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Nikolaisaal startet mit Mendelssohn und Straßenfest

Potsdam Nikolaisaal startet mit Mendelssohn und Straßenfest

Die Saison im Nikolaisaal Potsdam ist eröffnet. Am Freitag gab es Felix Mendelssohn zu hören, der mit Potsdam eng verbunden war. Samstag begeisterte das Filmorchester Babelsberg mit Songs aus Filmklassikern. Draußen wurde mit einem Straßenfest gefeiert. Noch im September bietet der Nikolaisaal spannende Veranstaltungen.

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Das Filmorchester Babelsberg, geleitet von Scott Lawton, spielte Klassiker italienischer Filmkomponisten.

Quelle: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Die Sommerpause fiel im Nikolaisaal dieses Jahr aus; im Gebäude wurde hart gearbeitet. 15 Jahre nach Eröffnung war eine Erneuerung der Brandschutzanlagen fällig. Der Saal bekam einen Innenanstrich; und auch die markanten eiförmigen Lichtkringel strahlen in neuer Frische. Aus Anlass der Saisoneröffnung hängen nun bunte Lichterketten quer über der Straße. Neben Buden und Biergartenbänken steht ein Ü-Wagen, der das Konzert aufzeichnet.

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Potsdam, 1. und 2. September 2017 – Mit Konzerten am Freitag und Sonnabend hat der Nikolaisaal Potsdam seine neue Saison eröffnet. Freitag spielte die Kammerakademie Potsdam, am Samstag das Filmorchester Babelsberg. Beim kleinen, aber feinen Straßenfest durfte dann das Tanzbein geschwungen werden.

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Mendelssohn und wieder Mendelssohn

Am Freitag spielte das Hausensemble, die Kammerakademie Potsdam (KAP), die sich in den nächsten Monaten vor allem Felix Mendelssohn widmet. „Mendelssohn ist nicht nur mit Potsdam eng verbunden“, sagt der KAP-Geschäftsführer Alexander Hollensteiner. „Er passt auch ideal zum Repertoire und zur Klangästhetik der Kammerakademie.“

Artist in Residence stellt sich vor

Mit zwei kurzen, aber ungeheuer virtuosen Mendelssohn-Konzertstücken präsentierte sich der neue Artist in Residence, der Klarinettist Andreas Ottensamer. Der 29-Jährige, der bei den Berliner Philharmonikern engagiert ist, spielte beseelt, musikantisch und mit intensivem Körpereinsatz – nicht nur Klarinette, sondern auch deren altertümlichen Vorläufer, das Bassetthorn. Nach dem Konzert servierte der leutselige Wiener im Foyer Quarkstrudel, die Mendelssohn laut Anekdote sehr gern verzehrt haben soll.

Als Sparring-Partner fürs Duospiel hatte Ottensamer seinen Bruder Daniel mitgebracht. Die beiden dunkelhaarigen, durchtrainierten Klarinettisten sehen sich sehr ähnlich. Nur ist Daniel, der bei den Wiener Philharmonikern spielt, ein paar Zentimeter größer.

Im Zentrum des Abends stand Mendelssohns einstündige Sinfoniekantate „Lobgesang“, deren Live-Aufnahme zugleich die KAP-Gesamteinspielung der Mendelssohn-Sinfonien abschließt.

Kammerakademie Potsdam Felix Mendelssohn Bartholdy: Ouvertüre aus dem Oratorium „Paulus“ op. 36, Sinfonie Nr. 5 D-Dur op. 107 „Reformation“ sowie Pēteris Vasks: „Musica appassionata“ für Streichorchester.

Katja Riemann liest Briefe von Felix Mendelssohn Bartholdy und Texte zur Reformation

Samstag, 16. September, 19.30 Uhr, Nikolaisaal

Seeed-Frontmann Frank Dellé & Filmorchester Babelsberg

Crossover Konzert

Fr. 22. September, 20.00 Uhr,
Nikolaisaal

Helmut Oehring:
FinsterHERZ oder Orfeo17 (Premiere)

Szenisches Konzert auf Claudio Monteverdis „Orfeo“ und Joseph Conrads „Heart of Darkness“ in künstlerischer Begegnung mit gehörlosen Geflüchteten in Potsdam. Auftragswerk der Kammerakademie Potsdam

Samstag, 30. September, 20.00 Uhr

Potsdam, Waschhaus-Arena. Weitere Termine: 1. Oktober, 11 Uhr, 3. Oktober, 18 Uhr

Inspiriert von Beethovens Neunter, bezog der Komponist auch einen Chor und drei Gesangssolisten ein. Eindruck hinterließ vor allem Maria Bengtsson mit ihrem intensiv leuchtenden Sopran. Sie hat die Partie bereits zur Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie gesungen; zusammen mit dem NDR-Chor, dessen 40-stimmige Klangkraft jedoch die Dimensionen des Nikolaisaals sprengt.

Zuweilen kippeln die Einsätze der Blechbläser. So wird ausgerechnet das anfängliche Posaunenmotto angekratzt, das den roten Faden des Stücks bildet. KAP-Chefdirigent Antonello Manacorda führt die große Besetzung straff und energisch; er sorgt für Schwung und beseelte Melodien und zwingt das ausufernde Werk in einen Spannungsbogen – bis hin zur gewaltigen Schlussfuge, die sich wie ein Hochgebirge auftürmt. Durchhänger ist jedoch der a-cappella-Choral „Nun danket alle Gott“, den Manacorda so langsam angeht, dass die Spannung wie aus einem Luftballon entweicht.

Filmorchester Babelsberg begeistert mit Filmmusik

Am Samstag spielte das Filmorchester Babelsberg, das ebenfalls regelmäßig im Nikolaisaal gastiert. Scott Lawton leitete eine Gala mit Klassikern italienischer Filmkomponisten: von Ennio Morricones schwermütiger Ballade aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ bis zu Nino Rotas beschwingt jazzigen Klängen aus Fellinis „La dolce vita“. Dass auch Filmausschnitte gezeigt wurden, machte Lust auf ausgedehnte Kinobesuche.

Kleines feines Straßenfest

Draußen wurden die barocken Fassaden der Staab-Straße derweil zur Kulisse für ein kleines, feines Straßenfest. Möglichkeiten zum Warmtanzen boten erst die acht Potsdamer Schüler und Studenten von „Footprint Project“ mit ihrer vergnügten Party-Mischung aus Soul, Funk und Latin. Später trat die Band dunkelbunt auf, die Balkan-Folklore mit elektronischen Beats furios verzwirbelte.

Von Antje Rößler

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