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Kultur Monet und Van Gogh im Museum Barberini
Nachrichten Kultur Monet und Van Gogh im Museum Barberini
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01:15 18.10.2018
Bald in Potsdam zu sehen: Claude Monets Seerosenteich (um 1918/l.) Quelle: Museum Barberini
Potsdam

Das Museum Barberini in Potsdam entwickelt sich zu einem Mekka des Impressionismus. Mit Impressionisten wurde das Museum im Januar 2017 eröffnet. Um den Neoimpressionisten Henri-Edmond Cross dreht sich die kommende Schau, die am 17. November beginnen wird, kurz nachdem die derzeit laufende Gerhard-Richter-Ausstellung abgebaut sein wird. Und nun ist bereits die nächste Impressionisten-Schau in der Planung.

Anfang Februar 2020 zeigt das Barberini Werke des Übervater des Impressionismus, des französischen Maler Claude Monet. Dann werden in Potsdam zirka 110 Gemälde des Meisters der Stimmungen und der flirrenden Lichtreflexionen zu sehen sein. Angefangen bei den berühmten Seerosenbildern, die zum Teil bereits in der ersten Ausstellung waren, bis zu seinen leuchtenden Landschaften. „Es werden sehr viele Bilder dabei sein, die in Deutschland schon eine Ewigkeit nicht mehr zu sehen waren“, verspricht Barberini-Kurator Daniel Zamani.

Zwei hochkarätige Ausstellungen plant das Museum Barberini in Potsdam in den kommenden beiden Jahren: Claude Monet und Vincent van Gogh. Die MAZ gibt schon mal einen kleinen Einblick.

Zusammengestellt wird die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Denver Art Museum. Barberini-Chefin Ortrud Westheider ist eine von vier Kuratoren, die Monet als Wegbereiter der Moderne präsentieren wollen. Die Ausstellung wird zunächst von Oktober 2019 bis Februar 2020 in Denver unter dem Titel „The Truth of Nature“ (Die Wahrheit der Natur) zu sehen sein. Anschließend kommt die Schau bis Juni nach Potsdam. Hier wird sie den weniger pathetischen Titel „Monet. Orte“ tragen. Denn es geht auch um die verschiedenen Orte, an denen häufig ganze Serien von Bildern entstanden.

Monet malte ganze Serien

Monet war einer der ersten Maler, der Bilder in Serien malte. Das heißt, er nahm sich immer wieder denselben Gegenstand vor – zu unterschiedlichen Jahreszeiten, bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Was ihn interessierte, war weniger das dargestellte Objekt, als die Stimmung, der Eindruck, den der Blick auf das abgebildete Objekt vermittelte. Das war ein neues Verständnis von Malerei, das in Zeiten, in denen die Fotografie aufkam, eine Technologie, mit der die Realität fast eins zu eins abgebildet werden konnte, die realistische Malerei am Ende des 19. Jahrhunderts herausforderte. Monets Antwort war die Auflösung der Bildfläche in Farbsegmente. Die Konstruktion des Gesamtbildes wurde dem Betrachter überlassen. Später Generationen der Moderne haben Monets Malweise radikalisiert und sich schließlich zum Teil sogar von der Gegenständlichkeit komplett verabschiedet. Was blieb, waren Formen und Farben.

Im Barberni werden 2020 mehrere der Bilderserien von Monet zu sehen sein. Das Besondere wird sein, dass die Schau fast die gesamte Schaffenszeit des Künstlers umfassen wird – angefangen bei den noch stark dem Realismus verbundenen Gemälden wie zum Beispiel der 1858 entstandene „Blick auf Rouelles“, ein Landschaftsbild, das er mit 18 Jahren erstmals ausstellte, bis zu den letzten Bilder, die 1926 in seinem Garten in Giverny in der Normandie entstanden, wohin er sich in den 80er-Jahren zurückgezogen hatte. Gezeigt werden Werke, die auf seinen Reisen entstanden, aber auch Exemplare der berühmten Serie, die er in den 1890er-Jahren von der Fassade der Kathedrale von Rouen anfertigte, also nicht weit von Giverny.

Große Namen im Barberini

Gerhard Richter. Abstraktion. Die Austellung geht noch bis zum 21. Oktober.

Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross. 17. November bis 17. Februar 2019.

Picasso. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso. 9. März bis 16. Juni 2019.

Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini und Corsini in Rom zeigen Werke von Caravaggio u.a.. 13. Juli bis 6. Oktober 2019.

Van Gogh. Stillleben. 26. Oktober bis 2. Februar 2019.

Monet. Orte. 29. Februar 2019 bis 1. Juni 2020.

Potsdam erwartet damit die „größte Monetausstellung der vergangenen zwei Jahrzehnte“. So jedenfalls wird die Schau in Denver derzeit angekündigt. Die Liste der Leihgeber spricht dafür. Angekündigt sind Monets aus Museen wie dem Musée d’Orsay und dem Musée Marmottan Monet in Paris, dem Museum der Schönen Künste im Boston, dem Kunstinstitut in Chicago, dem Metropolitan Kunstmuseum New York und von privaten Sammlern. Wie viele Bilder der Stifter des Barberini, der Kunstmäzen und Milliardär Hasso Plattner aus seiner Sammlung beisteuern wird, darüber gibt das Potsdamer Museum keine Auskunft.

Eines aber dürfte gewiss sein. Das Museum Barberini setzt auf moderne Kunst, die bei einem breiten Publikum ankommt. Zur Impressionismus-Ausstellung im vergangnen Jahr zog es mehr als 300 000 Besucher nach Potsdam. Auch bei der derzeit laufenden Gerhard-Richter-Schau, die am kommenden Wochenende schließen wird, hofft man, dass man „die 150 000er-Marke bis dahin noch knacken wird“, sagt Pressesprecher Achim Klapp. Das nächste Zugpferd dürfte Picasso im kommenden März werden. Anschließend lockt das Museum mit Caravaggio. In einer großen Barockausstellung werden Exponate der Palazzi Barberini und Corsini in Rom präsentiert.

2019 gibt es Van Gogh

Und schließlich neben Monet der neueste Coup: Vincent van Gogh. Im Oktober 2019 kommen etwa 20 Gemälde des wegen seiner knalligen Farben wohl beliebtesten Malers des 19. Jahrhunderts nach Potsdam. Der Wegbereiter des Expressionismus ist heutzutage nicht nur auf Farbdrucken, T-Shirts und Kaffeetassen vertreten. Seine Bilder sind auch einem breiten Publikum vertraut. Millionen strömten vor einigen Jahren weltweit in eine musikalisch untermalte Multi-Media-Show, in der Fotos von Van-Gogh-Gemälden an die Wände projiziert wurden. Nun also wird in Potsdam bald ein Teil der Originale zu sehen sein. „Van Gogh. Stillleben“ wird Werke wie das bekannte „Stillleben mit einem Teller Zwiebeln“ aus dem Jahr 1889 zeigen, das er ein Jahr vor seinem Tod gemalt hatte. Auch dahin dürfen die Besucher strömen.

Von Mathias Richter

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