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Kultur Niederländische Autoren lesen in Brandenburg
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15:32 12.10.2016
Yves Petry Quelle: julian Stähle
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Potsdam

Eine Lesereihe des Brandenburgischen Literaturbüros stellt in diesem Herbst an acht Orten sieben Autoren der Niederlande und Flanderns vor, die hierzulande erst noch entdeckt werden müssen. Dabei geht es um schwergewichtige Themen, wie die Kuratorin Katarzyna Zorn berichtet: Liebe und Tod, Generationskonflikte und Familiengeschichten, historische Ereignisse und Kriegserfahrungen, die bis heute wirken. Das Besondere der niederländischen Literatur sei die „unverkrampfte, direkte Art zu erzählen“, meint sie.

Unverkrampft und direkt begegnen sich am Dienstagabend in der Potsdamer Villa Quandt auch der Autor Yves Petry und das Publikum aus Potsdam und Berlin. Und dies, obwohl der Roman „In Paradisum“ alles andere als leichte Lektüre ist, ja an die Schmerzgrenze des Erträglichen führt: einem realen Fall von Kannibalismus wird mit einer fiktiven Geschichte nachgespürt.

Alle Lesungen

Ariëlla Kornmehl liest aus „Alles, was wir wissen konnten“ 18. Oktober, 19.30 Uhr. Stadtbibliothek Zossen. Und am 19. Oktober, 19 Uhr, mit dem Moderator Knut Elstermann in der Stadtbibliothek Rathenow. Sie literarisiert die Geschichte ihrer jüdischen Großmutter.

Gerbrand Bakker liest aus „Jasper und sein Knecht“. 24. Oktober, 19 Uhr. Villa am See, in Premnitz. Mozartstraße 1. Autobiografische, warmherzige, humorvolle Storys mit Hund.

Adriaan van Dis liest aus „Das verborgene Leben meiner Mutter“. 2. November, 19.30 Uhr. Stadtbibliothek Oranienburg. Schlossplatz 2. Die deutsche Buchpremiere eines Bestellerautors.

Stefan Hertmans liest aus „Der Himmel meines Großvaters“. 9. November, 20 Uhr. Peter-Huchel-Haus, Wilhelmshorst, Hubertusweg 41. Die eindrückliche Lebensgeschichte über eine Kindheit in Belgien moderiert Sigrid Löffler.

Saskia de Coster liest aus „Wir und Ich“. 14. November, 19 Uhr, Literaturladen Wist Potsdam, Dortustraße 17. Herrlich ironischer Gesellschaftsroman über eine verkorkste Familie.

Karten unter Tel.  0331/2804103 oder blb@literaturlandschaft.de

Der Veranstaltungssaal scheint heller als sonst, so als müsste mehr Licht in das düstere Dunkel des Geschehens. Der Autor wirkt sympathisch, ernst, fast schüchtern. Doch der Blick in den Abgrund des menschlichen Daseins, den er seinen Zuhörern und Lesern eröffnet, ist genau und präzise, seziermesserscharf – und keineswegs schüchtern.

Gleich in der ersten Szene, die Schauspieler Hans-Jochen Röhrig dem Publikum in hörbuchreifem Ton vorliest, wird entmannt und getötet – im gegenseitigen Einverständnis – und später auch verspeist. Der Fall des „Kannibalen von Rothenburg“ ist Auslöser für die Geschichte des Flamen. Die Reihe „Niederländische & Flämische Autoren im Land Brandenburg“ bezieht sich auf den Schwerpunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, die nächsten Dienstag eröffnet wird.

Wer eine gruselige Story erwartet, wird womöglich enttäuscht. Der Ton ist eher sachlich – so als wäre das Schlachten eines Menschen, also das absolut Undenkbare, nichts Besonderes. Wie es zu der grausigen Tat kommen konnte, erzählt Yves Petry in seinem preisgekrönten Roman einerseits gnadenlos, andererseits in einer Prosa, die von einer begeisterten Zuhörerin als „aufwühlend“ und „elegant“ zugleich beschrieben wird.

„Es war sehr angenehm so ein Buch zu schreiben“, erzählt der Autor den verblüfften Besuchern der Veranstaltung freundlich. „Ohne den realen Fall hätte es den Roman nicht gegeben. So etwas kann man sich nicht ausdenken.“ Erklärungen für die mörderischen Handlungen seiner Figuren liefert er nicht.

Für den flämischen Schriftsteller, der Mathematik und Philosophie studierte, ist nicht der spektakuläre Fall das Entscheidende, sondern die Suche seiner sprach- und heimatlosen Protagonisten nach Sinn und der Hoffnung auf Erlösung. Die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwimmen, wenn das Opfer den Täter zum Mord einlädt. Folgerichtig überlebt das verspeiste Opfer in seinem Täter und diktiert die Geschichte.

Das Publikum, das sich an diesem kalten Herbsttag eingefunden hat, zeigt sich beeindruckt von der klaren Sprache, neugierig und gesprächsbereit. Auch während der Diskussion steht die Schreckenstat eher im Hintergrund. Vielmehr geht es um die Literatur: Welche Rolle spielt sie heute? Was vermag sie? Kann man aus ihr noch Mut schöpfen?

An diesem Abend ermöglicht sie auf hohem Niveau Einblicke in eine Überlebensgeschichte der besonderen Art. Und eines durfte klar geworden sein: der Blick über den Tellerrand lohnt sich. Und eine Anfangsfrage nach dem „Sättigungsgrad“ kann nur mit Nein beantwortet werden. Gute Literatur macht nämlich vor allem auf eines Appetit: auf noch mehr gute Literatur.

Von Grit Poppe

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