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Kultur Weasley-Brüder eröffnen Harry-Potter-Ausstellung
Nachrichten Kultur Weasley-Brüder eröffnen Harry-Potter-Ausstellung
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01:16 13.10.2018
James Phelps und Oliver Phelps während der Filmaufnahmen und auf einem aktuellen Bild. Quelle: fotos: Warner Bros/Courtesy Everett
Potsdam

Lange wurde nach James und Oliver Phelps gesucht, das Stellenprofil war deutlich: Zwillinge, rote Haare, Hang zum Schauspiel. In England, in Irland, vor allem in Schottland guckten die Scouts – Schottland, wo weltweit am meisten Rotköpfe leben.

Fündig wurden die Produzenten der Harry Potter-Filme in Birmingham, das dort liegt, wo England seinen geografischen Mittelpunkt hat. Weit weg von London, sehr weit weg vom Meer. Und unendlich weit von Hogwarts, dem neuen Arbeitsplatz der Brüder. Hogwarts, wo Harry Potter zur Schule geht. Eine Stadt aus den Büchern von Joanne K. Rowling. Ach was, ein Wallfahrtsort.

„Weasley-Brüder“ waren von Harry Potter Büchern begeistern

Zu besetzen waren die Figuren von George und Fred Weasley, die jüngeren Brüder von Percy, dem Streber und Pedanten, der die Regeln derart gründlich auslegt, dass sie sich in blanken Unsinn kehren. Als James und Oliver (er ist 13 Minuten älter als sein Bruder) zum Casting des Films gingen, hatte James bereits die ersten drei Bände von Potter gelesen. „Ich war begeistert“, sagt er, „es war mehr als ein Buch, es war ein Traum, in den ich getaucht bin“. Er hält inne. „Damals kein Gedanke daran, dass ich bald Teil der Story sein würde.“

Die Türen der Harry-Potter-Ausstellung in Potsdam-Babelsberg öffnen erst am Sonnabend, wir haben einen ersten Blick hinein geworfen.

James ist mittlerweile ein gewissenhafter Mann von 32 Jahren, kein Clown, kein Tagedieb, kein An-der-Nase-Herumführer wie seine Rolle in den Potter-Filmen. Wie man ihn unterscheiden kann von seinem Bruder Oliver? „Mein Haar ist länger als seines.“ Und bald merkt man: Oliver spricht doppelt so schnell wie James. Es ist das Englisch einer Gegend, in der man für das Glück hart arbeitet, weil es einem nicht in den Schoß fällt.

„Weasley Brüder“ haben braune Haare

Das Problem beim Vorsprechen war eines, das sich beheben lässt im 21. Jahrhundert: Sie hatten keine roten Haare, sondern braune. „Wir haben alle drei Wochen nachgefärbt, drei Stunden lang, auch die Augenbrauen“, erzählt Oliver, der die roten Haare nicht vermisst. „Man kann nichts zu ihnen anziehen, rote Haare beißen sich mit eigentlich allem, besonders, wenn man auf knallrote T-Shirts steht“, er grinst.

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Das erwartet Fans in der Harry-Potter-Ausstellung

Sie eröffnen an diesem Samstag die Harry-Potter-Ausstellung in der Potsdamer Caligari-Halle, sie sind Botschafter einer Welt, die auf einer nach oben offenen Fantasy-Skala, aber auch auf einer Finanzskala derart durch die Decke ging, dass man nicht ganz sicher ist, woran das liegt: Weil die Bücher eine Sehnsucht stillen, oder weil die Filme so akkurat und professionell besetzt sind?

Harry Potter Filme seien nah an der Buchvorlage

„Es ergänzt sich beides hervorragend“, glaubt Oliver, „die Filme sind nah am Buch, und dennoch sind sie eine eigene Kunstform, weil sie resolut gekürzt wurden.“ Hätten sie allein den ersten Band mit allen Wendungen verfilmt, „hätten wir sieben Stunden gebraucht“, habe ihm Regisseur Chris Columbus prophezeit. Gelandet sind sie letztlich bei 152 Minuten.

Potsdam? „Wir waren noch nicht dort, aber wir wissen, dass in Potsdam-Babelsberg immer schon die großen Filme zu Hause waren“, erzählt James. Und er schiebt gleich hinterher, wie sie an die Rollen kamen: „Wir hatten gehört, dass die Zwillinge im Film identisch angezogen werden. Also haben wir uns vor dem Casting die gleichen T-Shirts gekauft“, er lacht. „Sie haben uns ständig verwechselt, eine bessere Bewerbung hätte es nicht geben können.“ Man schrieb das Jahr 2000.

Tarnung der Darsteller kaum möglich

Die folgenden zehn Jahre wurden Potter-Jahre. Acht Filme entstanden. Auch heute werden sie mit Handys auf der Straße fotografiert, unterlegt mit einem ungläubigen Jauchzer ihrer Fans. „Hätten wir heute noch rote Haare, wäre eine Tarnung unmöglich“, amüsiert sich Oliver.

Potsdam als 19. Station

Die Harry-Potter-Ausstellung in der Potsdamer Caligari-Halle wird an diesem Samstag auf etwa 1600 Quadratmetern eröffnet. Es soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die von den Hogwarts-Filmsets inspiriert ist und Einblick in die Erstellung der Kostüme und Ausstattungen der Figuren bietet. Zudem werden die Schauplätze der Filme nachgestellt.

Die Wanderausstellung wurde 2009 erstmals in Chicago gezeigt und findet mit Potsdam nun ihre 19. Station. In Deutschland war sie bislang nur in Köln zu sehen (2014). Bislang haben sie gut fünf Millionen Zuschauer besucht.

Die Schauspieler James und Oliver Phelps haben in den Potter-Filmen die Zwillinge George und Fred Weasley dargestellt.

Zur Eröffnung kommen die Phelps-Brüder nach Potsdam, an diesem Samstag sind sie ab 9 Uhr in der Babelsberger Caligari-Halle zu sehen.

Öffnungszeiten ab 12. Oktober täglich 10-18 Uhr, Do, Fr und Sa bis 19 Uhr in der Caligari-Halle, Marlene-Dietrich-Allee 9. Kartenvorbestellung unter Tel. 01806 / 999 000 220. Es wird empfohlen, die Tickets unter www.harrypotterexhibition.de mit präziser Einlasszeit zu buchen, um Wartezeit zu vermeiden. Einen Endtermin für die Ausstellung gibt es noch nicht.

Gibt es für Schauspieler ein Leben nach Harry Potter? „Wir haben neue Projekte begonnen“, sagt James. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Brüder 2013 nach Los Angeles zogen und in Hollywood Fuß fassen wollten. Als dunkelhaarige Schönlinge. Der Plan ging nicht auf, es blieb bei kleineren TV-Gastrollen.

Beide spielen gerne Golf, Olivers Handicap liegt bei 18, das von James bei 20. Sie treten für wohltätige Zwecke auf, James inszeniert sich auf Twitter als weltenbummelnder Spaßvogel – und manchmal treffen sie bei Diskussionen, Kongressen oder ganz privat in einer Kneipe die alten Schauspielkollegen Daniel Radcliffe (er spielte Harry Potter) oder Emma Watson (Hermine Granger). Wenn sie einen Film zusammen schauen, lachen sie, welch hohe Stimmen sie damals hatten. Wie jung sie waren. Und wie zauberhaft leicht die Welt gewirkt hat. Nur den roten Haaren trauern sie nicht nach.

Von Lars Grote

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