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Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister ist tot

Die Musik-Welt trauert Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister ist tot

Der Frontmann der Heavy-Metal-Band Motörhead, Lemmy Kilmister, ist im Alter von 70 Jahren an Krebs gestorben. Das teilte die Gruppe in der Nacht auf Dienstag auf ihrer Facebook-Seite mit. Der Musiker habe von der Erkrankung erst am 26. Dezember erfahren - zwei Tage nach seinem 70. Geburtstag. Es habe sich um einen “äußerst aggressiven Krebs“ gehandelt.

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Lemmy Kilmister.

Quelle: dpa

Potsdam. 40 Jahre lang machte Lemmy Kilmister seinem Image als ausschweifende Metal-Legende alle Ehre: Drogen, Alkohol, Frauen - nichts ließ er aus. Doch dann wurde Diabetes diagnostiziert, er bekam einen Defibrillator gegen Herzprobleme eingesetzt, und schließlich setzte ihm sogar die Höhenluft bei manchen Konzerten zu: Mit einem simplen “I can’t do it“ brach Kilmister 2015 eine Reihe von Auftritten in den USA ab - obwohl er schon seinen Zigarettenkonsum auf mickrige zwei Stängel pro Tag zurückgefahren hatte, von seinem Markenzeichen - einer Flasche Whiskey täglich - auf Wodka umgestiegen war und regelmäßig auf seinem Heimfahrrad radelte.

“Ich war immer gesund, abgesehen von Drogen und Alkohol“, scherzte er gerne. Wie seine Band am frühen Dienstagmorgen mitteilte, starb Lemmy Kilmister nun im Alter von 70 Jahren an einem Krebsleiden, von dem er erst am 26. Dezember erfahren hatte. Der Motörhead-Frontmann hinterlässt zwei Söhne.

Ian Fraser Kilmister - wie Lemmy wirklich hieß - wurde am Heiligabend 1945 geboren und machte sich schon als Teenager einen Namen als Frauenheld: Er schleppte eine Gitarre mit in die Schule, um die Mädchen zu beeindrucken - und es wirkte. Obwohl er damals noch nicht mal spielen konnte.

Im Interview räumte er allerdings mit dem Gerücht auf, dass er angeblich mit 2000 Frauen geschlafen habe. Tatsächlich waren es nur 1000. “Und wenn du die auf all die Jahre umrechnest, ist das auch nicht mehr als eine pro Woche. Also keine absurde Zahl“, sagte Lemmy.

Die Frau fürs Leben fand der zynische Pfarrerssohn aus Stoke-on-Trent nie - vielleicht nicht ganz verwunderlich: «Ich glaube, Liebe ist Verliebtheit, die zur Gewohnheit wird, weil die Leidenschaft nicht anhält», sagte er einst der britischen Zeitung “Observer“. “Man gewöhnt sich an Menschen, und das finde ich tödlich - ich mag überrascht werden.“

Bis ins hohe Alter tourte der Sänger und Bassist mit seiner Band und veröffentlichte regelmäßig neue Platten. Doch Motörheads größter Hit liegt schon einige Jahrzehnte zurück: «Ace of Spades» von 1980. «Wir spielen immer noch Rock’n’Roll, nur sehr schnell und sehr laut. Es kotzt immer noch die Eltern an, das ist die Hauptsache. “Mach diese Scheißmusik aus“, das wollen wir hören.“

Seit 1975 stand er mit Motörhead für harten, ehrlichen und vor allem möglichst lauten Rock. “Rock’n’Roll Music is the true religion“, heißt es auf dem Album “The Wörld is Yours“ - und darum geht es, nicht mehr und nicht weniger. Erstaunlich dabei ist, wie wenig die Zeit dem Sound der britischen Rocker anhaben konnte. Auch auf den neuesten Alben zeigten sich Lemmy und seine Bandkollegen Mikkey Dee und Phil Campbell nach wie vor unbeeindruckt von äußeren Einflüssen.

Motörhead waren nicht einfach nur irgendeine Band. Sie waren ein pophistorisches Phänomen und eine der großen musikalischen Konstanten der letzten Jahrzehnte. Trends und Moden interessierte das Trio nie. Motörhead selbst gaben die Richtung vor. Sie waren die Referenz, statt sich selbst Vorbilder zu suchen. Aus astreinem Rock, Metal und einer gewissen Punk-Attitüde, die sich in garstiger Schnelligkeit und einer gewissen Portion Dilettantismus zusammensetzte, schufen Motörhead etwas Ureigenes.

Ob man die Briten nun Punkrocker, Rocker oder Metaller nennen will, bleibt eigentlich jedem Fan selbst überlassen - eigentlich sind sie einfach nur Motörhead. “Wir haben keine besonderen künstlerischen Scheiß-Tricks auf Lager“, meinte Lemmy einmal, der vor allem eines nicht wollte: sein Publikum langweilen.

Rückblick : Motörhead-Konzert in Berlin im November 2014: „ Das hier ist keine Vernissage, hier gibt’s keinen Prosecco, hier gibt’s Bier aus Plastikbechern und statt Bilder zu interpretieren, gilt es, verbliebenes Haupthaar durch die Luft zu schütteln. Männerhaar wohlgemerkt, der Frauenanteil erreicht das FDP-Niveau einer Landtagswahl.“

Von MAZonline

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