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Kultur Polnische Autoren der ersten Liga lesen in Brandenburg
Nachrichten Kultur Polnische Autoren der ersten Liga lesen in Brandenburg
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02:15 22.10.2015
Szczepan Twardoch Quelle: Magda Kryjak
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Potsdam

Nehmen wir Dorota Maslowska, 32 Jahre alt, die den Puls der polnischen Kritik mit Macht nach oben trieb. Ihr zweites Buch hieß „Paw królowej“, es ging um alles, es ging aufs Ganze, der Titel ließ sich doppelt übersetzen: „Der Pfau der Königin“ oder „Die Kotze der Königin“. Das Buch erschien 2005 im Original auf Polnisch, zwei Jahre hatte man Zeit, sich eine deutsche Übersetzung zu überlegen. Als das Buch auch hier erschien, im Jahr 2007, nannte der Verlag es „Die Reiherkönigin“.

Natürlich blieb das Buch nicht ohne Echo, die polnische Zeitung Wprost warf der Autorin vor, „sie schäume vor Zynismus, irritieren ob ihrer Hässlichkeit und Dummheit und rufe mit ihrer aggressiven Sprache sowie der Abwesenheit jeglicher erzählerischer Stringenz nur Abneigung hervor.“ Wer so viel Schaum vorm Mund erzeugt, der macht einiges richtig, denn nur die schlechten Bücher bleiben ohne Resonanz. Dass „Die Reiherkönigin“ ein düsteres Bild des aktuellen Polen malt, klingt schon im Titel an.

Es sei ein wenig still geworden um Dorota Maslowska, sagt Katarzyna Zorn, die beim Brandenburger Literaturbüro arbeitet und die Reihe „Polnische Autoren im Land Brandenburg“ betreut. Zorn kam 1969 in Posen zur Welt und studierte in Bremen Deutsche Sprach- und Kulturwissenschaft. Bereits 1999 und 2003 hat sie in Brandenburg Veranstaltungsreihen zu polnischen Autoren organisiert. Diesesmal hat sie auch Dorota Maslowska eingeladen, die aktuell mit ihrer Tochter in Warschau lebt.

Nach Jahren der Ruhe ist sie literarisch nun zurück und stellt ihr neues Buch „Liebling, ich habe die Katzen getötet“. Es ist nicht überliefert, auf welches Echo dieser wieder radikal artikulierte Titel in Polen stieß – Auszüge aus dem Buch wird sie am 9. Dezember im Potsdamer Literaturladen Wist vorlesen.

Dorota Maslowska ist der bunte Hund in Polens junger Literatur, und wenn es einen Shooting-Star, einen Senkrechtstarter im Land zu nennen gäbe, dann legt sich Katarzyna Zorn auf Szczepan Twardoch fest. Twardoch ist 35 und hat mit dem Roman „Morfina“ – auf Deutsch „Morphin“ – 2012 den Durchbruch in Polen geschafft. Er gilt als die herausragende neue Stimme der polnischen Literatur. Er liest aus dem Roman am 10. November in der Potsdamer Villa Quandt.

Eröffnet wird die Reihe an diesem Dienstag um 20 Uhr im Wilhelmshorster Peter-Huchel-Haus von Rita Gombrowicz, die über das „Intime Tagebuch“ ihres 1969 verstrobenen Mannes Witold Gombrowicz spricht. Erst jetzt hat die Witwe das schonungslose Buch zur Veröffentlichung freigegeben. Auch dieses Werk zählt zur ersten Liga in Polen, es unterstreicht die Güte der Veranstaltungsreihe.

„Polnische Autoren im Land Brandenburg“: Infos unter www.literaturlandschaft.de oder 0331/2804103.

Von Lars Grote

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