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Nur Dunkelheit bleibt

MAZ-Konzerttipp Nur Dunkelheit bleibt

Kopfüber in die Nacht stürzen sich Night Demon aus dem kalifornischen Ventura. Ein Trio, das sich auf die Qualität einheimischer Bands in den achtziger Jahren ebenso beruft wie auf die Glanzzeiten des New Wave of British Heavy Metal. Zwar geradlinig in der Tradition, doch punktgenau, passioniert und mit viel Sinn für Details der guten alten Zeit.

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Treu bis die Dämonen kommen: Dieses Trio steht für Heavy Metal in Glanzform.

Quelle: Promo

Potsdam. Dreh dich nicht um, der Night Demon geht wieder um! Er ist ein überaus gefährlicher Geselle, giert immer nur danach, anderen großes Ungemach zu bereiten. Und das bereits seit mittlerweile sechs Jahren. Das treue Trio, bestehend aus Jarvis Leatherby, Armand John Anthony und Dusty Squires. hatte zunächst Kalifornien unsicher gemacht und bald mit seinem traditionellen Metal erobert. Nun wollen die drei – der Vokalist mit dem Donnerdaumen am Bass, der Hexer auf den sechs Saiten und Oberbolzer am Schlagwerk – ihren deutschen Anhängern die lange erwartete Aufwartung machen. Sie sind auf einer Mission, das Beste des us-amerikanischen Metal der Achtziger in die Gegenwart hinüberzuretten. Was ihnen, auch auf dem Cover des jüngsten Albums „Darkness Remains“ auf kompromisslose Weise gelingt.

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Es ist nicht nur das finstere , doch nie stumpfe Geballere, das an den neuen Stücken der Band gefällt. The Tidal Sleep halten das Energielevel hoch. Sie ankern zwar in gewohnten Fischgründen des Posthardcore, aber der Fünfer aus Mannheim, Karlsruhe, München, Berlin und Leipzig fischt so gar nicht Trüben. Stattdessen scheut er weder Flut und Brecher noch neue Gefilde. Mutig setzt er die Segel und auf geht’s: Das dürfen Frauenstimmen sein, Akkordeon oder akustische Gitarrenseufzer. Die Entdeckerfreude liegt im Spielerischen und im Detail. Nach Posthardcore kommt noch was. Härte und Veränderung. Live am 5. Juni um 20.30 Uhr im Tiefgrund in Berlin-Friedrichshain.

The Tidal Sleep: Be Water. This Charming Man Records/Cargo.

Die wissen, woher der Wind weht: LeVent – ein Trio, deren Mitglieder teils schon zehn Jahre in Berlin beheimatet sind. Das nach Stationen wie Jawbones, Wuhling, 18th Dye und sogar dem Caspar Brötzmann Massaker aus einem Fundus an Erfahrungen schöpfen kann, vorwiegend auf eine stilistisch sehr unabhängige Tonerzeugung ausgerichtet. Mit Stücken, zwischen ein und fünf Minuten angenehm kurzweilig brummelnd. Weil Frau, Frau, Mann einen Sound kreieren, der nach Mut, Eigensinn, Garage, Radau, Schräglage und singenden Bässen duftet. Am besten testen: LeVent spielen am 1. Juni, um 21 Uhr in der Kantine am Berghain in Berlin-Friedrichshain.

LeVent. A Recordings/Cargo.

Bei Night Demon weiß man, was man hat. Ab auf den Highway und geradeaus gebrettert. Keineswegs stur, sondern versiert und mit Verstand. Mit bisweilen knalligen Tempoverschärfungen, doppelten Gitarren, stets präzisen Riffs, die zu heftigem Schütteln der Köpfe und den daran haftenden langen Mähnen geradezu auffordern. Wer mit großen Steilvorlagen-Gebern wie Iron Maiden oder weiteren Vertretern des New Wave of British Heavy Metal groß geworden ist, der blickt mit Stolz zurück auf eine grandiose Ära. Wer sich dem Ganzen erst heutigentags als Novize nähert, der wird bekehrt sein. Für immer.

Konzert: Night Demon spielen am Sonnabend, dem 3. Juni, um 21 Uhr im Cortina Bob in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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