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Nina Hagen kommt nach Potsdam

Nikolaisaal Nina Hagen kommt nach Potsdam

Eine gute Mischung spielt im Potsdamer Nikolaisaal in der kommenden Konzertsaison auf. Die Veranstalter wechseln nicht nur in der Programmauswahl zwischen Klassik und Pop, auch bei einzelnen Veranstaltungen werden die Genres zum Teil wild durcheinandergewirbelt.

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Nina Hagen bereichert Potsdam.

Quelle: dpa

Potsdam. Mit dem Baby entspannt ins Konzert? Der Potsdamer Nikolaisaal macht´s möglich. Im benachbarten Café Ricciotti werden die Kleinsten künftig nach höchsten pädagogischen Maßstäben beschallt. Da darf gekrabbelt und nach Herzenslust mitgesungen werden. Der Nikolaisaal hat sich dem barrierefreien Hören für alle verschrieben. Kinderwagen- und Rollstuhltauglich ist das Haus ohnehin; einige Konzerte werden durch Gebärdensprache erweitert. Fortan dürfen sich auch die Träger von Hörgeräten entspannen: Es werden Induktionsschleifen für die Musikübertragung eingeführt.

Das ist eine der Neuerungen, die der Nikolaisaal und die Kammerakademie Potsdam gestern auf ihrer gemeinsamen Jahrespressekonferenz verkündeten. Im Mittelpunkt stand dort das außerordentlich vielseitige Programm der Saison 2016/17.

Love, Peace und Nina Hagen

Gleich die Saisoneröffnung am ersten September-Wochenende bietet heftige Kontraste: Ein Sinfoniekonzert wird kombiniert mit dem Auftritt von Nina Hagen, die zusammen mit ihrem Akustik-Quartett „Lieder zur Klampfe“ singen wird; von Bert Brecht bis zu Zarah Leander.

Ganz im Sinne Nina Hagens lautet das Motto des anschließenden Straßenfests „Peace, Love und Rock n Roll“. Nikolaisaal-Chefin Andrea Palent freut sich auf ausgelassenes Tanzen auf der Staab-Straße.

Eine gänzlich andere Frauenrolle als Nina Hagen verkörpert Ute Lemper, die im Februar ein polyglottes Programm mit Berliner Schnauze, französischen Chansons und Broadway-Hits präsentiert.

Ute Lemper wird am 19

Ute Lemper wird am 19. September im Potsdamer Nikolaisaal erwartet.

Quelle: dpa

Das Star-Aufgebot der neuen Saison kann sich jedenfalls sehen lassen. Das betrifft alle Genres, wobei die Grenzen dazwischen fließend sind und man sich im Nikolaisaal ohnehin nicht um die Schubladen von E und U schert. So reisen die Schwestern Katia und Marielle Labèque an, die als weltberühmtes Klavierduo viel rumkommen. Aber nicht alle Tage geschieht es, dass sie zusammen mit Rockmusikern und Breakdancern auftreten.

Hochwertige Klassik: Kremer, Gabetta und Prohoska

Auch im Bereich der Klassik werden großartige Musiker erwartet: von den Streichern Gidon Kremer und Sol Gabetta bis zur Sopranistin Anna Prohaska, dem Publikumsliebling im Ensemble der Berliner Staatsoper.

Zum Mekka der Alten Musik wird der Nikolaisaal im Januar aus Anlass des 450. Geburtstags von Claudio Monteverdi. Dann erklingt dessen „Orpheus“, die erste Oper der Musikgeschichte; aufgeführt vom dem Ensemble L’Arpeggiata, das für seine Monteverdi-Einspielungen mehrere Echo-Preise bekommen hat.

Ihrer Liebe für ungewöhnliche Kombinationen haben die Veranstalter freien Lauf gelassen. Den Besucher erwartet etwa ein Duo von Bassklarinette und Hang, einem in der Schweiz erfundenem Perkussionsinstrument, das einem eingedellten Kochtopf ähnelt. Weiterhin kann man sich vietnamesische Volkslieder mit Gitarrenbegleitung oder ein Stück für hundert Metronome anhören. Den Pokal fürs grenzüberschreitendste Format würde jedoch die Live-Stummfilmklavier-Improviation zum DFB-Finale im Mai 2017 gewinnen.

Kammerakademie feiert in 15-jähriges Bestehen

Seriöser feiert die Kammerakademie Potsdam (KAP), das Hausorchester des Nikolaisaals, ihr 15-jähriges Bestehen. Zum Geburtstagskonzert am 2. September kommen befreundete Musiker als Solisten. Unter anderem die Geigerin Antje Weithaas, die in Potsdam wohnt. Die Jubiläumssaison steht unter dem Motto „KAPstadt“. Es geht allerdings nicht um Südafrika; vielmehr begibt sich das Ensemble ins städtische Leben. Musiziert wird in der Stadtbibliothek oder im Waschhaus. Auf musikalischen Spaziergängen zeigen einzelne Orchestermitglieder ihre Potsdamer Lieblingsorte. Noch näher kann man den Musikern bei der „Klassik zum Frühstück“ kommen. Bei gemeinsamem Croissant-Gekrümel verwandeln sich auch anonyme Wesen im Frack zu echten Menschen. Ansonsten widmet sich die Kammerakademie intensiv der Musik von Mendelssohn, da eine Aufnahme des Sinfonien-Zyklus für Sony ansteht. Mendelssohns beliebtes Violinkonzert wird mit der 27-Jährigen Geigerin Veronika Eberle aufgeführt, der diesjährigen Artist in Residence der Kammerakademie.

Ihr pädagogisches Programm haben sowohl der Nikolaisaal als auch die Kammerakademie in den vergangenen Jahren erweitert. Nun werden die Zusammenarbeit mit der Stadtteilschule Potsdam-Drewitz ausgebaut und drei Patenklassen eingeführt. Die Babys, die nun die Kleinkindkonzerte erleben, bleiben dem Nikolaisaal also auch künftig als Publikum erhalten.

Kartenvorverkauf beginnt heute

Für die Saison 2016/17 beginnt der Kartenvorverkauf heute. Programmbroschüren und Tickets gibt es in gängigen Vorverkaufsstellen, an der Kasse des Nikolaisaals, telefonisch unter 0331/2840 284 sowie im Internet unter www.ticketeria.de

Die Karten im Großen Saal kosten 10 bis 40 Euro. Es sind diverse Ermäßigungen erhältlich, vom Frühbucherrabatt bis zum Familienticket. Im Abonnement reduzieren sich die Ticketpreise um mindestens 20 Prozent.

Die beliebten 10-Euro-Tickets für Unter-30-Jährige sind ab Saisonbeginn nicht nur an der Abendkasse, sondern auch im Vorverkauf erhältlich.

 

Zu den Konzerten der Kammerakademie gibt es detaillierte Informationen auf deren Homepage:

www.kammerakademie-potsdam.de

Von Antje Rößler

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