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Nachrichten Kultur Was passiert, wenn Sanssouci brennt?
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00:22 19.04.2019
Schmuckstück der Brandenburgischen Schlösserlandschaft: Schloss Sanssouci in Potsdam. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

So etwas wie der Brand der Kirche Notre Dame in Paris wäre auch für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg der Gau. „Unsere Anlagen sind von so einer Katastrophe bislang zum Glück verschont geblieben“, sagt Stiftungssprecher Frank Kallensee. Doch er weiß auch: „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie“.

Gerade deshalb habe der Brandschutz aber bei Baumaßnahmen oberste Priorität. Bei Sanierungsarbeiten, was bei den denkmalgeschützten Gebäuden der Stiftung zum alltäglichen Geschäft gehört, werden die Gebäude in Brandabschnitte unterteilt und von anderen Bereichen abgeschottet, damit im Fall der Fälle ein Feuer nicht auf andere Gebäudeteile übergreifen kann. So werde derzeit auch bei der Sanierung des Schlosstheaters am Neuen Palais in Potsdam gearbeitet.

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Die Schlösserstiftung verwaltet in Berlin und Brandenburg insgesamt 30 Museumsschlösser, darunter das Schloss Sanssouci in Potsdam und Schloss Rheinsberg. Neben zahlreichen Parkanlagen ist die Stiftung für rund 100.000 hochwertige Kunstwerke verantwortlich. Sollte es einmal zu einer Brandkatastrophe wie in Paris kommen, würden nicht ersetzbare Werte zerstört – Kulturgüter, die sich auch nicht versichern lassen.

Für alle Schlösser und Gebäude gebe es deshalb spezielle Brandschutzpläne, sagt Kallensee. Die Feuerwehr kennt sich vor Ort aus und weiß, worauf sie im Brandfall achten muss. In allen Bauwerken würden derzeit die demnächst gesetzlich vorgeschriebenen Brandmelder eingebaut.

Brandwachen sehen nach dem Rechten

Und wo spezielle Brandschutzmaßnahmen wie Stahltüren aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich sind, gebe es spezielle Brandwachen, die nach dem Rechten sehen. Zudem wurde ein großer Teil der Kunstwerke, die lange Zeit im Neuen Palais lagerten, in das neue Depot an der Potsdamer Friedrich-Ebert-Straße verlegt. Dort können sie unter modernsten Bedingungen aufbewahrt werden.

Gebrannt hat es bei der Schlösserstiftung kürzlich trotzdem – aber in einem Neubau. Anfang Februar loderte Flammen in einem Trafohaus des Wissenschafts- und Restaurierungszentrum in der Potsdamer Zimmerstraße. Die Feuerwehr war sofort da. Der Schaden hielt sich mit rund 30.000 Euro in Grenzen.

Denkmalschutz-Nationalkomitee unterstützt Wiederaufbau

Nach dem Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris hat das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) zu Spenden für den Wiederaufbau aufgerufen. „Die Kathedrale Notre Dame ist ein wertvoller und unverzichtbarer Teil des kulturellen Erbes der Menschheit, insofern trifft uns diese schreckliche Katastrophe alle“, sagte die Präsidentin des Nationalkomitees und Brandenburger Kulturministerin, Martina Münch (SPD), am Dienstag. „Unsere große Anteilnahme und unser herzliches Mitgefühl gelten allen Gläubigen der Gemeinde in Paris, allen Bürgerinnen und Bürgern von Paris und allen Französinnen und Franzosen!“

Das Land Brandenburg werde symbolisch einen Eichenstamm aus dem Forst der Stiftung Stift Neuzelle für den Wiederaufbau des Dachstuhls bereitstellen, teilte Münch mit. „Das DNK wird mit seinem umfangreichen Engagement und der Expertise seiner Mitglieder die Begrenzung des Schadens und die Rekonstruktion dieses Schlüsselwerks der Geschichte unterstützen.“

Von Mathias Richter

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