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Morddrohungen wegen Aleppo-Kunstwerk in Dresden

Krieg in Syrien Morddrohungen wegen Aleppo-Kunstwerk in Dresden

Ein Künstler hat in Dresden drei Buswracks vor der Frauenkirche aufstellen lassen. Damit will er an die Belagerung der syrischen Stadt Aleppos erinnern. Anhänger der „Pegida“-Bewegung und der AfD sind empört.

Im Dresdner Stadtzentrum erinnert eine Kunstinstallation an den Krieg in Syrien – eine Woche vor dem Jahrestag der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945.
 

Quelle: AP

Dresden.  Noch vor seiner Eröffnung am Dienstag erregt ein Kunstprojekt in Dresden die Gemüter. Auf dem zentralen Neumarkt vor der Frauenkirche will der Deutsch-Syrier Manaf Halbouni mit drei hochkant aufgestellten Buswracks an den Krieg in Syrien und das Leid der Zivilbevölkerung erinnern. Vorlage für die Installation mit dem Titel „Monument“ ist ein Bild aus dem zerstörten Aleppo, das 2015 um die Welt ging.

Damals hatte die Zivilbevölkerung drei Busse ebenso hochkant aufgerichtet, um sich zu schützen. Bereits vor dem temporären Projekt in Dresden hatten Anhänger der fremdenfeindlichen „Pegida“-Bewegung und der AfD das Kunstwerk scharf kritisiert und unter anderem als „Schrott“ und „Missbrauch der Kunstfreiheit“ bezeichnet. Zur feierlichen Eröffnung am Dienstag werden in den sozialen Netzwerken Proteste angekündigt.

Morddrohungen gegen den Oberbürgermeister

Heftiger Kritik bis hin zu Morddrohungen ist wegen des Kunstwerkes auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ausgesetzt. Er steht seit dem Wochenende unter Polizeischutz. Vor dem 72. Jahrestag der Zerstörung Dresdens hatte Hilbert zudem vor einem Opfermythos gewarnt. Die Elbestadt erinnert mit zahlreichen Veranstaltungen an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945.

Der 1984 in Damaskus geborene Halbouni, Absolvent der Dresdner Hochschule für Bildende Künste, will mit der Skulptur „ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit setzen“. Kunst sei „genau der richtige Weg, um miteinander zu reden“, sagte er am Montag in Dresden. Er suche die „Reibung und den Kontakt“. Während der Installation bis zum 3. April bietet er mehrere Künstlergespräche an.

Vor der Frauenkirche in Dresden hat der Deutsch-Syrier Manaf Halbouni am Montag drei Buswracks hochkant aufstellen lassen

Vor der Frauenkirche in Dresden hat der Deutsch-Syrier Manaf Halbouni am Montag drei Buswracks hochkant aufstellen lassen.

Quelle: AP

Das Bild mit den Buswracks im zerstörten Aleppo hatte Halbouni im Internet entdeckt. Es habe ihn „umgehauen“ sagte er. Die Busse seien auch ein Zeichen für die menschliche Kraft gewesen, gemeinsam auch die Macht des Krieges zu überwinden„. Aus der Trauer heraus habe er sein Kunstprojekt für Dresden entwickelt.

Hilbert: Reaktionen auf Kunstprojekt sind „erschreckend“

Die dafür notwendigen ausrangierten Busse holte er aus Bayreuth. Mit dem Projekt verbinde er auch die Hoffnung, dass Aleppo – wie Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg – wieder aufgebaut wird, sagte der Künstler.

Hilbert bezeichnete die heftigen Reaktionen auf das Projekt und gegen ihn als „erschreckend“. Zum Umgang mit der Erinnerungskultur in Dresden sagte der Oberbürgermeister: „Ich dachte, wir sind schon ein Stück weiter.“ Doch vor dem Hintergrund wachsender „radikaler Tendenzen„ überraschten ihn die Anfeindungen wiederum nicht.

“Wir merken, dass unser Haus Europa so wenig wertgeschätzt wird“, sagte Hilbert. Es sei sehr froh, dass Künstler sich mit den Themen Krieg und Flucht auseinandersetzen. Der Neumarkt, einer der zentralen Plätze in Dresden, sei genau der richtige Ort dafür. Er hoffe auf eine kritische Diskussion.

Die Installation mit dem Titel „Monument“ erinnert an ein Bild aus Aleppo, das 2015 um die Welt ging

Die Installation mit dem Titel „Monument“ erinnert an ein Bild aus Aleppo, das 2015 um die Welt ging.

Quelle: AP

Von dpa/epd/RND

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