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Mitch-Ryder-Konzert in Neuruppin

Sparsame Gesten, gewaltige Songs Mitch-Ryder-Konzert in Neuruppin

Mitch Ryder ist eine Urgestein der Rock-Szene. Mit seiner Stimme, die zuweilen aus den Tiefen der Hölle zu kommen scheint, ist er einem breiten Publikum bekannt geworden. Immer im Januar begibt er sich von Detroit aus nach Deutschland – um mit der Engerling Blues Band auf Tour zu gehen und seinen Geburtstag zu feiern. 250 Fans feierten ihn am Sonnabend in Neuruppin.

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Mitch Ryder ist eine Legende.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin, Neuruppin.  

Das Geburtstagskind beschenkt die Gäste. Das hat man nicht so oft und ist ein feiner Zug von Mitch Ryder, der alljährlich zum Anfang des Jahres von Detroit zu seiner Deutschlandtournee aufbricht, um just dort seinen Geburtstag zu feiern. Der 71. wird es in diesem Jahr. „Oh“, staunt das Publikum im Neuruppiner Stadtgarten, das sich am Sonnabend dieses besondere Konzert nicht entgehen lassen will. „It's only a number“ – es ist nur eine Zahl – ruft der Jubilar mit verschmitztem Lächeln ins Publikum. Wenn man ihn auf der Bühne sieht, erkennt man, dass das stimmt. Mit schwarzem Hut und Sonnenbrille – seinen obligatorischen Insignien – sieht Mitch Ryder nicht aus wie einer, der den Rest des Lebens im Lehnsessel dahinsiecht und seine Erfolge an sich vorbeiziehen lässt. Sicher, er springt nicht wie ein wildgewordenes Springteufelchen auf der Bühne herum, wie etliche seiner ähnlich in die Jahre gekommenen Kollegen – Mitch Ryder ist ein Mann der sparsamen Gesten. Immerhin aber sprechen seine Hände Bände, wenn sie das Mikrofon mal streicheln, mal inbrünstig kneten, als wolle er es auspressen. Dazu seine unvergessliche Stimme: rau und tief klingt sie – mal voller Sehnsucht, mal schreit sie sich den ganzen Frust über die Liebe und die Welt vom Hals. Er saugt die Worte ein – und presst sie mal lust-, mal schmerzvoll wieder aus.

Engerling Blues Band

Engerling Blues Band.

Quelle: Buddeke

Seine Augen sieht man hinter den dunklen Gläsern nicht, sein Mund spiegelt alle Emotionen. Da steht ein Hohepriester des Rocks, einer, der viel gesehen hat, viel gelitten und viel gelacht. Einer, den es immer noch treibt, die alten und auch neue Lieder zu singen und das Leben zu feiern. „Einer der aufregendsten Sänger“, nannte ihn Stones-Legende Keith Richards einst. Aufregend ist er immer noch – trotz der vielen Bühnenjahre.

Seine treuen Begleiter der Deutschland-Tourneen sind die Blues-Musiker der schon zu DDR-Zeiten bekannten Gruppe „Engerling Blues Band“. Die fünf Musiker geben der lebenden Legende den würdigen Rahmen – mit virtuosen Soli, bei denen Mitch Ryder gern auch in den Hintergrund tritt – und mit einem perfekten Zusammenspiel.

Dass er in Europa Kultstatus genießt, hat er nicht zuletzt seinem legendären „Full Moon“-Auftritt in der WDR-Rockpalast-Nacht 1979 zu verdanken, wo er – unter Drogeneinfluss – die Band, den Moderator und das Publikum anpöbelte. Das Konzert war dennoch eines seiner besten.

Im Stadtgarten sang er für seine Fans – 250 sind gekommen – nicht die ganz großen Hits a la „Good Golly Miss Molly“ oder „Sock It To Me-Baby!“ – dafür aber solide gute Songs wie „Thrill of it all“, „Freezing in hell“ sowie wuchtige Balladen wie „Many rivers“ oder das umwerfende „I’ve got to see you“.

Von Regine Buddeke

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