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Kultur Tanzende Randalierer: Sinnlos, aber wundervoll
Nachrichten Kultur Tanzende Randalierer: Sinnlos, aber wundervoll
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00:24 06.06.2015
Pieter Ampe und Benjamin Verdonck (r.) bei den Potsdamer Tanztagen Quelle: MAZ
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Potsdam

Tanzen sie eigentlich? Nein, sie randalieren. Auf eine filigrane Art, die mit der Poesie verwandt ist. Der Belgier Pieter Ampe tritt auf die Bühne wie ein Vögelchen, das Schutz sucht. Er spricht mit großer Geste und so hochdeutsch, wie es einem Belgier eben möglich ist: Warum hat sich das Wäldchen in Erwartung des Schnees sich schon entkleidet? Ein Frage, die nicht in eine rationale Welt gehört, sondern in ein Stück, das sich „We don’t speak to be understood“ nennt, als deutsche Erstaufführung bei den Potsdamer Tanztagen. Übersetzt: Wir sprechen nicht, um verstanden zu werden. Dieser erste Satz wird der einzige gesprochene des Abends bleiben. Missverständnisse sind also ausgeschlossen.

Vivaldi von der Schallplatte – Belgier tanzen wie zu Motörhead

Bald tritt auch Benjamin Verdonck mit auf die Bühne, er hat in einem Kühlschrank geruht. Sein Vollbart weist ihn aus als einen Menschen, der ein unverbrüchliches Verhältnis zur Natur hat. Es läuft Vivaldi von der Schallplatte, das gibt dem ganzen einen Glanz, der klassisch ist, doch auch ein Stück von Motörhead lässt sich hier vorstellen.

Kampf gegen Windmaschinen – Feuerwehreinsatz

Was die beiden Männer auf der Bühne treiben? Sie stellen Windmaschinen an, kämpfen gegen flatternde Fäden. Putzen sich die Zähne zur Musik. Gießen sich Honig in den Mund. Deuten eine zarte Schlägerei an. Das ist sinnlos, aber wundervoll. Am Ende baden sie in Kunstnebel. Die Feuerwehr kommt mit vier Autos. Echte Autos, keine Inszenierung. Die Belgier lösen Feueralarm aus. Ein Feuerwerk der Kunst ist abgebrannt, zwischen Traum und Wirklichkeit lässt sich am Ende kaum mehr unterscheiden.

Informationen zum Programm und Tickets finden Sie hier:
www.potsdamer-tanztage.de

Von Lars Grote

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