rodewisch Geborene wuchs als Sohn strenggläubiger Eltern auf einem Bauernhof auf. Er musste nach der Schule auf dem Hof anfassen, lernte aber auch Geige spielen. Dann zog er in die Welt, studierte in Potsdam, Berlin und Kopenhagen, neben Germanistik auch Literaturwissenschaft, Philosophie und Psychologie. 2005 promovierte er mit einer Arbeit zur Ästhetiktheorie. Von 2003 bis 2007 war er Redakteur beim Fachblatt Theater der Zeit. Mit anderen Freiberuflern gründete er 2007 „Nachtkritik“, das Onlineportal für Theaterkritik und Theaterberichterstattung, dessen Gesellschafterkreis und Redaktion er bis zuletzt angehörte. Als Theater-, Literatur- und Sachbuchkritiker war er auch für die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Neue Zürcher Zeitung aktiv.

Ein Arbeitsschwerpunkt lag aber weiter auf der Theorie und Geschichte der Religionen. 2014 kuratierte Dirk Pilz für die Kulturstiftung des Bundes die interreligiöse Konferenz „Ihr aber glaubet“ in Köln. 2016 wurde er Mitglied des Stiftungsrats des interreligiösen Projektes „House of One“ am Petriplatz in Berlin. Daneben übte Dirk Pilz Lehrtätigkeiten an diversen Hochschulen aus. Zehn Jahre lang betreute er als Mentor die Festivalzeitung beim Berliner Theatertreffen. Seit 2015 war er Gastprofessor am Berlin Career College der Universität der Künste und leitete den Masterstudiengang Kulturjournalismus. 2012 erhielt er den Marie-Zimmermann-Preis für Theaterkritik.

Dirk Pilz hinterlässt seine Frau und zwei kleine Kinder.

Von Frank Starke

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