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Kultur Porträtfotos in der Orangerie Oranienburg
Nachrichten Kultur Porträtfotos in der Orangerie Oranienburg
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16:25 04.02.2016
Im Ausfallschritt und mit herzlichem Lachen: Christian, der Tischler, mit seiner E-Gitarre. Quelle: Fotos: Matthias Jankowiak
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Oranienburg

Detlef schaut breitbeinig ins Nirgendwo. Er trägt Gartenschlappen, sitzt auf einer Bank, rechts hinter ihm schimmert eine Hecke. Sein Mund ist geschlossen. Detlef wirkt zu ruhig, um ein Schwätzer zu sein. Neben dem Foto steht ein einziger Satz. Er zeigt, dass das da in seinem Gesicht Ironie sein könnte: „1983 der ostwestfälischen Reihenhauskleingartenidylle entflohen, um 2011 in einem Kleingarten in Berlin-Blankenfelde zu landen.“

Der Grafik-Designer Detlef ist einer von 19 Weggefährten, die der Fotograf Matthias Jankowiak für eine Wanderausstellung in Schwarzweiß-Aufnahmen porträtiert hat. Zuletzt war sie in Bielefeld, noch den ganzen Februar über ist sie in der Oranienburger Orangerie zu sehen. Die hochformatigen Bilder füllen gerade mal die lange Wand neben dem Veranstaltungssaal aus. Trotzdem kann man lange vor ihnen verharren und grübeln, mit was für einen Menschen man es zu tun hat. Eines ist schon mal klar, sie alle sind etwa im selben Alter wie der 54-jährige Fotograf.

Er hat der Werkschau den Titel „Zweidrittel“ verliehen. Jankowiak beschlich selbst das Gefühl, in eine neue, entscheidende Phase seines Lebens einzubiegen. Es entstand die Idee, die eine oder andere Abbiegung zu nehmen und bei Weggefährten von einst nachzufragen, wie es ihnen überhaupt und wie es ihnen mit ihrem Alter geht. Manche hat er zwei Jahrzehnte gesehen, vor die Kamera zwingen musste er niemanden. Gemeinsam fanden der Fotograf und die Fotografierten Plätze und Dinge, die eine Menge aussagen, was in dem Alter noch geht. Und die Antwort, so Jankowiak, sei meist diese: „Es gibt an Zeit nichts mehr zu verschenken, aber eigentlich sagen alle – da geht noch eine ganze Menge.“

Viele der Porträtierten blicken – mal lächelnd, mal gedankenverloren - auf etwas, das ihnen hilft, eigene Wünsche zu verwirklichen und sich wohl zu fühlen: ein Motorrad, eine Staffelei, ein Schaufenster mit altem Trödel. Manche lösen sich, so steht es in den selbstverfassten Texten, vom alten Besitz. Anderen gerät erst in der mit hässlichen Begriffen wie „Midlife-Crisis“ und „Wechseljahre“ abgetanen Lebensphase etwas ganz Bedeutendes in die Hände. David geht das so. Der Importeur steht angelehnt an ein Regal mit abgewetzten Pappkisten, in seinen Händen liegt sein Baby Leon. Die beiden strahlen sich an. Auf dem Schild daneben steht, „der Gedanke, dass es keine Ruhe mehr gibt, ist schwer und schön zugleich“.

Häufig ändert sich etwas zum dritten Drittel hin, Jankowiaks Weggefährten wollen eine Eisdiele eröffnen, bauen ein Fachwerkhaus um oder frönen verstärkt ihrem Hobby, etwa der Imkerei. Manche Texte generieren Lebensweisheiten wie die von Susanne: „Schließe ab mit dem, was war, sei glücklich über das, was ist. Bleibe offen für das, was kommt. Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.“ Und dann gibt’s da noch Christian. Der Tischler fällt aus dem Rahmen der nachdenklich wirkenden Bildersammlung wie ein Motörhead-Song auf einem Kuschelrock-Album. Der Tischler, den Jankowiak seit der ersten Schulklasse kennt, kniet sich mit seiner E-Gitarre im Ausfallschritt nach vorn. Lange Mähne, herzliches Lachen. Alles war er will, ist, dass alles schön bleibt: „Zum Glück sind meine drei Brüder und ich nie in die ‚Bravo’ gekommen und können ungestört regelmäßig bei Hardrock und Bier das Glück der Familie, der Freundschaft und der Liebe feiern.“

Von Maurice Wojach

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