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"Painting 2.0": Versuch über jüngste Malerei-Geschichte

Kunst "Painting 2.0": Versuch über jüngste Malerei-Geschichte

Joseph Beuys, Andy Warhol, Gerhard Richter, Cy Twombly oder Jörg Immendorff: Die Ausstellung "Painting 2.0" im Museum Brandhorst liest sich wie ein "Who is who" der jüngeren und jüngsten Malerei-Geschichte. Sie will aber noch viel mehr sein.

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Martin Kippenberger, Heavy Burschi, 1989/1990.

Quelle: Matthias Balk

München. Das Museum Brandhorst in München versucht sich an einer Geschichte der Malerei. Die Ausstellung "Painting 2.0 - Malerei im Informationszeitalter" hat sich eine ganze Menge vorgenommen, nämlich die Geschichte der Malerei seit den 1960er Jahren zu erzählen.

Die Kernüberlegung: "Das wiederkehrende Interesse an zeitgenössischer Malerei in den vergangenen Jahren fällt überraschenderweise mit einer Explosion neuer digitaler Technologien zusammen."

Die Reibungen, die sich aus der Konfrontation zwischen moderner Technik und dem klassischen Medium der Malerei entwickelten, sollen der rote Faden in dieser Ausstellung sein. Die zentralen Fragestellungen: Wie verändert sich der Körperbegriff, wenn Kommunikation dank Technik auch losgelöst vom Körper entstehen kann? Wie passt es zusammen, dass die Technik die gesamte Gesellschaft rasant verändert, gleichzeitig aber das Interesse am klassischen Medium der Malerei wächst? 

Zu sehen ist das Who is who der jüngeren und jüngsten westeuropäischen und nordamerikanischen Malerei-Geschichte - darunter Werke von Joseph Beuys, Andy Warhol, Gerhard Richter, Cy Twombly oder Jörg Immendorff. Insgesamt werden 230 Werke von 107 Künstlern gezeigt.

"Vom Aufkommen des Fernsehens und Computers bis zur sogenannten 'Internetrevolution' ist es der Malerei immer wieder gelungen, jene Mechanismen zu integrieren, die für ihr angebliches Ableben verantwortlich sein sollten", schreiben die Ausstellungsmacher und sprechen von "Phönix aus der Asche". "Die Malerei öffnet sich in jenem Moment, als ihre Legitimität durch die Populärkultur und eine 'Gesellschaft des Spektakels' herausgefordert wurde."

Die Ausstellung (14.11. bis 30.4 2016) erstreckt sich über das gesamte Haus, ist auf drei Etagen zu sehen und nach Angaben von Museumsdirektor Achim Hochdörfer die größte, die sein Haus jemals auf die Beine gestellt hat. Seiner Einschätzung nach ist die Schau, die in Zusammenarbeit mit dem mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, entstanden ist, die erste Ausstellung zur jüngsten Malerei-Geschichte seit mehr als 20 Jahren. 1981 war in London die Ausstellung "A New Spirit in Painting" zu sehen, 1993 zeigten die Hamburger Deichtorhallen die Ausstellung "Der zerbrochene Spiegel".

Seither habe sich kein Ausstellungshaus mehr an die große Aufgabe gewagt, sagte Hochdörfer. Und seine Co-Kuratorin Manuela Ammer vom mumok, wo die Ausstellung vom kommenden Sommer an zu sehen sein wird, fügte mit Blick auf die rund fünf Jahre dauernden Ausstellungs-Vorbereitungen hinzu: "Und jetzt wissen wir auch, warum."

dpa

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