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Kultur Museum Barberini diskutiert Gerhard Richter
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21:46 05.03.2018
Im Sommer im Museum Barberini zu sehen: Gerhard Richter: Abstraktes Bild, 1984, Privatsammlung. Quelle: Foto: Gerhard Richter 2018 (0039)
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Potsdam

Die Kunstinteressierten in Potsdam können sich auf etwas ziemlich Großes gefasst machen. Zehn Meter lang wird eines der zwei Meter hohen „Strips“ des Kölner Malers Gerhard Richter sein, die von Ende Juni an im Museum Barberini zu sehen sein werden. Das kündigte Dietmar Elger vom Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlung Dresden am Montag in Potsdam an.

Die Abstraktion der Abstraktion

Elger war einer der Referenten bei einem Fach-Symposium, das die kommende Schau vordiskutierte. Dazu hatte Museumsdirektorin Ortrud Westheider eingeladen. „Gerhard Richter. Abstraktion“ so der Titel der Ausstellung. Und die „Strips“, Richters Streifenbilder, die er von 2011 an fertigte, visualisieren den Abstraktionsprozess auf radikale Weise in einen zeitgenössischen Format. Genaugenommen sind es mehrere Abstraktionsebenen, die in den Bildern übereinanderliegen. Grundlage für das riesige Bild, auf dem Streifen in unterschiedlichen Farbtönen quer über die Leinwand gezogen sind, ist bereits ein abstraktes Bild, auf dem Farben und Formen ineinanderlaufen. Richter hat dieses Werk nun über ein computergestütztes Verfahren scannen, die Anordnung der Farben in Skalen auslesen lassen und diese neu komponiert. Das Ergebnis ist gewissermaßen die Abstraktion der Abstraktion. „Die Strips beziehen sich auf eine Wirklichkeit, die bereits ein Abstraktum ist“, so Elger.

Mit dem Sozialistischen Realismus konnte er nicht viel anfangen

Genau darum wird sich die Ausstellung teilweise drehen. Wie verhalten sich Bild und Wirklichkeit bei Gerhard Richter zueinander? Oder, so der Titel des Vortrags von Elger: „Abstraktion und Schein im Werk von Gerhard Richter“. Richter selbst hat sich nie als radikal abstrakter Maler verstanden, wenn auch viele seiner Bilder den Titel „Abstraktion“ tragen. Der in Dresden geborene Künstler, der in der DDR einen Teil seiner Ausbildung genoss, konnte mit dem Sozialistischen Realismus nicht viel anfangen und sah sich aus diesem Grund schon bald dem damaligen Formalismusverdacht ausgesetzt.

Seine Werke sind weltweit begehrt

Die Werke von Gerhard Richter gehören zu den teuersten der zeitgenössischen Kunst.

Im vergangenen Jahr wurde Werke von ihm mit einem Gesamtwert von 558 Millionen Euro gehandelt.

Der aus Dresden stammende Künstler liegt auf der Rangliste der auf dem internationalen Kunstmarkt begehrtesten Künstler auf Platz eins vor Jeff Koons und Damien Hirst.

Die größte Privatsammlung besitzt derzeit der Rockgitarrist Eric Clapton mit mehr als 50 Werken.

Die Ausstellung „Gerhard Richter. Abstraktion“ im Barberini findet vom 30. Juni bis zum 21. Oktober 2018 statt.

Als er 1961 in den Westen ging, wo die abstrakte und gegenstandslose Kunst in der Tradition von Kandinsky längst ihren Siegeszug angetreten hatte, war ihm dies allerdings auch nicht so ganz geheuer. Mit dem Ideal des reinen Selbstausdrucks des autonomen Künstlers im Zuge von Pop-Art und Fluxus konnte er auch nicht so recht etwas anfangen. Richter suchte einen dritten Weg zwischen der figürlichen Malerei des Ostens und den formalen Abstraktionen des Westen, so Ortrud Westheider. Dies war freilich keine einfache Synthese zwischen beiden Kunstverständnissen, sondern der Versuch, etwas wirklich Neues zu schaffen. Was Richter anfangs „Kapitalistischen Realismus“ nannte und was sich in seinen Blow-ups, Gemälden, die Fotos von Details als Vorlage benutzen, die dann in riesigen Dimensionen gemalt wurden, oder in seinen vermalten Fotobildern, Farbtafeln oder Glasscheibenbildern niederschlug, war immer wieder der Versuch, zu zeigen, dass die Wahrnehmung der Wirklichkeit eine über Medien vermittelte Konstruktion ist. „Abstrakte Bilder sind fiktive Modelle, weil sie eine Wirklichkeit veranschaulichen, die wir weder sehen noch beschreiben können, auf deren Existenz wir aber schließen“, so Richter einmal.

Figürlich und abstrakt sind keine Alternativen

Insofern gab es für ihn nie die Alternative zwischen figürlich oder abstrakt. Auch das Abstrakte ist an figürlichen Assoziationen des Betrachters gebunden. Auf der Biennale in Venedig, wo 1980 zum Themenkomplex „Realität und Abstraktion“ je ein Bild von ihm angefordert war, reichte Richter zwei Bilder aus der Serie „Ohne Titel (grau)“ ein. Beide zeigten graue Flächen.

Von Mathias Richter

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