Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Picassos Muse Jacqueline im Museum Barberini
Nachrichten Kultur Picassos Muse Jacqueline im Museum Barberini
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:48 04.03.2019
„Jacqueline sitzend mit einer Katze“ von 1964 (Sammlung Catherine Hutin). Quelle: Foto: Claude Germain/Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Potsdam

Als „Madame Z“ ist sie in die Kunstgeschichte eingegangen. Jacqueline Roque war Pablo Picassos letzte Muse – und seine große Liebe. Nur in Klammern fügte er dem galanten Porträt mit dem schwarzhaarigen Frauenkopf im Profil und dem ewig langen Hals den ergänzenden Titel (Jacquelin mit Blumen) hinzu. 1954, als der spanische Maler-Star das Bild fertigte, war die Beziehung des damals 73-Jährigen mit der 27-jährigen Frau noch nicht öffentlich. „Deshalb nannte er das Bild wohl damals Madam Z“, vermutet Ortrud Westheider, die Direktorin des Museums Barberini in Potsdam.

130 späte Picassos im Museum Barberini

Von kommenden Sonnabend an wird das Bild im Barberini zu sehen sein. Und mit ihm 129 weitere Werke Picassos aus den Jahren 1954 bis 1973. „Picasso. Das späte Werk“ zeigt zum Teil bislang noch nie öffentlich ausgestellte Bilder und Skulpturen des Meisters – darunter zahlreiche Porträts von Jacqueline.

Rund 400 mal hat Pablo Picasso seine letzte Muse, die 45 Jahre jüngere Jacqueline Roque, gemalt. Das Museum Barberini in Potsdam zeigt von Sonnabend an 130 späte Picasso, darunter viele Porträts von Jacqueline. Hier eine kleine Auswahl.

Seine Frauen spielten auf den Bildern Picassos häufig eine zentrale Rolle. Und meist änderte sich mit jeder Beziehung sein Stil. So war mit der Heirat der russischen Balletttänzerin Olga Stepanowna Chochlowa 1918 Picassos erste Abkehr vom Kubismus und eine neoklassische Phase verbunden. Als er 1927 die junge Marie-Thérèse Walter kennenlernte, prägten kräftige Farben und weiche Linien seinen kurzen Flirt mit dem Surrealismus. Von 1936 bis in die 40er-Jahre begleitete ihn die französische Fotografin Dora Maar. Es ist die Zeit des spanischen Bürgerkrieges und des Zweiten Weltkrieges. Picasso malte häufig weinende Frauen und das berühmte Bild „Guernica“ über die Zerstörung der spanischen Stadt durch die deutsche Bomberstaffel Legion Condor. Es sind Bilder der Verzweiflung.

Beeindruckende Kraft und Vitalität

Ganz anders die Werke seiner letzten Schaffensperiode von 1954 bis zu seinem Tod 1973. Sie verkörpern eine beeindruckende Kraft und Vitalität. Man hat den Eindruck, der Künstler bäumt sich gegen das absehbare Ende auf und malt gegen den Tod an. Picasso hatte sich an die französische Rivera zurückgezogen, lebte die meiste Zeit in einer Jugendstilvilla in der Nähe von Cannes. Dort arbeitete er mit einer örtlichen Keramikwerkstatt zusammen, wo er die Verkäuferin Jacqueline Roque kennenlernte. Die junge Frau, die er 1961 nach dem Tod von Ehefrau Olga heiratete, wurde zu seiner letzten Lebensgefährtin. Sie sorgte für die materielle Grundlage seiner künstlerischen Existenz, wie der amerikanische Fotojournalist David Douglas Duncan schreibt, der in Picassos Atelier eine Zeit lang ein und aus ging. Jacqueline kümmerte sich um den Haushalt und servierte köstliche Speisen. Sie managte sein Werk, inventarisierte einen Großteil seiner Bilder und organisierte Ausstellungen.

Synthese aller Picasso-Stile

Und sie war sein Model. Mehr als 400 Porträts sind von ihr bis zu Picassos Tod 1973 entstanden. Es sind recht unterschiedliche Bilder. „Man findet eine Synthese aller Stile“, sagt Museumsdirektorin Westheider. Picasso erinnert sich erneut seiner kubistischen Periode und zerlegt den Körper Jacquelines in Ansichten aus unterschiedliche Perspektiven, wie 1964 in dem Porträt „Jacqueline sitzend mit Katze“oder noch extremer 1971 als „Sitzende Frau“. Er bildet sie in türkische Kleidung, mit strengen Konturen und kräftigen Farben ab und setzte sie damit in den Kontext der Odalisken-Bilder des 19. Jahrhunderts. Er malt Akte mit deutlich erotischen Anspielungen von ihr. Dann wieder, wie in einem Porträt von 1957, greift er auf Collage-Techniken zurück, wie er sie um 1914 perfektionierte. Es sind alles Porträts, die eine große Nähe und Zärtlichkeit ausdrücken. „Picasso huldigten diese Frau in seinen Bildern geradezu“, so Westheider.

Picasso in der Badewanne

Es sind Bilder, die zum Teil schon oft gesehen, aber trotzdem nie wirklich gezeigt wurden. Der Grund: Man kennt sie von den Fotos aus Picassos Atelier-Wohnung. Denn der Künstler war in den 60er- und 70er-Jahren eine öffentliche Person. Er empfing Journalisten und Fotografen. Life-Magazine-Fotograf Duncan durfte ihn sogar in der Badewanne fotografieren. Doch in Museen und Galerien waren diese Bilder bislang kaum vertreten. In den Picasso-Museen in Barcelona und Paris hängen vor allem Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der späte Picasso im Museum Barberini

Catherine Hutin ist die Tochter von Jacqueline Picasso (1927-1986). Ihr gehören rund 2000 Werke aus dem Nachlass von Pablo Picasso (1881-1973). Ein Großteil davon war bislang kaum in der Öffentlichkeit zu sehen.

Das Museum Barberini in Potsdam zeigt von Sonnabend an 130 Werke aus der Zeit zwischen 1954 und 1973 – viele davon kommen erstmals nach Deutschland. Die Ausstellung wird von Bernardo Laniado-Romero kuratiert.

Picasso. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso. Museum Barberini, Potsdam, Alter Markt. Mi-Mo, 10-19 Uhr, Do bis 21 Uhr. Eintritt 14 Euro/10 Euro. 9. März bis 16. Juni.

Das liegt unter anderem daran, dass Picassos Erben – seine Kinder und Jacqueline als Haupterbin – ihre Erbschaftssteuer in Bildern bezahlten. Der französische Staat suchte sich die damaligen Klassiker aus. Rund 2000 Exponate blieben bei Jacqueline und gehören heute ihrer Tochter Catherine Hutin. Ein Großteil davon ist aus der Zeit mit Jacqueline. Doch die späten Arbeiten fanden über viele Jahre hinweg wenig Beachtung. Nun werden diese Werke dreieinhalb Monate lang in Potsdam zu sehen sein. Jacqueline, Jacqueline..., aber nicht nur Jacqueline: Die Ausstellung präsentiert einen umfangreichen Querschnitt durch das Spätwerk.

Von Mathias Richter

Mit „Firestarter“ gelang der britischen Band The Prodigy und ihrem Frontman Keith Flint 1996 der Durchbruch. Nun wurde der Sänger im Alter von 49 Jahren in seinem Haus in der Grafschaft Essex tot aufgefunden.

04.03.2019

Christina Aguilera will im Sommer zwei Konzerte in Deutschland geben. Bei Twitter schreibt sie, dass sie die Tour heimlich geplant habe.

04.03.2019

Ein Franzose, der Western kann: Jacques Audiard erzählt die vergnügliche Geschichte der „Sisters Brothers“ (Kinostart am 7. März). Und John C. Reilly und Joaquin Phoenix überzeugen auf der ganzen Linie als streitbare Revolverhelden.

04.03.2019