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"NordArt" zeigt 250 Künstler aus 50 Ländern

Kunst "NordArt" zeigt 250 Künstler aus 50 Ländern

Israels facettenreiche Kunstszene ist der Schwerpunkt der "NordArt" mit Künstlern aus 50 Ländern im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf. Gigantischer Blickfang sind aber riesige Affenmenschen-Skulpturen des Chinesen Liu Ruowang.

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Gefährlich: Eine Installation des chinesischen Künstlers Liu Ruowang.

Quelle: Carsten Rehder

Büdelsdorf. In überbreiten und nach oben offenen Spezialcontainern kamen die 36 riesigen Affenmenschen aus China per Schiff nach Hamburg. Doch dann wurde es schwierig.

Die etwa 3,60 Meter hohen Stahlskulpturen des chinesischen Künstlers Liu Ruowang waren zu hoch für den Weitertransport per Lastwagen durch den Hamburger Elbtunnel. Sie mussten über andere Strecken zur internationalen Kunstschau "NordArt" ins schleswig-holsteinische Büdelsdorf gebracht werden. Hier im 80 000 Quadratmeter großen Skulpturenpark wirken die Figuren mit ihrem traurig-verzweifelten Blick trotz ihrer körperlichen Wucht extrem verletzlich - Zivilisations- und Umweltkritik auf Chinesisch.

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Rund 250 Künstler aus 50 Ländern zeigen auf der 18. "NordArt", eine der größten Schauen für Gegenwartskunst, von diesem Samstag bis 9. Oktober rund 1000 Kunstwerke. Schauplatz ist die Carlshütte, eine ehemalige Eisengießerei, deren Hallen als Kulturdenkmal einen ganz besonderen Raum für Kunstpräsentationen auf 22 000 Quadratmetern bieten. "Beworben hatten sich diesmal 4500 Künstler aus 109 Ländern", sagt Kokuratorin Inga Aru. "Wir rechnen erneut mit mehr Besuchern." 2015 kamen 70 000 Kunstfreunde.

Beim Pre-Opening am Freitag werden Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sprechen. Israel ist diesmal der Länderschwerpunkt. Unter dem Motto "The Circle of Life" zeigen 28 Künstlerinnen und Künstler aus Israel einen Querschnitt der aktuellen Szene. Die Werke offenbarten "eine charakteristische Suche nach Identität, die sich entlang der Achse von Zugehörigkeit und Entfremdung bewegt", betont Carmit Blumensohn, in Tel Aviv lebende Kuratorin des israelischen Pavillons, im Katalog.

Politische Statements sind in den Kunstwerken selten, die Vielfalt an Kunststilen und Techniken spiegeln den Facettenreichtum einer Kunstszene wider, die sich nicht auf einen Nenner bringen lässt. Oren Fischers Skulpturen aus Holz etwa erinnern an Alberto Giacomettis berühmte dünne langgezogene Figuren. Matan Ben Tolila malt kraftvoll farbig im expressionistischen Stil ein Holzpferd auf der Flucht. Die Diskrepanz zwischen Katholiken und Juden dokumentiert Yaron Attar in einem Video mit versteckter Kamera: Vergeblich versuchte er als Jude im Beichtstuhl einer Kirche in Polen seine Sünden zu bekennen. Viele Gegenstände zieren der Davidstern oder auch Schädel - Assoziationen an den Tod, an nachgebliebene Gegenstände von KZ-Opfern drängen sich auf.

Als Allegorie auf die Situation in Israel kann das Titelplakat der Schau dienen: "Trampolin", eine surreale Fotografie von Meirav Heiman, zeigt eine Familie, die mit ihrem Esstisch in die Luft zu hüpfen scheint und dabei die Kontrolle über sich und die Situation verliert, im Hintergrund ist Jerusalem zu sehen.

Zum Auftakt der "NordArt" dominiert in Halle 1 ein Rudel Wölfe die Szenerie. Auch dieses imposante Skulpturen-Ensemble hat Liu Ruowang geschaffen, der als erster Fokus-Künstler der "NordArt" seine Werke zeigen darf. Mit seinen Affenmenschen wolle der Chinese auf Welttournee gehen, die "NordArt" sei die erste Station, sagt Aru.

Mit ihren völlig unterschiedlichen Formen, Stilen, Materialien und Ansprüchen erweist sich die "NordArt" als ein Kaleidoskop der zeitgenössischen Kunst - mit Schwerpunkten auf chinesischen, koreanischen und mongolischen Objekten.

"Es ist eine Schau von Künstlern für Künstler", beschreibt der langjährige Mäzen und Unternehmer Hans-Julius Ahlmann den besonderen Spirit der "NordArt". Denn Chefkurator Wolfgang Gramm und seine Partnerin Aru sind selber Künstler. Zum Werkstattcharakter gehört, dass manche Künstler wochenlang auf dem Gelände leben und ihre Werke aufbauen oder sogar selber dort neue Arbeiten schaffen.

dpa

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