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Musik-Legende Herb Alpert: Keine Lust auf Ruhestand

Musik Musik-Legende Herb Alpert: Keine Lust auf Ruhestand

Seit den frühen 1960er Jahren steht der amerikanische Trompeter Herb Alpert für entspannte Wohlfühlmusik – ein Sound, der ihm über 70 Millionen verkaufte Tonträger und neun Grammys bescherte. Dabei ist Musik nur eine von vielen Facetten des 81-jährigen Künstlers.

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Herb Alpert legt musikalisch nach.

Quelle: Pete Marovich

München. Trompeter, Sänger, Labelboss, Maler, Bildhauer und Philantrop - der 81-jährige, aus Los Angeles stammende Herb Alpert ist ein Mann mit vielen Talenten. Und dazu mit scheinbar grenzenloser Energie gesegnet. Jedenfalls ist der Terminkalender des neunfachen Grammy-Gewinners randvoll mit verschiedenen Aktivitäten.

Im dpa-Interview sprach Alpert über sein neues Album "Human Nature", seine Karriere als Plattenboss und was ihm am Ruhestand missfällt.

Frage: Ihre Musik hat seit jeher eine Leichtigkeit, die die Hörer sofort in eine gute Stimmung versetzt. Wie machen Sie das?

Antwort: Danke! Das ist genau das, was ich erreichen möchte: positive Musik machen. Jede Form der Kunst – egal ob Musik, Malerei oder Bildhauerei – birgt in sich ein Rätsel. Kunst wirkt deshalb auf jeden anders. Ein guter Zuhörer hört nicht mit den Ohren, sondern mit der Seele. Eine Melodie kann das Innerste berühren.

Frage: War das auch die Zielsetzung Ihres neuen Albums "Human Nature" – Ihre Zuhörer zu berühren?

Antwort: Oh ja, das kann man sagen. Schon der Titelsong, den Michael Jackson berühmt gemacht hat, kann den Hörer verzaubern. Ich habe versucht, den Song neu zu interpretieren.

Frage: Auch Miles Davis hat den Titel aufgenommen.

Antwort: Ja, stimmt. Natürlich hat er eine fantastische Version daraus gemach. Er konnte ja schließlich nichts falsch machen, war er doch der größte Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts.

Frage: Und er hatte – genau wie Sie – einen ureigenen Ton.

Antwort: Miles Davis hat in einem Interview gesagt, dass man nur drei Töne von mir hören müsse, dann wisse man, dass es Herb Alpert ist. Das war eines der größten Komplimente, das ich jemals bekommen habe.

Frage: Auf dem Album spielen Sie wieder Songs aus der Feder von Burt Bacharach. Ist er einer Ihrer Lieblings-Komponisten?

Antwort: Er steht auf meiner Liste auf alle Fälle ganz weit oben. Man weiß bei ihm nie, wohin einen die Melodie führt, er ist immer für eine harmonische Überraschung gut.

Frage: Stimmt es, dass Ihre erste Formation Herb Alpert & The Tijuana Brass eigentlich nur aus Ihnen bestand?

Antwort: Ja, stimmt. Die ersten Songs habe ich mit Studiomusikern aufgenommen, und den Bläsersatz habe ich ganz alleine eingespielt. Es gab die Brass-Section zunächst also gar nicht.

Frage: Und Mexikaner sind Sie auch nicht. Sie haben den Leuten etwas vorgegaukelt, stimmt’s?

Antwort: Na ja, immerhin war ich zu dem Zeitpunkt häufig in Tijuana, um mir Stierkämpfe anzuschauen. Die Inszenierung mit den Fanfaren vor den Kämpfen hat mich zu meinem ersten Hit inspiriert – "The Lonely Bull".

Frage: Stierkämpfe sind in Europa sehr umstritten. Gehen Sie immer noch hin?

Antwort: Nein, gar nicht mehr. Da habe ich meine Einstellung völlig geändert. Beim letzten Stierkampf, den ich gesehen habe, hat der Stier seine Hörner in den Bauch eines Pferdes gerammt. Das war’s dann für mich.

Frage: Ihr eigenes Label A&M Records haben Sie zu einer renommierten und erfolgreichen Plattenfirma geformt. Dazu gehörten Größen wie Cat Stevens, Joe Cocker, Sergio Mendes und Quincey Jones. Was war die Philosophie Ihres Labels?

Antwort: Wir wollten einfach nur gute Platten machen. Musik, die ich mir auch privat kaufen würde. Dazu gehörten neben den genannten auch Supertramp, The Police und später Sting.

Frage: Was hat Sie an The Police überzeugt?

Antwort: Ich habe sie in Los Angeles in einem Club gehört, sie waren richtig gut, sie haben mich begeistert. Sting ist einfach auch ein ungewöhnlicher Mensch, er ist brillant – und dazu ein echter Gentleman.

Frage: Auf welche der Künstler von A&M sind Sie besonders stolz?

Antwort: Vielleicht auf die Carpenters. Niemand hat an sie geglaubt. Jeder meinte, dass sie zu süß, zu soft seien – doch dann gingen sie durch die Decke. Das war fantastisch.

Frage: Neben der Musik sind Sie auch als Maler und Bildhauer erfolgreich. Was haben Musik und bildende Kunst gemeinsam?

Antwort: Alles Kreative hat eine Gemeinsamkeit: Es kommt von Innen – und du musst in beiden Disziplinen ehrlich zu dir selbst sein.

Frage: Ihr Terminkalender ist voll. Woher nehmen Sie die Energie? Immerhin sind Sie 81 Jahre alt.

Antwort: Alles was ich mache, ist für mich keine Arbeit. Es macht mir Spaß und es hält mich lebendig im Hier und Jetzt. Was ist schon Ruhestand? Die Wand anstarren und am Waikiki-Beach entlanglaufen? Da bleibe ich lieber aktiv.

ZUR PERSON: Der aus Los Angeles stammende Trompeter und Musikproduzent Herb Alpert gehört zu den Pionieren des Easy Listening-Genres. Er verkaufte über 70 Millionen Alben und erhielt neun Grammys. Seit 1973 ist der auch als Maler und Bildhauer erfolgreiche Künstler mit der Sängerin Lani Hall verheiratet.

dpa

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