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Kultur Nationalistische Abenteuerspiele
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18:51 21.02.2018
Bedrückende Realität in einem Land der EU: „Až přijde válka | When the War Comes“ von Jan Gebert beschreibt das Treiben einer paramilitärischen Organisation in der Slowakei. Quelle: Stanislav Krupař
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Berlin

Peter Svrcek hat das Kamera-Team ganz nah an sich ran gelassen. Ein Jahr lang durfte der tschechische Regisseur Jan Gebert den Führer der slowakischen paramilitärischen Truppe Slovenski Branci begleiten. Herausgekommen ist ein erschütterndes Porträt, das die Strategie einer rechtspopulistischen Bewegung dokumentiert, die ihren Rassismus offen auslebt und ihre Verachtung für alle, die sich nicht ihren Vorstellungen von einem ordentlichen Staatsbürger fügen. Gebert zeigt Rekruten, die durch den Dreck robben, die sich im Nahkampf üben und wegen schwacher Leistungen zusammengebrüllt werden. Was zeitweise wie das Fitnesstraining abenteuerlustiger Jungs erscheint, formt sich von Minute zu Minute deutlicher zu einem festen nationalistischen Weltbild.

Der Film dokumentiert, wie dieses geschlossene Weltbild in der slowakischen Gesellschaft Fuß fasst. Da wird nicht nur offen gegen Flüchtlinge gepöbelt, die 2016 durch die Slowakei gen Österreich und Deutschland streben. Svrceks Rekruten helfen auch liebevoll bei Dorffesten, wo der Chef dann kämpferische Reden über Zucht und Ordnung hält. Seine Truppenmitglieder tauchen in Schulen auf, um die Jugend auf den rechten Weg zu bringen. Und sie gewinnen an Zustimmung in der Bevölkerung. Mit schlagender Offenheit gesteht Svrcek, dass er schon aus taktischen Gründen die Öffentlichkeit hinters Licht führen muss und dass er deshalb lange verschweigen musste, dass er nicht nur Bürgerwehren ausbilden, sondern eine nationalistische Partei gründen und in die Politik gehen will.

Der Film ist ein Lehrstück darüber, mit welchem Kalkül Populisten agieren. Und es ist ein zweischneidiger Film, denn er zeigt nicht nur wie dieser antiliberale Geist tickt, er kann diesem auch als Bestätigung dienen. Denn, wie der Regisseur auf der Berlinale eingestand, fühlt sich Svreceks Truppe durch diesen Film nicht etwa entlarvt, sondern eher bestätigt. Trotzdem ein sehenwerter Streifen.

Nächste Vorstellung: 23.02., 17.30 Uhr, Cubix 7

Von Mathias Richter

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