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Kultur Große Picasso-Überraschung mit Beigeschmack
Nachrichten Kultur Große Picasso-Überraschung mit Beigeschmack
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00:20 18.12.2017
„Femme accroupie (Jacqueline)“: Eines von 400 Bildern, die Picasso von seiner letzten Frau malte. Quelle: Foto: pa
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Potsdam

„Ein Picasso ist ein Picasso ist ein Picasso“, darf sich der Kunstfreund in Abwandlung eines Gedichtes der amerikanischen Picasso-Vertrauten Gertrude Stein freuen. Im Frühjahr 2019 wird das Museum Barberini eine Ausstellung mit Originalen von Pablo Picasso (1881-1973) nach Potsdam holen. Darunter seien auch noch nie gezeigte Werke, heißt es. Die Picasso-Stieftochter Catherine Hutin-Blay gewähre erstmals Einblicke in ihre Sammlung. Klingt spektakulär.

Catherines Mutter, Jacqueline Picasso, war 46 Jahre jünger als der Künstler-Gigant und verbrachte auch als Muse die letzten 20 Jahre an dessen Seite. Die ehemalige Keramikverkäuferin brachte ihre Tochter Catherine in die Ehe ein, die kinderlos blieb. Insgesamt soll es mehr als 400 Porträts der schwarzhaarigen Schönheit mit den großen Augen geben. Picasso malte Jacqueline in allen Varianten, heiter und ernst, mit langem und kurzen Hals, realistisch und kubistisch. Es ist anzunehmen, dass Catherine Hutin-Blay einige eindrucksvolle Porträts ihrer Mutter in ihrer Sammlung hat. Was genau in Potsdam zu sehen sein wird, darüber schweigt sich Museumschefin Ortrud Westheider allerdings bislang noch beharrlich aus.

Zahlreiche Gerüchte und Legenden

Um die Picasso-Stieftochter ranken sich zahlreiche Gerüchte und Legenden. Zuletzt wohnte die Kleinfamilie mit dem Meister in einem abgeschiedenen Herrenhaus in den Bergen nördlich von Cannes, in dem sich 1986 die Picasso-Witwe erschoss. Danach stand das 24-Zimmer-Haus drei Jahrzehnte lang leer und verfiel. Einzelne Farbkleckse auf dem Boden des Ateliers, das sich Picasso bauen ließ, sollen aber erhalten sein. 2016 ging die Nachricht um die Welt, dass die Picasso-Stieftochter das Haus samt Tennisplatz und Pool für 20,2 Millionen Euro an einen Niederländer verkauft hat, der es renovieren ließ und sich verspekulierte. Im Oktober dieses Jahres erhielt nun ein Immobilienhändler aus Sri Lanka den Zuschlag.

Dass sie sich das Museum Baberini, eine Gründung des Potsdamer Software-Unternehmers Hasso Plattner, und Catherine Hutin-Blay handelseinig geworden sind, wird nicht nur Liebhaber der künstlerischen Moderne aufhorchen lassen, sondern auch Kunstmarkt-Experten. In der Finanzwelt geht es vor allem um den spekulativen Wert von Kunst, um Investments. Hier wird so viel Geld verdient, aber auch gewaschen, so dass es nicht verwundert, dass Fälschungen, Steuerhinterziehung und Diebstähle an der Tagesordnung sind. Immer wieder findet sich Hehlerware und Beutekunst in sogenannten Zollfreilagern. Von dem russischen Oligarchen Dmitri Jewgenjewitsch Rybolowlew, Mehrheitseigner des Fußballclubs AS Monaco, heißt es, er besitze eine Gemäldesammlung im Wert von 700 Millionen Dollar. Bei ihm tauchten zwei Jacqueline-Porträts von Picasso sowie 58 Zeichnungen auf, die Catherine Hutin-Blay dem Großhändler Yves Bouvier nur zur Verwahrung überlassen haben will. Rybolowlew soll für sie 36 Millionen Euro bezahlt haben. In dem Fall kam es 2016 zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Bouvier und Rybolovlev. Über die Rolle der Picasso-Stieftochter dabei gibt es höchst widersprüchliche Aussagen.

Von Karim Saab

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