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Potsdamer Kubiczek für Buchpreis nominiert

Deutscher Buchpreis Potsdamer Kubiczek für Buchpreis nominiert

Dienstag gab eine siebenköpfige Jury bekannt, welche 20 Romane für den Deutschen Buchpreis 2016 infrage kommen. Mit dabei ist ein Potsdamer Autor. Die bekannte Autorin Juli Zeh aus Brandenburg, dagegen, hat es nicht geschafft.

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André Kubiczek, 1969 geboren, wuchs in Potsdam Am Stern auf.

Quelle: J.Stähle

Potsdam. André Kubiczek hat es mit seinem Potsdam-Roman „Skizze eines Sommers“ auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Juli Zehs viel beachteter Gesellschaftskrimi „Unter Leuten“, der eine Brandenburger Dorfidylle entzaubert, fand dagegen bei den Juroren keine Gnade.

Die sieben Kritiker standen vor der Aufgabe, aus 178 Romanen die wichtigsten 20 zu ermitteln, die in diesem Jahr im deutschsprachigen Raum erschienen sind oder noch erscheinen werden. Dass eine autobiografische Adoleszenz-Geschichte, die Kubiczek mit präzisem Lokalkolorit versieht, auch bei Lesern gut ankommt, die nicht in Potsdam oder in der DDR aufgewachsen sind, ist ein literarisches Kompliment sondergleichen.

Starke Konkurrenz

Kubiczeks entspannter, nie elaborierter Erzählton (der MAZ-Lesern bereits am 5. Juli angepriesen wurde) kommt beim Publikum gewiss gut an. Im Abgleich mit der aktuellen deutschen Gegenwartsliteratur, die gern mit diffizilen Themen und schweren Sprachgeschützen aufwartet, könnte das Buch beim finalen Kritiker-Check aber als Leichtgewicht durchfallen. Unter den Konkurrenten sind nämlich Epochenromane wie Gerhard Falkners „Apollokalypse“, Familiengeschichten wie Reinhard Kaiser-Mühleckers Brüderdrama „Fremde Seele, dunkler Wald“ und andere ultimativ schwere Kost. Thomas von Steinaecker entwirft in seiner „Verteidigung des Paradieses“ die Anti-Utopie einer verwüsteten Welt ohne Menschlichkeit. Thomas Melle berichtete in „Die Welt im Rücken“ von seiner manischen Depression. Und in Hans Platzgumers „Am Rand“ geht es gar um die Sehnsucht nach dem Glück im Tod.

In den letzten drei Jahren haben hochkomplexe Romane von Frank Witzel, Lutz Seiler und Terézia Mora das Rennen gemacht. Gegen die nimmt sich Kubiczeks simple Beschreibung eines Sommers aus Teenager-Sicht wie eine Provokation aus. Denn Gegenwartsromane aus Deutschland werden vom Rest der Welt ja deshalb gemieden, weil sie sich nicht so einfach weglesen lassen. Der Deutsche Buchpreis wurde 2005 mit dem Ziel eingeführt, über die Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit für deutsche Romane zu schaffen. Das ist bisher kaum gelungen (Gründe, siehe oben). Aber vielleicht wagt die Jury in diesem Jahr ja eine Zäsur und verpasst der deutschen Literatur einen Image-Wechsel. Einige Titel auf der Longlist handeln schließlich von Wendepunkten im Leben – so aus männlicher Sicht: Bodo Kirchhoffs „Widerfahrnis“ und Michael Kumpfmüllers „Die Erziehung des Mannes“ – und aus weiblicher Sicht: Katja Lange-Müllers „Drehtür“ und Dagmar Leupolds „Die Witwen“. Helden und Heldinnen brechen auf und aus, suchen das Glück und erfinden sich neu. Am 20. September wird die Jury eine Shortlist aus sechs Romanen bestimmen. Am 17. Oktober steht dann fest, wer 2016 den Deutschen Buchpreis und das Preisgeld von 25 000 Euro bekommt.

Von Karim Saab

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