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Kultur Premiere in der Uckermark: Das Quillo-Festival
Nachrichten Kultur Premiere in der Uckermark: Das Quillo-Festival
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00:35 19.10.2015
Festival-Chefin und Musikerin Ursula Weiler. Quelle: Birgit Bruck
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Falkenhagen

Kurz vorm ersten Quillo-Festival müssen in dem Vierseithof im uckermärkischen Falkenhagen nicht nur Musiker ihre Instrumente stimmen, Partituren geprobt und Bänke zurechtgerückt werden. Im zum Kino umgebauten Stall ist es noch zu kalt zum Sitzen. Gerade sei der Kaminofen eingebaut worden, sagt Ursula Weiler, die das Ensemble Quillo leitet und somit auch den Veranstaltungsort, der als letztes Haus vorm Friedhof am Rande des entlegenen Dorfes steht. „Wir sind Herumprobierer und immer am werkeln“, sagt sie.

Die Experimentierfreude geht über bauliche Improvisationen hinaus. Das Haus Quillo widmet sich der Neuen Musik. Gefördert vom Land Brandenburg interpretieren die erfahrene Orchester-Flötistin, ihr Ensemble und Musiker aus aller Welt komplexe Werke einflussreicher Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Hans Werner Henze und John Cage. Nicht gerade was zum fröhlichen vor-sich-hinpfeifen à la „Zauberflöte“.

Trotzdem will das Haus Quillo keine Enklave studierter Instrumentalisten sein, es wendet sich zum Beispiel auch an Kinder und Jugendliche aus der Gegend. Das Haus Quillo soll sich als kultureller Knotenpunkt etablieren. Ein Ort, an dem Bewohner der Region und Gäste von überall her ihre Hirne über die komplexen Strukturen Neuer Musik zermartern – und sich beim Bierchen danach ohne Etikette und Berührungsangst begegnen. „Wir haben einen Pionier- und Forscher-Charakter, das heißt aber nicht, dass wir nicht auch die Spiele der Fußball-WM oder den ‚Tatort‘ zeigen“, sagt Weiler.

Das Quillo-Festival

Das Quillo-Festival findet am Samstag und Sonntag in der Quillowstr. 47 in der Gemeinde Nordwestuckermark im Ortsteil Falkenhagen statt. Tagestickets: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Festivaltickets: 18 Euro, ermäßigt 12 Euro.

Samstag, ab 18 Uhr: „Anna“ , ein von Peter Grundmann in der Region gedrehter Film, begleitet von Livemusik. Anschließend Uraufführung der Kammeroper „Alles über Sally“ .

Sonntag, ab 11 Uhr für Kinder: „Die Sterntaler“ und das „Landmusik“-Projekt von Lutz Jonas. Abends ab 18 Uhr: Premiere des Films „Sie hätten gekonnt“ von Peter Grundmann.

Das Festival, das an diesem Wochenende erstmals stattfindet, bietet so etwas wie die Quillo-Quintessenz. Ein Märchen mit Schülern aus Prenzlau, die Premiere eines Filmessays über Erfolg und die Uraufführung von „Alles über Sally“. Die Kammeroper basiert auf einem Roman von Arno Geiger, in dem es um eine Beziehung von zwei Menschen geht, deren Ängste, Qualen und Glücksgefühle die usbekische Komponistin Aziza Sadikova in einer Auftragskomposition in Musik übersetzt hat. Neben klassischen Instrumenten erklingen Uhren, Radios, Kinderspielzeug und komplettieren die musikalische Achterbahnfahrt. Nach der Uraufführung wird sich zeigen, was das Ensemble Quillo mit dem Stück anstellen wird. Weiterentwickeln? Auf Tour gehen? Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Quillo-Produktion die Grenzen der Uckermark verlassen würde, mehrmals schon hat die Berliner Staatsoper mit den Falkenhagenern kooperiert.

Bekannt ist das Haus Quillo vor allem dafür, Musik den Jüngsten zu vermitteln, sowohl in einer Opernwerkstatt als auch in ein- oder mehrtägigen Musikprojekten. Niemals reduziert sich das Erlernen von Stücken auf ein paar Stunden Frontalunterricht. Es gehe darum, miteinander zu leben – wenn es auch nur für einen Tag ist, sagt Ursula Weiler. Die jungen Laien und die älteren Profis werden von Anfang an gemischt. „Wir gehen nicht irgendwo hin, bringen etwas bei und fahren wieder weg. Ich koche etwas und wir verbringen den Tag zusammen“. Musik machen wird dann so selbstverständlich wie Kakaotrinken und Herumtoben. Und genau so schön.

Von Maurice Wojach

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