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21:59 31.01.2018
Ian Paice trommelte bislang auf beiden Platten für Purpendicular. Quelle: Agentur
Neuruppin

Es ist wie ein Orden: Purpendicular veranstalten die meistgebuchte Deep-Purple-Show. Glaubt man gern. Der Hardrock-Legende ist die Band extrem dicht auf den Fersen. Deren Schlagzeuger Ian Paice haut für Purpendicular sogar auf die Pauke. Am Freitagabend im Kulturhaus in Neuruppin.

Stimmband-Akrobat: der Sänger Robby Thomas Walsh. Quelle: Regine Buddeke

Von entfernter Ähnlichkeit kann mal überhaupt nicht die Rede sein. Schon der Bandname ist hier Programm: Purpendicular. So hieß – vor immerhin 22 Jahren – ein Album einer der maßgeblichen Hard Rock-Kapellen überhaupt: Deep Purple. Und eben diesen Heroen fühlen sich in höchstem Maße verpflichtet. Das ist ihrer jüngsten Platte absichtsvoll, aber nicht bis in den letzten Ton anzuhören. Ja, es stimmt, es geht um absolute Nähe zu jenen Vorreitern einer Bewegung, die sich vor mehr oder weniger als einem halben Jahrhundert in der Popmusik festsetzte. Mit Riffs und Raffinesse.

„Venus To Volcanus“ heißt das neue Werk. Und bewegt sich klanglich vieles – anders soll es gewiss nicht sein – gewohnt dicht an den Vorbildern. Zum Beispiel, wenn der irisch-stämmige Frontmann Robby Thomas Walsh seine Stimmbänder strapaziert. Intonation und Phrasierung ähneln der von Ian Gillan. Wer im Konzert mal kurz die Augen schließt...

Augen zu und – Zeitreise

Tastenmann Oliver Klammt lässt die Hammond-Orgel volltönend schwellen und jaulen. Zwar nicht wie Legende Jon Lord, die mit Strukturen der Klassik arbeitete, aber mindestens so gewissenhaft und selbstbewusst wie Don Airey. Die Gitarrenarbeit fördert die verschiedenen Schaffensphasen von Deep Purple zu Tage.

50 Jahre und kein bisschen leiser

Die Band um Sänger Robby Thomas Walsh benannte sich nach dem 15. Studio-Album, das Deep Purple 1996 veröffentlichten.

Erstmals war Steve Morse auf dieser Veröffentlichung zu hören. Seitdem fungiert der stilistisch sehr variable agierende US-Amerikaner als Stammgitarrist der Gruppe. Der 63-Jährige gründete einst die Fusion-Band Dixie Dregs, spielte bei Kansas und unterhält außerdem die Steve Morse Band.

Deep Purple sind längst eine lebende Legende. 1968 gegründet, sind die Hardrocker längst nicht mit ihrem Latein am Ende. Was sie auf ihrem letzten Album „Infinite“ höchst eindrucksvoll unter Beweis stellten – und auch auf ihrer Welttournee, die im Jubiläumsjahr noch voll im Gange ist.

Mit Deep Purple ist die Truppe ohnehin personell verbandelt. Auf dem Debütalbum saß Ian Paice hinter der Schießbude. Das legendäre und einzige Gründungsmitglied ging überdies mit auf Tour. Für Aufnahmen im Studio und das berühmte Tüpfelchen auf dem i waren sich selbst Kollegen wie Steve Morse, Don Airey, Roger Glover (alle aktuell oder halt früher bei Deep Purple) oder Neil Murray weiland bei Whitesnake nicht zu schade. Allerhöchste Weihen also aus der Musikanten-Zunft.

Trommelwahnsinn

Wie gut Herr Paice, der im Sommer 70 wird, trommelt, konnten die knallharten Anhänger übrigens vor zwei Jahren begutachten. Am Freitagabend ist er wieder mit von der Partie. Mit dieser Institution der Hard Rock wird es die Originale geben und – sagen wir – hoch qualifizierte, punktgenaue, weil formvollendete Nachschöpfungen. Ein Tribut, wie es keinen besseren gibt. Bitte die Haare lang und offen tragen!

Das Konzert: Purpendicular geben ihr Clubkonzert am Freitag, dem 2. Februar, um 20 Uhr im Kulturhaus Neuruppin.

Von Ralf Thürsam

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