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Oscar-Jubel im Studio Babelsberg

Erster Oscar für Leonardo DiCaprio Oscar-Jubel im Studio Babelsberg

Leonardo DiCaprio ist der strahlende Gewinner der Oscar-Verleihung 2016. Doch auch in Babelsberg freut man sich über eine Trophäe. Für die Babelsberger-Koproduktion “Bridge of Spies: Der Unterhändler“ gab es den Oscar für die beste Nebenrolle. Der Film von Regisseur Steven Spielberg wurde teilweise am Originalschauplatz in Potsdam gedreht.

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Babelsberg feiert Oscar für beste Nebenrolle

Oscar-Gewinner: Mark Rylance, Brie Larson Leonardo DiCaprio und Alicia Vikander (v.l.n.r.)

Quelle: EPA

Potsdam. Mark Rylance hat für seine Rolle als sowjetischer Spion Rudolf Abel in dem vom Babelsberger Filmstudio koproduzierten Politthriller „ Bridge of Spies - Der Unterhändler“ den begehrtesten Filmpreis der Welt als bester Nebendarsteller gewonnen. Der 56-Jährige bedankte sich bei der Gala im Dolby Theatre in Los Angeles am Mittwochfrüh bei seinem Regisseur Steven Spielberg: „Es war eine Ehre für mich, mit einem der größten Geschichtenerzähler zusammenzuarbeiten.“ Sein Dank galt außerdem „Unterhändler“ und Kollegen Tom Hanks. Studio Babelsberg hat seit 2002 mit seinen Koproduktionen nun bereits 15 Oscars eingeheimst. „Bridge of Spies“ war sechsmal nominiert, darunter als bester Film und der deutsche Set Decorator Bernhard Henrich fürs Szenenbild.

Der in England geborene Rylance spielt in dem Spionagedrama von Steven Spielberg an der Seite von Tom Hanks. Er gibt einen in New York festgenommenen KGB-Agenten, der nach seiner Verurteilung gegen einen anderen Spion ausgetauscht werden soll. Der Film wurde teilweise im Studio Babelsberg und in Berlin gedreht und basiert auf wahren Begebenheiten.

Die Oscar-Gewinner

Der Missbrauchthriller „ Spotlight “, das Rachedrama „The Revenant - Der Rückkehrer“ mit Leonardo DiCaprio und das Actionspektakel „Mad Max: Fury Road“ sind die großen Gewinner der Oscar-Verleihung.

„Spotlight“ wurde von der US-Filmakademie zum besten Film des Jahres gewählt und erhielt außerdem die Trophäe für das beste Original-Drehbuch. Der Film erzählt die wahre Geschichte der Aufdeckung eines Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche durch ein Reporterteam.

Mit dem bildgewaltigen Abenteuerepos „ The Revenant “ konnte sich Hollywoodstar DiCaprio als Hauptdarsteller den ersten Oscar seiner Karriere sichern. Der Mexikaner Alejandro González Iñárritu wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Regisseur ausgezeichnet. Außerdem gab es den dritten Oscar hintereinander für den mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki.

Mad Max “ räumte zwar die meisten Oscars in diesem Jahr ab, allerdings keinen in den Königskategorien. Sechs Trophäen gewann der rasante Film: für das Kostüm- und das Produktionsdesign, für den Film- und den Tonschnitt, die Tonmischung sowie Make-up/Frisurenstyling.

Bei den Hauptdarsteller-Preisen setzten sich die Favoriten durch: neben DiCaprio die 26-jährige Brie Larson . Sie wurde für ihre Darstellung einer aufopferungsvoll kämpfenden Mutter in dem Entführungsdrama „Room“ (“Raum“) geehrt.

Mit den Auszeichnungen für die besten Nebendarsteller überraschte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Arts hingegen das Publikum: Die Schwedin Alicia Vikander und der britisch-amerikanische Schauspieler Mark Rylance bekamen ihre ersten Oscars. Die 27-jährige Vikander erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in dem Transsexuellendrama „The Danish Girl“. Rylance wurde für sein Spiel in dem Steven-Spielberg-Film „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ ausgezeichnet.

„Preise der Weißen“

Den größten Gesprächsstoff dieser 88. Verleihung lieferte jedoch der schwarze Moderator Chris Rock. Die Awards seien auch als die „Preise der Weißen“ bekannt, sagte der 51-Jährige - gekleidet in einen weißen Anzug. Eine Anspielung auf die Kontroverse um die diesjährigen Nominierungen - in den wichtigsten Kategorien waren keine Afroamerikaner unter den Oscar-Kandidaten. Im Internet lief die lebhafte Debatte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.

Doch bei Anspielungen beließ es Rock nicht - er wurde deutlicher: „Warum protestieren wir aber? Warum bei diesen Oscars?“ Diese ganze „Keine Schwarzen“-Sache habe es schon mehr als 70 Mal gegeben. „Da gab es aber keine Proteste“, sagte Rock mit Verweis auf die 50er und 60er Jahre. „Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt“, dann sei einem egal, was die beste Dokumentation sei. Das Thema zog sich durch die gesamte Gala und wurde immer wieder aufgegriffen, vor allem von Chris Rock, aber auch von einigen anderen Filmgrößen.

Die beiden Drehbuch-Oscars gingen an den Missbrauchsthriller „Spotlight“ (Originaldrehbuch) sowie den Finanzthriller „The Big Short“ für das beste adaptierte Drehbuch. Die Pixar-Produktion „ Alles steht Kopf “ wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet, der Film „Ex Machina“ für die besten Spezialeffekte. Den besten Filmsong lieferten Jimmy Napes und Sam Smith mit „Writing’s On The Wall“ für den James-Bond-Film „Spectre“ ab. Der 87-jährige Ennio Morricone erhielt für seine Kompositionen zum Quentin-Tarantino-Western „Hateful 8“ seinen ersten Musik-Oscar.

Enttäuschte Oscar-Hoffnungen

Der Berliner Setdekorateur Bernhard Henrich war in der Kategorie Produktionsdesign für die Ausstattung von „Bridge of Spies – Der Unterhändler“, Koproduktion von Studio Babelsberg, nominiert. Den Oscar bekam er dafür jedoch nicht. Den Oscar erhielt „Mad Max“.

Auch Regisseur Patrick Vollrath aus Niedersachsen gehörte mit seinem Werk „Alles wird gut“ zu den Nominierten in der Kategorie Kurzfilm“ - den Oscar räumte jedoch der britische Film „Stutterer“ ab.

Die Gewinner der 88. Oscar-Verleihung

In Hollywood sind zum 88. Mal die Oscars vergeben worden. Die Gewinner in den 24 Kategorien:

- Bester Film : “Spotlight“ (Regie: Thomas McCarthy)

- Regie: Alejandro González Iñárritu für “The Revenant - Der Rückkehrer“

- Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio (“The Revenant» - Der Rückkehrer“)

- Hauptdarstellerin: Brie Larson (“Room“)

- Nebendarstellerin: Alicia Vikander (“The Danish Girl“)

- Nebendarsteller: Mark Rylance (“Bridge of Spies - Der Unterhändler“)

- Nicht-englischsprachiger Film: “Son of Saul“ (Regie: László Nemes)

- Kamera: Emmanuel Lubezki für “The Revenant - Der Rückkehrer“

- Original-Drehbuch: Thomas McCarthy und Josh Singer für “Spotlight“

- Adaptiertes Drehbuch: Charles Randolph und Adam McKay für “The Big Short“

- Schnitt: Margaret Sixel für “Mad Max: Fury Road“

- Filmmusik: Ennio Morricone für “The Hateful 8“

- Filmsong: “Writing’s On The Wall“ aus dem Film “Spectre“, Musik und Text von Jimmy Napes und Sam Smith

- Produktionsdesign: Colin Gibson und Lisa Thompson für “Mad Max: Fury Road“

- Tonschnitt: Mark Mangini und David White für “Mad Max: Fury Road“

- Tonmischung: Chris Jenkins, Gregg Rudloff und Ben Osmo für “Mad Max: Fury Road“

- Spezialeffekte: Andrew Whitehurst, Paul Norris, Mark Ardington and Sara Bennett für “Ex Machina“

- Animationsfilm: “Alles steht Kopf“ (Regie: Pete Docter und Jonas Rivera)

- Animations-Kurzfilm: Gabriel Osorio und Pato Escala für “Bear Story“

- Dokumentarfilm: Asif Kapadia und James Gay-Rees für “Amy“

- Dokumentar-Kurzfilm: Sharmeen Obaid-Chinoy für “A Girl In The River: The Price Of Forgiveness“

- Make-up/Frisur: Lesley Vanderwalt, Elka Wardega und Damian Martin für “Mad Max: Fury Road“

- Kostümdesign: Jenny Beavan für “Mad Max: Fury Road“

- Live-Action-Kurzfilm: Benjamin Cleary und Serena Armitage für “Stutterer“

Von MAZonline

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