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Kultur Metal aus dem Morgenland
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08:30 05.03.2018
Nehmen die Zwietracht dieser Welt aufs Korn: Orphaned Land. Quelle: ZOHAR RON
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Potsdam

Eigentlich haben Orphaned Land eine schwere Bürde geschultert: Selten, dass eine Band, die einen mächtig gewaltigen, doch auch bombastischen Oriental Metal auf die Bühne bringt, seit Jahren einer Mission nachgeht: Die Welt, nicht nur die arabische, macht unruhige Zeiten durch: Hass und Intoleranz zeigen ihre hässliche Fratzen.

Wo bleiben die Stimmen der Vernunft? Und gibt es sie, werden sie dann nicht zum Verstummen gebracht? Laute wie eindringliche Fragen, die die 1991 in Israel gegründete Truppe um den Sänger Kobi Farhi aufwirft. Wie auf ihrem jüngsten Album „Unsung Prophets & Dead Messaihs“. Das offenbart Kraft, Exotik und Melodien des Orients, verweist auf Volksmusik, bietet Chöre, Streicher und höchst heftige Attacken auf, in denen progressiver Rock genauso steckt wie Todesmetal. Famose Fusion statt einer Predigt.

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Dieser Gentleman bleibt aufgeschlossen und sich dennoch treu: Steve Hackett, der einst mit Meisterschaft die Gitarren für Genesis zum Klingen brachte, steckte während seiner inzwischen sehr viel längeren Solo-Karriere die Fühler tastend und aufmerksam immer wieder in ganz unterschiedliche Richtungen aus. Klassisch konnte es werden bei Eric Satie – mit der akustischen Gitarre und seinem jüngeren Bruder John an der Flöte. Oder bei den alleinigen Ausdeutungen von Stücken Johann Sebastian Bachs oder Werken des englischen Renaissance-Komponisten William Byrd. Gleichwohl hat Hackett der Rockmusik nie den Rücken zugewandt. Gerade polierte er die Hit-Single „When The Heart Rules The Mind“ von GTR wieder auf, einer schmählich unterbewerteten Band mit Saiten-Ass Chris Howe (Yes). Nicht zuletzt tummelt Hackett sich auf der Bühne: In prächtiger Spiellaune übrigens. Wie hier in Mittelengland unternimmt der 68-Jährige ein Tour de Force durch Stücke des Albums „Wind & Wuthering“ seiner ehemaligen Stammband wie durch das immense eigene Repertoire. Progressive Rock in Vollendung – geboten von einem Gentleman.

Steve Hackett: Wuthering Nights. Live in Birmingham. Century Media Records.

Was? Band singt nicht? Schublade auf: Post Rock! Rums, Klappe zu. Urteil gefällt. Long Distance Calling ist das über lange Zeit hinweg exakt so passiert. Doch diese Lesart ihrer sehr ausdifferenzierten Musik, die tatsächlich ohne Stimmbandunterstützung auskommt, ist dann doch wohl zu billig, zu unzuverlässig und zu unkorrekt. Denn mangelnde – ausschließlich instrumentale – Gestaltungskraft kann man der Formation aus Münster keineswegs unterstellen: Die zum Vierer geschrumpfte Band legte ein konzentriertes sechstes Album vor. „Boundless“ – der Titel ist Programm. Gänzlich ungebunden steht die Platte ganz unterschiedlichen Einflüssen offen: Groovige Elemente, progressive Strukturen, metallischer Glanz und Härte. Alles mit fließenden Übergängen. Keine Grenzen, keine Schubladen.

Long Distance Calling: Boundless. InsideOut/Sony.

Einen Vorboten auf die Tour hatte es bereits im Januar gegeben: Orphaned Land bat Steve Hackett zur Aufnahme ins Studio: Für das Stück „Chains Fall To Gravity“ lieferte der Gitarrist ein umwerfendes wie feinsinniges Solo ab. Glanzpunkt und tolle Geste, denn Kobi Farhi hatte zuvor schon mal für ihn gesungen. Orphaned Land gelten als respektierte Band. Daher grollte Tomas Lindberg (At The Gates) bei den Autnahmen so tief er konnte und Hansi Kürsch (Blind Guardian) gesellte sich ebenfalls dazu.

Das Konzert: Orphaned Land treten am Donnerstag, dem 7. März, um 18.30 Uhr im Bi Nuu in Berlin-Kreuzberg auf und bringen Lunarsa, Subterranean Masquerade und Aevum mit.

Von Ralf Thürsam

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