Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Pointierte Miniaturen
Nachrichten Kultur Pointierte Miniaturen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:27 26.02.2013
POTSDAM

. Neben Karl-Heinz Tuschel und Klaus Frühauf beherrschte er seit 1970 als Matador die Nische der wissenschaftlich-phantastischen Prosa. Jetzt legte der Autor, der massiv von der Staatssicherheit bespitzelt wurde, mit „Ego-Episoden“ eine Art Biografie vor.

Mit den Bestsellern „Sieben fielen vom Himmel“, „Die Kristallwelt der Robina Crux“, „Die Marsfrau“ und „Antarktis 2020“ mauserte hatte er sich Schritt für Schritt zu einem Jules Verne der DDR gemausert. Seine Texte hatten im Wendejahr 1989 eine Gesamtauflage von 1,6 Millionen Exemplaren erreicht. Als der Honecker-Staat von den Landkarten verschwand, fiel der Autor wie manche seiner Zunftkollegen in ein tiefes Loch. Dass er heute wieder in der Branche mitmischt, hat mit seinem Unternehmergeist zu tun. Der Doktor der Geologie, der viele Jahre im berühmt-berüchtigten Lausitzer Kombinat „Schwarze Pumpe“ als Experte für Untergrundgasspeicher arbeitete, gründete 1995 mit seiner Frau Susanne den Kröger-Vertrieb, um Texte in Eigenregie herauszubringen. Bald waren seine Romane und Geschichten auch in westdeutschen Buchläden gefragt. 2009 startete der Projekte-Verlag in Halle an der Saale wegen dieses Booms sogar eine Gesamtausgabe der Werke Krögers.

Sein Leben schildert er nun in 86 pointierten Miniaturen. Der Science-Fiction-Guru rückt dabei oft Skurriles aus dem sozialistischen Alltag in den Vordergrund. So berichtet er von der Einladung zu einer Wohnungseinweihung. Als Geschenk hatte er mit Mühe einen Strauß Callas ergattert, weil im Geschäft, wie in der Mangelwirtschaft üblich, nichts weiter vorrätig war. Als er das Gebinde stolz seiner Frau präsentierte, zeigte die sich entsetzt: „Bist Du verrückt! Das sind Totenblumen!“ Da entsann sich Kröger seines Malkastens. Kurzerhand färbte er „drei der sieben Blüten zitronengelb und vier zart rot“. Fazit: „Unser Strauß war der prächtigste und bewundertste.“

Kröger schweift auch zurück in seine Jugend. Der 1934 in Flöhau geborene Schriftsteller weiß noch, wie die Vertreibung aus seiner böhmischen Heimat ablief: „Beizeiten wurden Mutter und ich von zugezogenen Tschechen aus unserem kleinen Haus geworfen, mit anderen, vom Abtransport noch Verschonten, in ein Massenquartier verfrachtet – und beileibe ging es nicht (noch nicht) ‚heim ins Reich', sondern: fürs gute tschechische Bier galt es den Hopfen zu pflücken.“ Erst nach der Ernte ließ man die Internierten ziehen: „Zielbahnhof: Die Skatstadt Altenburg. Und dort war der Zug geteilt worden. Die eine Hälfte fuhr nach dem Westen, die andere blieb. So wurde ich Ossi.“

Krögers Rückblick fällt erfrischend unsentimental aus. Im Gegensatz zu etlichen seiner Weggefährten verklärt er die SED-Diktatur nirgends. Das macht die humorigen Reminiszenzen sympathisch.

Alexander Kröger: Ego-Episoden. Regia-Verlag Cottbus 2012, 210 S., 10 Euro (Von Ulf Heise)

Kultur In einer Potsdamer Ausstellung darf sich ab Freitag die Dynastie der Jagiellonen vorstellen - Ost-West-Netzwerker

Heiratspolitik hat es möglich gemacht. Weil der Brandenburg-Ansbacher Markgraf Friedrich und der Brandenburger Kurfürst Joachim II. 1479 und 1535 die polnischen Prinzessinnen Sofia und Hedwig zum Altar führten, ist das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte mit von der Partie: als Kooperationspartner des deutsch-polnisch-tschechischen Ausstellungsprojekts „Europa Jagellonica“.

26.02.2013
Kultur Kammerakademie Potsdam verlängert Vertrag mit Chefdirigent Antonello Manacorda - „Ich will von Musikern gewählt sein“

Die Entscheidung war eindeutig. „Der Orchestervorstand schrieb mir: Das nötige Votum ist längst gegeben“, erklärt Frauke Roth, die Geschäftsführerin der Kammerakademie Potsdam.

25.02.2013
Kultur Zwei Ausstellungen widmen sich Friedrich I. - Stiftung lässt Gemälde rotieren

In der Geschichtsschreibung hat Preußenkönig Friedrich I. ein schlechtes Image. Prunksucht, Eitelkeit und Verschwendung werden ihm vorgeworfen. Er stand stets im Schatten seines übermächtigen Vaters, des Großen Kurfürsten.

25.02.2013