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Kultur Neil Young in der Waldbühne: Wie ein Gebet
Nachrichten Kultur Neil Young in der Waldbühne: Wie ein Gebet
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06:45 22.07.2016
Neil Young am Donnerstag in der Waldbühne. Quelle: POP-EYE
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Berlin

Neil Young hat nur die Mundharmonika, er stößt hinein, sie heult, als sei sie die Sirene, die uns zur Umkehr mahnt. Achtet auf die Schöpfung, will uns das sagen. Am Eingang der Berliner Waldbühne bekommt man Zettel, die vom Prozess gegen Monsanto erzählen, das Unternehmen, das die Landwirtschaft mit Gentechnik vermengt. Young verachtet diese Firma. Er stemmt sich gegen allerlei, auch gegen solchen Pfusch wie MP3, das Downloadformat, mit dem man Lieder schändet, weil man ihnen klanglich nur die Oberfläche lässt.

Wie ein erschöpfter Wanderprediger

Auch am Donnerstag in Berlin klingt Young, der Kanadier, der seit Jahrzehnten in Kalifornien lebt, wie ein erschöpfter Wanderprediger. Stimmlich fehlt im Autorität und Tiefe, das macht er wett durch Poesie und Eigensinn. Gleich als zweiten Song „Heart Of Gold“! Nur er, die Mundharmonika und seine Gitarre. Wieder fliegt die Mundharmonika wie ein Vogel voll böser Ahnung durch sein Lied. 18.000 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Waldbühne sind ergriffen.

Er singt von „Mother Earth“, sein Keyboard klingt wie eine Kirchenorgel. Das Publikum holt Bier und noch mal Bier, denn es ist heiß. Der eine Nachbar dreht sich eine Tüte Gras, der andere lutscht am Cornetto. Neil Young hat immer alle unter einen Hut gebracht, die Kiffer und die Träumer von der süßen Welt. Und dieser Hut ist wieder schwarz. Auch sein Hemd ist schwarz. Und die Hose.

„Deutschland ist so aufgeräumt und sauber“

Er sagt nicht viel zum Publikum. Im Grunde sagt er nichts. „Thanks for being here“, danke, dass ihr hier seid. Und er ruft, da läuft das Konzert schon seit zwei Stunden: „Deutschland ist so aufgeräumt und sauber. Glückwunsch!“

Promise Of The Real als Begleitband

Der Auftritt ist erst eine Viertelstunde alt, da tänzeln schon die ersten Zuschauer die Treppen hoch. Neil Young hat immer gesagt, dass seine Lieder unter Drogen besser klingen als ohne. Manche nehmen das sehr ernst. Doch auch da vorne auf der Bühne zelebrieren sie eine Form der Bewusstseinserweiterung. Young kommt nicht mit Crazy Horse, der Ur-Band seiner Solokarriere, sondern mit Promise Of The Real, in der zwei Söhne von Willie Nelson mitspielen.

Spiel in eine Parallelwelt

Erst glaubt man, die Band habe Beißhemmungen. Die Soli sind zu brav. Doch das täuscht. Als die Nacht dunkler wird und die Stücke länger, gruppiert um „Powderfinger“ und „Country Home“, spielt sich die Truppe in eine Parallelwelt, lauscht jedem Feedback nach, als sei es ein Gebet. Große Kunst, großer Krach!

Melancholie und Weltschmerz

Der Sound ist mittelmäßig, man muss bei Open-Airs mit sowas leben. Der Bass scheppert, doch das lässt sich mit Bier bekämpfen. Young spielt an die drei Stunden. Immer suchen sich die Lieder eine Wendung zum Moll und zur Melancholie, in ihrem Weltschmerz haben sie etwas Berechenbares. Doch Neil Young kann dieses Gefühl der Aussätzigen derart findig variieren, dass man ihm bei jedem dieser Tricks gebannt zuhört.

Reizwörter wie „Harley Davidson“ und „Desert Highway“ durchziehen die Nacht, zu finden im Song „Unknown Legend“. Es ist präzise das Gefühl, das die Leute in der Waldbühne suchen. Zum Schluss ein Heulen. War das die Mundharmonika? Oder doch der wilde Vogel, der uns in die Wüste holt?

Von Lars Grote

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