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Patricia Schlesinger folgt auf Dagmar Reim

Neue RBB-Intendantin Patricia Schlesinger folgt auf Dagmar Reim

Sie ist die Neue beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Patricia Schlesinger tritt zum 1. Juli die Nachfolge von Dagmar Reim als Intendantin an. Bislang hält sich Schlesinger vornehm zurück. Doch von ihr werden schon bald Entscheidungen erwartet.

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Ab 1. Juli im Amt: Patricia Schlesinger

Quelle: NDR Presse und Information

Potsdam. „Ich habe immer gesagt: Wenn hier alles zum Besten steht, höre ich auf. Die Tatsache, dass ich jetzt aufhöre, sollten Sie nicht so missverstehen, dass hier alles zum Besten steht“. Bei diesen Sätzen belässt es Dagmar Reim, wenn es um die Frage geht, welche Baustellen sie ihrer Nachfolgerin Patricia Schlesinger hinterlässt.

Zahlreiche Entscheidungen wurden beim RBB in den vergangenen Monaten, seit Reims Ankündigung zurückzutreten, auf später verschoben: etwa die Frage, ob es mit der neuen Nachmittagsschiene „rbb um 4“ weitergeht. Die Sendung erreichte bisher nicht den erforderlichen Zuspruch, um die Quotenschwäche des RBB Fernsehens zu kurieren. Bis Ende Mai erreichte es 5,6 Prozent und liegt deutlich abgeschlagen hinter dem Zweitletzten – aktuell dem WDR mit 6,3 Prozent. Das Ranking führt der MDR mit 9,6 Prozent an.

Quote sagt nichts über Qualität, findet Reim, freut sich aber doch, dass nicht nur die sechs Radiowellen unterm Strich erfolgreich sind, sondern vor allem, dass das Fernsehen am Abend dank „Brandenburg aktuell“ und „Abendschau“ die „erfolgreichste Regionalschiene in Deutschland“ sein Eigen nennt. Wird Schlesinger die Regionalnachrichten verlängern?

Die 54-Jährige tut bisher alles, um nicht vorzeitig die Bühne zu betreten. Seit Wochen arbeitet sie sich ein, trifft sich mit diesem und jener, lässt aber nicht durchblicken, was sie vorhat. Auch nicht, wie sie mit Claudia Nothelle verfahren wird, die als Programmdirektorin zuvorderst für die Kritik am Fernsehprogramm verantwortlich ist. Insbesondere wird ihr Entscheidungsschwäche vorgeworfen. Andererseits brachte es der Kabarettist Horst Evers brachte bei Reims RBB-interner Abschiedsfeier auf den Punkt: Experimentierfreudig soll das Programm sein, aber bloß keine Zuschauer verschrecken. Die Brandenburger Interessen soll es bedienen, aber bitte auch die Berliner. Nah bei den Zuschauern soll es sich bewegen, dem Volk aber niemals nach dem Mund reden. Doch hat eine Intendantin noch ganz andere Aufgaben zu erfüllen. Das muss sich auch der Rundfunkrat vergegenwärtigen, der mit Schlesinger eine Programm-Macherin zur Intendantin gewählt hat.

Für Schlesinger, die einst Auslandskorrespondentin war, „Panorama“ moderiert hat und zuletzt erfolgreich beim NDR die Abteilung „Kultur und Dokumentation“ leitete, sind die meisten der vor ihr stehenden Aufgaben Neuland. Dazu gehört die Technik, die beim RBB reformiert werden muss. Es muss entschieden werden, auf welchen digitalen Plattformen der RBB unterwegs sein will und wie viel er dafür auszugeben bereit ist – Geld, das dann im Programm fehlt. Immerhin: Dem RBB dürften künftig deutlich mehr Millionen zur Verfügung stehen als bisher.

Die Umstellung auf die haushaltsbezogene Abgabe brachte dem RBB von allen ARD-Anstalten 2015 den höchsten Einnahmenzuwachs ein: 16,3 Prozent mehr, insgesamt waren es rund 415 Millionen Euro. Dagmar Reim sagt dazu: „Wir kennen die ARD. Die früher nichts von der Armut des RBB wissen wollten, sehen nun schon einen virtuellen Reichtum, den sie gerne in ihre eigenen Scheunen fahren würden“.

Schlesinger wird darum kämpfen müssen, dass der RBB innerhalb der ARD nicht zum Geberland wird – etwa für den einst reichen WDR, der nun am lautesten über Armut klagt. Noch kennt Schlesinger längst nicht alle, mit denen sie es zu tun haben wird, persönlich, weder ARD-weit noch beim RBB. Der 30. Juni, Reims letzter Arbeitstag, endet mit einer Sitzung des RBB-Rundfunkrats. Tags drauf übernimmt Schlesinger. Alle erwarten, dass sie von null auf 100 beschleunigt. Möglichst sofort.

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Von Ulrike Simon

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