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Fußballfilmfestival Nur das Beste herausgefiltert

Die bereits 13. Ausgabe des Fußballfilmfestivals „11 mm“ lockt vom 17. bis 20. März wieder in drei Berliner Lichtspielhäuser. Als Geheimtipp gilt der Kinderstreifen „Fimpen“, der bereits vor 40 Jahren gedreht wurde. Darin spielt ein Sechsjähriger in der schwedischen Nationalelf um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1974 mit.

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Festival-Chef Birger Schmidt

Quelle: Promo

Potsdam. In drei Berliner Kinos läuft die 13. Ausgabe des Festivals vom 17. bis 20. März in drei Berliner Kinos.

Wird nicht im Fernsehen schon genug Fußball gezeigt?

Birger Schmidt: Ich finde, es wird sogar zu viel Fußball gezeigt. Ich komme aus einer Zeit, in der nur die Spitzenspiele im Fernsehen liefen. So soll auch das Festival funktionieren – wir filtern nur die besten Fußballfilme heraus.

Welcher könnte auch Fußballmuffel ins Kino locken?

Schmidt: Ein Kinderfilm namens „Fimpen“. Der ist zwar schon über 40 Jahre alt, wir zeigen ihn aber in einer restaurierten Fassung. Es geht um einen sechsjährigen Knirps, der in der schwedischen Nationalmannschaft um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1974 spielt. Er führt die Erwachsenen zum Triumph, aber leidet unter den Erfolg, verliert seine Freunde – bis er sich entscheidet, wieder ein normaler Junge zu sein.

Es gibt viele Klischees im Fußball. Schafft es das Festival, die in Frage zu stellen?

Schmidt: Wahrscheinlich nicht. Wir haben viele Fan-Filme im Programm. In denen geht es auch um Hooliganismus und Gewalt. So werden Vorurteile über den Fußball bestätigt, weil sie berechtigt sind und es die Probleme wirklich gibt. Allerdings wollen wir auch zeigen, wo solche Phänomene herkommen.

Der Film „Ferne Liebe“ zeigt die schönere Seite der Fankultur.

Schmidt: Ja, es geht um zehntausende Fußballfans in Berlin und Brandenburg, die nicht von hier sind und sich zusammentun, um den Heimatverein zu unterstützen. Das kenne ich nur zu gut.

Warum?

Schmidt: Ich bin Fan des 1. FC Köln. Obwohl ich vor 30 Jahren nach Berlin kam, blieben mir die Vereine hier immer fremd. Egal, ob ich zu Hertha BSC oder Union Berlin ging, ich spürte keine Begeisterung. Da schaute ich dann lieber die Spiele meines Vereins in einer Kneipe für Köln-Fans. Berlin ist keine richtige Fußball-Stadt, aber eine für Fußballkultur.

Und „11mm“ ist kein Fußball-, sondern ein Filmfestival. Welche Genres sind Ihnen wichtig?

Schmidt: Wir hatten eigentlich schon alles – Western, Komödien, Zeichentrickfilme, Thriller, sogar einen pornografischen Film.

Huch, Details bitte.

Schmidt: Da ging es um zwei Frauen, die mit vollem Körpereinsatz alle Gegner der italienischen Nationalmannschaft schwächen, so dass Italien Weltmeister wird.

Fußball im Kino

Die 13. Ausgabe des Berliner Fußballfilmfestivals „11mm“ wird am Donnerstag um 19.30 Uhr im Babylon 1 am Rosa-Luxemburg-Platz in Anwesenheit einiger Nationalspieler der WM 1966 mit dem Film „Goal!“ eröffnet.

Zu sehen gibt es Spielfilme, Dokumentationen, Kurzfilme und Kinderfilme. Die Gewinnerfilme des Festivals werden im Babylon 2 am Montag, 21.3., um 22 Uhr gezeigt.

Anlässlich der EM 2016 in Frankreich widmet sich die Retrospektive Football en France französischen Fußballfilmen. Es startet am Freitag im City Kino Wedding mit dem Dokumentarfilm „Les Rebelles Du Foot“.

Das pädagogisch betreute Schulprogramm „11minimeter“ läuft bereits. Im Filmtheater am Friedrichshain werden noch bis Freitag ausgewählte Kinder- und Jugendfilme gezeigt. Alle Schulen aus Berlin und Brandenburg sind herzlich eingeladen. Beratung und Information gibt es unter schulkino@11-mm.de oder telefonisch unter 0175/4476693.

Welche stilistischen Ausreißer gibt es dieses Jahr?

Schmidt: Zum Beispiel ein Stummfilm-Konzert. Der Film „Elf Teufel“ stammt aus dem Jahr 1927 – sieben Jahre bevor eine deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal an einer WM teilnahm. Der erste Fußball-Kurzfilm kam 1911 aus England. Was die längeren Filme angeht, war Deutschland ein Vorreiter. Seit den 1950ern aber galten Fußballfilme als Kassengift.

Heute nicht mehr, oder?

Schmidt: Zumindest gibt es immer mehr Fußballfilm-Festivals. Wir waren das erste, jetzt gibt es acht bis zehn Nachahmer. Uns werden Festivalmacher aus Sidney, Yokohama und Barcelona besuchen.

Welche Filme schauen sich eigentlich Fußballspieler am liebsten an?

Schmidt: Für Experimentalfilme sind Fußballer nicht so zu haben. Sie interessieren sich für Dokumentationen, in denen es um ihre ehemaligen Vereine und Trainer geht. Da saßen zum Beispiel plötzlich ehemalige Nationalspieler, wie Marco Bode und Fredi Bobic, im Publikum. Der ex-Profi Ansgar Brinkmann erzählte uns von der Zeit, als der heutige Oberligist Tennis Borussia Berlin im Geld schwamm und er nach der Vertragsunterschrift direkt zum Autohaus fuhr und einen Sportwagen kaufte.

Von Maurice Wojach

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