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Kultur Potsdamer Fabrik erhält Bundesförderung
Nachrichten Kultur Potsdamer Fabrik erhält Bundesförderung
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01:15 10.12.2018
Mit Haarpracht, egal ob mit echter oder mit künstlicher, lässt sich ein Eindruck von Wildheit erwecken. Quelle: Foto: Gueltekin
Schiffbauergasse

Eine Bundesförderung kommt Kulturträgern in Potsdam höchst selten zugute. Die Fabrik Potsdam kann die nächsten drei Spielzeiten 180.000 Euro zusätzlich für Eigenproduktionen ausgeben, die sich gezielt an junge Zuschauer richten. Das Staatsministerium für Kultur und Medien hat ein 1,2 Millionen-Paket geschnürt, das zudem eine Kooperation zwischen Potsdam, Hamburg und München ermöglicht.

Den Anfang macht an diesem Wochenende ein Gastspiel von K3 Hamburg. In dem Stück „Für Mich“ sollen Jugendliche ihre generationstypischen Themen, Ängste und Stimmungen erkennen, die professionelle Bühnentänzer in Körpersprache umsetzen. Im Sprechtheater und in der klassischen Musik gibt es längst Education-Programme und spezielle Inszenierungen für Jugendliche. Das Verständnis für den zeitgenössischen Tanz, der stark auf Abstraktion setzt, fällt aber auch nicht vom Himmel.

Bewegungskunst im weitesten Sinne

Dabei ist es sicher von Vorteil, dass der Tanz heute in einem sehr weiten Sinne als Bewegungskunst aufgefasst wird. Ob unruhiges Zappeln oder cooles Posieren, ob sportgymnastische Betätigung oder wildes Abhotten in der Disco – alle Ausdruckformen lassen sich in klassische Tanzfiguren integrieren.

In der Aufführung der Hamburger Kampnagel-Fabrik richtet die Choreografin und Tänzerin Antje Pfundtner zunächst animierende Worte ans Publikum, um den Weg in die nonverbale Sphäre zu ebenen. „Wer unzufrieden ist mit der eigenen Frisur, schlägt die Beine übereinander“, sagt sie oder: „Wer nicht mehr zu Hause wohnen möchte, hält die Luft an“.

Mit Rülpsern und Pobacken-Geräuschen

Indes beginnt das Trio in roten Adidas-Anzügen schon mit gestischer Körperarbeit. Norbert Pape, ein Tänzer mit einem Pferdeschwanz, erzählt von seiner Großmutter im französischen Jura, für die eigentlich das Tanzen wie das Akkordeon zum Leben gehörte. Dennoch habe er sich nie getraut, einfach aufzustehen und für sie zu tanzen. Er holt es nach, ganz ohne Musik. Zur Performance von Juliana Oliveira gehören auch Rülpser, Pobacken-Geräusche und Arien im Stile einer Opernsängerin.

Eine Episode folgt der nächsten, es wird keine Geschichte erzählt. Bühnennebel, Langhaarperücken und Discobeats setzen zusätzliche Akzente. Gesprochene Sätze und Rhythmen entwickeln in den akustischen Pausen einen poetischen Nachhall, während das Bewegungstheater schon wieder weitergeht.

Worte und Tanzaufführungen – das ist zweierlei. Norbert Pape und Juliana Oliveira. Quelle: Öncü Gültekin

Antje Pfundtner dreht in einer ewigen Ja-Nein-Abwägung die Handflächen nach Innen und nach Außen. Aber ihre schönste Ansprache ans Publikum ist: „Stell Euch vor, in welchen Momenten im Leben Ihr lieber nicht tanzt.“

In der ersten Spielzeit 2018/19 sind insgesamt sechs Uraufführungen geplant, die jeweils in allen drei Städten gezeigt werden. Wie Hamburg und München produziert auch Potsdam pro Jahr zwei Formate. Bei der Stückentwicklung arbeitet die Fabrik mit der Gerhart-Hauptmann-Grundschule, der Freien Schule, der Grundschule am Pappelhain und der Neuen Grundschule zusammen. Unterstützt wird der Prozess von zwei Tanzwissenschaftlerinnen, Jeanne Chapy und Johanna Simon. Die Proben für „ONON7“ mit dem Choreografen Clément Layes haben bereits begonnen.

„Für Mich“ (ab acht Jahre). Sa 18 Uhr, So 16 Uhr. Fabrik Potsdam, Schiffbauergasse.

Von Karim Saab

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