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Musik kennt keine Grenzen

Filmkritik „Bach in Brazil“ Musik kennt keine Grenzen

Der märchenhafte Film „Bach in Brazil“ läuft in unseren Kinos. Regisseur Ansgar Ahlers erzählt darin, wie barocke Musik jungen Straftätern in Brasilien neue Lebenskraft und Freude bringt. Junge Seite-Autor Moritz Palma (13) hat sich den Streifen angeschaut.

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Marten Bückling (Edgar Selge) bereitet mit den Jugendlichen ein Konzert in einer Kirche vor.

Quelle: NFP

Potsdam. Marten Brückling (Edgar Selge) ist ein kauziger, altmodischer Musiklehrer in dem kleinen norddeutschen Städtchen Bückeburg. Auf seinem Blasinstrument namens Euphonium spielt er am allerliebsten Werke des Barockkomponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750). Sein Leben dreht sich nur um die Musik, er ist ziemlich einsam und ist nur mit der Kollegin Marianne (Franziska Walser) befreundet. Doch eines Tages kommt endlich Pep ins Leben dieses unbeholfenen Mannes: Ein Freund aus Kindertagen, der einst nach Brasilien ausgewandert ist, hat ihm Originalnoten von Bach hinterlassen. Ein kostbares Erbe, das Marten allerdings nur bekommt, wenn er es persönlich in Brasilien abholt. Widerwillig fährt er los, nach Ouro Preto, einer idyllischen Barockstadt in den Bergen. Natürlich spricht Marten kein Portugiesisch und alles läuft recht chaotisch. Und schon bald kommt, wie es kommen muss: Ihm wird das das wertvolle Notenblatt gestohlen und auch sein heiß geliebtes Euphonium nimmt der Dieb mit. Zum Glück lernt Marten den einzigen deutschsprechenden Menschen weit und breit kennen: Candido (Aldri Anunciação), der sich als Freund von Karl, vorstellt. Er verspricht Marten, dass er die gestohlenen Noten finden wird. Als Gegenleistung verlangt er, den Kindern in der örtlichen Jugendarrestanstalt Musik-Unterricht zu geben. Marten beginnt tatsächlich, mit den Kindern, Bach einzuüben. Während er selbst ausschließlich nach Noten spielt, haben die Kinder die Musik im Blut, improvisieren, gehen frei und unbeschwert mit den Vorgaben um.

Die brasilianischen Jugendlichen werden von Laiendarstellern gespielt, die ihre Sache ganz toll machen. Viele witzige Momente im Film entstehen durch die Sprachschwierigkeiten zwischen ihnen und ihrem deutschen Lehrer. Und was die Musik betrifft: Die ist klasse, wir lernen Bach in ganz vielen unterschiedlichen Varianten und Arrangements kennen. Und altmodisch ist das lange nicht.

Am Ende wird es dann in „Bach in Brazil“ noch etwas Märchenhaft. Das ist schön, soll aber nicht näher verraten werden. Auf jeden Fall wird es dem Zuschauer noch richtig warm ums Herz.

„Bach in Brazil“, Regie: Ansgar Ahlers, 91 Minuten, FSK: 0

Von Moritz Palma

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