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00:33 22.11.2015
Die Tonmeister Martin Frühmorgen (vorn) und Holger Lehmann in der neuen „Cinema Stage“ – ehemals „Defa 70“-Kino. Quelle: Christel Köster
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Babelsberg

Optisch kommt die „Cinema Stage“ der Babelsberger Postproduktionsfirma Rotor Film so edel wie das Berliner Traditionskino „Zoo Palast“ daher. Technisch ist das neue Studio für Filmnachbearbeitung in der Medienstadt auf dem modernsten und innovativsten Stand Europas – mindestens. „Neue Maßstäbe“ setzen die Rotor-Geschäftsführer Holger Lehmann und Martin Frühmorgen mit der „Cinema Stage“ in Ton- und Bildmischung, Raumakustik sowie in Design und Ausstattung.

1,5 Millionen Euro haben die Absolventen der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in die „Cinema Stage“ investiert – mithilfe unter anderem der Investitions- und Landesbank Brandenburg. Einzeln seien die neu eingebauten Technologien der „Cinema Stage“ „nur“ in Deutschland einzigartig, in ihrer Kombination die Ton- und Bildsysteme – Dolby Atmos, Auro-3-D und 4k-Grading (Farbkorrektur) – in einem Studio sogar weltweit einzigartig, so Lehmann.

Am Donnerstagend ist die „Cinema Stage“ auf dem Gelände von Studio Babelsberg feierlich eröffnet worden. Im Mai wurde das 430 Quadratmeter große Studio – das einstige „Defa 70“-Kino – entkernt und mit Zoo-Palast-Architektin Anna Maske neu geplant und gestaltet. Gemeinsam mit dem international renommierten Akustikspezialisten Ralph Bauer-Dieffenbach (MMT Network) wurde die „Cinema Stage“ mit modernster Referenz-Akustik ausgestattet. Im Saal sind 70 Meyer-Sound-Lautsprecher installiert, um die bestmögliche Wiedergabe und genaueste räumliche Darstellung von Tönen und Musik zu ermöglichen.

Unter den Gästen am Donnerstag waren Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD), Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus und Studio-Babelsberg-Boss Charlie Woebcken. „Sehr froh“ äußerte sich Woebcken über die Investition von Rotor Film, die „höchsten internationalen Standard“ in Babelsberg vorhalte. „Kurz vor Vertragsabschluss“ stehe ein Postproduktionsauftrag für eine Studio-Koproduktion. Zu den Projekten, die Frühmorgen und Lehmann nach bereits getaner Arbeit nennen dürfen, gehört etwa die am 26. November startende RTL-Serie „Deutschland  ’83“. Auch Dietrich Brüggemanns Neonazi-Satire „Heil“ und die 2016 im Kino startende Sarah-Kuttner-Bestsellerverfilmung „Mängelexemplar“ haben bei Rotor Film ihren letzten Schliff bekommen. Viele Projekte, mehr Mitarbeiter: Seit Jahresanfang hat sich die Zahl der Rotor-Mitarbeiter von sieben auf 20 fast verdreifacht. Mit dem neuen Studio bestätigt Rotor Film seine Stellung als Technologieführer. Bereits 2011 etablierte sich das Unternehmen mit einer der ersten Dolby-Atmos-Tonstudios europaweit als technologischer Vorreiter.

Damit nicht nur Filmschaffende etwas von der Supertechnik haben, wollen Frühmorgen und Lehmann das Studio für Veranstaltungen öffnen. Sicher ist, dass in der 200 Gäste fassenden „Cinema Stage“ vom 20. bis 24. April das 45. Internationale Studentenfilmfestival Sehsüchte stattfindet.

Von Ricarda Nowak

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