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Kultur Porno oder Popcorn: Diese Filme passen zu Ihnen
Nachrichten Kultur Porno oder Popcorn: Diese Filme passen zu Ihnen
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17:38 21.02.2018

Hallo Twens und Teens, liebe Middle-Ager, verehrte Silberrücken!

Fühlen auch Sie sich bei der Berlinale nach fünf Filmen am Stück mitunter wie ausgespuckt? Das eigene Leben kommt Ihnen vor, wie der Biss in die Pausenbrezel – trocken und trostlos, vertraut, aber ohne Füllung? Ist ja auch nicht leicht, aus 385 Filmen in 14 Sektionen die passenden zu picken. Und da komme ich ins Spiel, Ihr filmischer Typberater. 

Klicken Sie auf der Berlinale-Homepage die Programmsuche an. Geben Sie Ihr Lieblingsland an. Die Länder-Auswahl eignet sich bestens für Selbsterfahrungen in Sachen Positiv-Rassismus. Sie haben kein Lieblingsland? Entscheiden sie sich für Island, das mag jeder. Isländer nehmen sich nicht zu ernst, sind mit Trollen und Elfen per Du, drei von zwei Isländern sind Künstler, der Rest schreibt Drehbücher. Und tatsächlich, ein Film ploppt auf: „Adam“. Der Inhalt? Das Übliche – kranke Mutter, kaputte Mutter, Alkoholsucht, Selbstfindung, Coming-of-Age. 

Sie sind gerade erst Ihrem eigenen „Age“ entkommen und dürsten nicht nach Teenager-Träumen? Dann brauchen Sie es ein bisschen härter. Spazieren Sie in die Potsdamer-Platz-Arkaden, vorbei an den Schlafsäcken der Vorverkaufsschlange. An der Seite hängt ein Schild mit den Altersbeschränkungen. Ist ein Film erst ab 18 freigegeben und kommt aus Asien, dann greifen Sie zu und freuen sich auf absurde So-noch-nie-gesehen-Momente. Meine Highlights der vergangenen Jahrzehnte: Ein taiwanesischer Melonen-Porno und ein südkoreanisches Cyborg-Drama, bei dem sich eine junge Frau mit Automaten und Neonlampen unterhält. Sie verliebt sich in der Psychiatrie in einen Patienten, der ihr unter anderem eine Tür in den Rücken schneidet und in ihr Innerstes greift, wo sich Zahnräder drehen. Später schießen die Helden Patronenkugeln aus ihren Fingerkuppen. Ja warum denn auch nicht?!

Das ist Ihnen alles zu gewöhlich? Dann ab ins Forum Expanded, einer dieser skurrilen Sondersektionen. Wem beim Panorama der Teppich nicht rot genug ist, geht in einen Film aus Panorama Special, wer in der ohnehin experimentellen Sektion Forum noch Restspuren von Handlung erkennt und sich daran stört, sollte also die Beiträge aus Forum Expanded in Erwägung ziehen. Die Video-Arbeiten und Filme tragen Titel wie zum Beispiel „6144 X 1024“ und versprühen die Emotionalität eines Eisschranks. Hier eine Beschreibung des Werks: „6144 X 1024 fächert das gesamte Darstellungsspektrum eines digitalen Projektors in einer computergenerierten Vorführung auf. Der über 36 Stunden dauernde Prozess entfaltet sich über den Festivalzeitraum täglich für einige Stunden im kleinen Saal des Kino Arsenal.“ Klingt nicht gerad nach Popcorn. Also: Reingehen!

Von Maurice Wojach

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