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Pink gibt sich als volksnahes Feierbiest

Konzert in der Waldbühne Berlin Pink gibt sich als volksnahes Feierbiest

Die US-Sängerin Pink ist in den vergangenen Jahren abgetaucht, hat sich eher um ihre Kinder als um ihren Ruhm gekümmert. Beim ersten von zwei ausverkauften Konzerten in der Berliner Waldbühne feierte sie am Freitagabend ihr Comeback. Eine Erkenntnis: Auch drogenerfahrene Rockstars freuen sich über ein Stück selbstgebackenen Käsekuchen.

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Die US-amerikanische Sängerin Pink in der Waldbühne.

Quelle: dpa

Berlin. Pink nimmt den Weg durch die Mitte. Sie lässt sich nicht abseilen oder über Geheimgänge auf die Bühne beamen. Der Superstar spaziert in der Waldbühne die Zuschauertreppe hinab, lässt sich von links und rechts knuddeln und singt den passenden Song zum Auftakt: „Get The Party Started“.

Seit fünf Jahren hat Pink kein Album mehr herausgebracht, seit mehr als vier Jahren kein Konzert in Berlin gespielt. Die beiden ausverkauften Shows am Freitag und Samstag in der Waldbühne gehören zu einer Handvoll von Auftritten in Europa. Die Sängerin zelebriert den Abend ausgelassen und unverkrampft. Sie trägt Pluderhose und Lederjacke, verzichtet auf Kostümwechsel und überlässt komplizierte Choreografien ihren Tänzern. Lieber lässt sie sich von den Fans mit Geschenken eindecken. Kleidung für ihre beiden Kinder, opulente Blumensträuße, merkwürdige Kopfbedeckungen – Pink freut sich über die Bescherung am Bühnenrand. Putzig ist, wieviel Freude die Fans ihr mit Selbstgebackenem machen. „Oh mein Gott, ist das Käsekuchen?“ – So klingt der Freudenschrei des mit reichlich Drogenerfahrung ausgestatteten Rockstars.

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Fast vier Jahre hat sie sich nicht in Berlin blicken lassen. Beim ersten von zwei ausverkauften Konzerten in der Waldbühne feierte die US-Sängerin Pink am Freitagabend ihr Comeback.

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Greatest-Hits-Show mit Rotzlöffel-Attitüde

Pink und ihre Band spielen die Songs, die der Anlass verlangt. „Raise Your Glass“, “Trouble”, „Try“, „Just Like A Pill“ – altvertraute Radiohits, die einem an der Ampelkreuzung schon so manche Rotphase verkürzt haben. Das Konzert gerät zur Greatest-Hits-Show, nur die hymnische Ballade „What About Us“ ist neu. Immer wieder streuen Pink und ihre Gefolgschaft Coverversionen ein, besonders lauten Jubel erntet das kurz angespielte „99 Luftballons“ von Nena. Während Pink den Led-Zeppelin-Song „Babe I’m Gonna Leave You“ singt, steigt sie in einen riesengroßen Gummiball. Die 37-Jährige kullert über die Köpfe der Fans. Auch sonst hat die Show allerhand Schnickschnack in petto. Rauchfontänen schießen auf dem Laufsteg in die Luft, aufgepumpte Monsterpuppen zieren die Bühne, hinter der immer wieder Feuerwerk aufsteigt.

Das klingt nach Bombast, wirkt aber eher, als hätte Pink ihre Liebsten zu einer Sturmfrei-Party eingeladen. Zumal sie ihre Songs, die nicht selten von Schnaps und Schlägereien erzählen, mit dieser typischen Rotzlöffel-Attitüde vorträgt. Sie singt Leck-mich-doch-Lieder übers Verlassenwerden, in deren Refrains, wie bei „Blow Me“, alle einstimmen können. Der Text klingt wie das durchkonjugierte Elend einer verhunzten Beziehung: „I’ve had a shit day / Have you had a shit day? / We’ve had a shit day.“

Nach rund 90 Minuten spielt Pink ihren Superhit “So What”, noch so ein Song zum Kerle in den Wind schießen. Ein weiterer Gang zu den Fans. Küsschen und tschüss. Nett war’s, dieses Mal wird es wohl keine vier Jahre bis zur Rückkehr dauern.

Von Maurice Wojach

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