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Phonstarke Ekstase, prächtige Experimentierlust

MAZ-Konzerttipp Phonstarke Ekstase, prächtige Experimentierlust

Eine unerhört hohe Schlagzahl haben die Jungs von King Gizzard & The Lizard Wizard drauf: In diesem Jahr haben Australiens Könige des Psychedelischen schon zwei bemerkenswerte Platten vorgelegt. Fünf sollen es werden. Mothership aus Texas dagegen kommen höchstens aus einer benachbarten Galaxie. Über den Namen kann man mal nachdenken.

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King Gizzard & The Lizard Wizard haben zwischen akustisch und heavy schon mächtige Haken geschlagen. Die Australier biegen nun mit den nächsten schrägen Ideen um die Ecke.

Quelle: Promo

Potsdam. Der Wahnsinn aus Down Under erreicht eine neue Ebene: Beinahe ist man versucht zu fragen, was haben die Jungs von King Gizzard & The Lizard Wizard daheim im Wasser? Oder hat vielleicht jemand nachgeholfen? Bei diesen Australiern muss man auf alles gefasst sein, auf uneingeschränkte Experimentierlust sowieso. Wie jüngst bewiesen auf ihrer Platte „Flying Microtonal Banana“ Dafür ließen die sieben aus Melbourne sogar ihre Instrumente für teures Geld umrüsten: Da sie sich nun einmal nicht damit begnügen wollten, für ihren psychedelischen Rock die üblichen zwölf Ganz- und Halbtöne zu nutzen. Für zitternde Energieschübe, kosmische Verschwurbelung und die zu höchster Hektik aufgestachelten Stakkato-Songs mussten nun mal noch kleinere Tonintervalle her. Microtöne, die seit Jahrhunderten eher im nahen und mittleren Osten beheimatet sind. Ungewohnt, aber zum Durchdrehen gut. Motto: Viel hilft viel. Der König gebietet über manches unbekannte Mittel zur Ekstase.

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Brutal gut, knallig, zerstörerisch. Von allem etwas. Denn Red Fang ziehen stoisch ihre Kreise. Gleich, ob ihre aktuellste Scheibe „Only Ghosts“ nun in der Gunst der mitunter mäkeligen Anhänger von Stoner, Sludge und anderen Lärmschüben ganz, ganz oben steht oder sie dagegen andere – frühere – Werke der Band aus Portland, Oregon, bevorzugen. Wen schert das? Die letzte Geisterbeschwörung des Vierers vom Vorjahr hat so ihre erhebenden Momente. Enorm druckvoll starten sie Attacke um Attacke. Red Fang am 19. Juni um 21 Uhr im Lido in Berlin-Kreuzberg.

Red Fang: Only Ghosts. Relapse Records.

Wenn sie vorbeikommen, dann scheppert es gewaltig in der Bude. Denn die Dune Rats aus Brisbane von der Ostküste Australiens legen los. Immer rotzfrech. Denn die Bengel lieben Sixpacks. Die macht man schnell auf, leer und freut sich auf die nächsten. Immer dieser Durst. Ein Trio, das viel Spaß am Radau machen hat. Simpler herunter gekloppter geschärfter Indie-Punk, entstanden mit Hilfe von Zac Carper, den man als Frontmann von Fidlar kennen könnte. Für Surfer und Skater.

Dune Rats: The Kids Will Know It’s Bullshit. Ratbag Records/Rough Trade.

Das war Ende Februar. Also alles Banane? Nö. Denn der Sechser um Frontmann, Sänger und Gitarrist Stu Mackenzie hat bereits zum nächsten Schlag ausgeholt. Ganz finster: Auf „Murder Of The Universe“ geht die Welt unter. Und wir gehen mit. Ernsthaft, zerstörerisch und visionär ist das, was sich Herr Mackenzie und Gesellen da zusammenfabulieren. Jetzt ist es beinahe Ende Juni und drei weitere Scheiben sind für 2017 noch angekündigt. Drei. Der Wahnsinn! Sie können es schaffen.

Die Motoren dröhnen, wenn sie endlich in hiesigen Gestaden landen – Mothership

Die Motoren dröhnen, wenn sie endlich in hiesigen Gestaden landen – Mothership.

Quelle: Promo

Die intergalaktische Zeitreise von Mothership geht weiter. Sicher, der Name dieser Band aus Texas löst so einige Assoziationen bei den Jüngern des härteren Klangs aus. Zumal Led Zeppelin für manchen eifrigen Adepten das Maß aller Dinge bleiben. Doch genug davon. Das texanische Trio haut mächtig gut drauf. Meistert aber auch ohne in tückische Turbulenzen zu geraten den atmosphärischen Flug zu fremdartigen Welten, der dann, wer hätte das gedacht, in ungezählte Abenteuer mündet - samt fetten Riffs, noch feisteren Soli und überhaupt jeder Menge schwere, wuchtige Song-Kolosse. Wie auf ihrem jüngsten Werk „High Strangeness“. Hochgradig seltsam. Seltsam überzeugend. Dem stehen Yawning Man aus Palm Springs in nichts nach. Wüster Rock aus der Wüste. Das Quartett ist seit drei Dekaden auf Sendung. Hinhören!

Die Konzerte: Mothership und Yawning Man spielen am Donnerstag, dem 15. Juni, um 20 Uhr im Badehaus Szimpla in Berlin-Friedrichshain auf.

King Gizzard & The Wizard Lizard treten am Montag, dem 19. Juni, um 21 Uhr im Festsaal Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

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