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Kultur Potsdam sucht Profi-Musiker für Babykonzerte
Nachrichten Kultur Potsdam sucht Profi-Musiker für Babykonzerte
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20:37 27.05.2016
Dieses Talent kann immerhin schon sitzen! Quelle: PR
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Potsdam

Nach der Geburt eines Kindes erschrecken Mütter und Väter oft, wie laut es auf der Welt zugeht. Die schutzlosen Trommelfellchen der wehrlosen Geschöpfe sind vom ersten Tag an brutalen akustischen Reizen ausgesetzt.

Dagegen will der Potsdamer Nikolaisaal ab Herbst eine Kissen-Landschaft errichten, in der Sprösslinge zwischen zwei und zwölf Monaten ganz Ohr sein können, weil ihnen erstklassige Live-Musik geboten wird. Die Säuglinge dürfen dabei nach Belieben auf dem geheiztem Boden kullern, brabbeln und strampeln, während die Mütter und Väter separiert sitzen und verzückt zuschauen und natürlich auch zuhören.

Geschäftsführerin Andrea Palent sucht für die „Babykonzerte“ allerdings noch nach geeigneten Musikern. Die gestandene Veranstalterin hat schon viel für die musikalische Bildung von Kindern und Schülern getan. Nun will sie in der nächsten Spielzeit auch noch das Kleinkindalter unterbieten und die Gehörbildung schon bei den Säuglingen fördern.

„Wir suchen Instrumentalisten und Perkussionisten, die auf Profi-Niveau mit Sinn für szenische Aktionen und dramaturgischem Geschick Konzerte für die Winzlinge geben“, so Palent. Sie hofft, dass sich einige Duos und Trios bilden, denen das Format langfristig ein neues Geschäftsfeld eröffnen könnte.

Zunächst sollen die Konzerte vor maximal 20 neuen Erdenbürgern einmal monatlich im Café Ricciotti stattfinden, das der Nikolaisaal in seinem Vorderhaus betreibt. Eine zweite Vorstellung ist dann in der Babelsberger Angerkirche geplant. Für die Umsetzung ist Hörvermittlerin Auli Eberle zuständig. Die junge Mutter ergänzt, dass die Musiker auswendig spielen sollten, sich auch leicht kostümieren dürfen und, wenn sie nah an die Kleinen rangehen, sehr leise spielen müssen.

Die Deutsche Oper Berlin bietet schon seit Jahren Baby-Konzerte an. Auch die Städtische Musikschule in Potsdam führt einmal wöchentlich einen halbstündigen „Baby-Musikgarten“ durch. Der ist aber erst für Säuglinge ab sechs Monate. Matthias Holz, stellvertretender Leiter der Musikschule, sagt dazu: „Diese Art der frühmusikalischen Erziehung zielt mehr auf die Eltern als auf die Kinder ab.“ Und erklärt, dass in Familien leider kaum noch gesungen werde. „Deshalb möchten wir etwas erarbeiten, was früher von zu Hause mitgebracht wurde“, so Holz. Kinder, die nicht singen, hätten es schwerer, ein Instrument zu erlernen.

Das Babelsberger Thalia-Kino lädt seit Herbst dienstags zum „Kinderwagenkino“ ein. Hier behauptet der Anbieter aber nicht, etwas für die Bildung der Strampelanzugträger zu tun. Hier geht es darum, dass es Müttern und Vätern nicht peinlich sein muss, wenn während der Vorstellung gestillt, gewindelt und auch getröstet werden muss. Sind doch die akustischen Reize aus der Dolby’s-Around-Anlage nicht ganz ohne.

Musiker können sich bewerben:
eberle@nikolaisaal.de

Von Karim Saab

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