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Nachrichten Kultur Potsdamer holt Oscar für Spezialeffekte
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11:11 05.03.2018
Gerd Nefzer ist Experte für Spezialeffekte  Quelle: dpa
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Potsdam

"Das fühlt sich großartig an, fantastisch!", jubelte Nefzer wenig später hinter der Oscarbühne. "Es ist ein super Moment in meinem Leben, ich hätte nie gedacht, dass ich es als deutscher Special Effects Supervisor mal zu den Oscars schaffe. Es ist unglaublich, ich kann es immer noch nicht fassen." Und auf die Frage, wie er seinen Erfolg feiern wolle, sagte er: "Ich bin mir noch nicht sicher, es ist das erste Mal, dass ich einen Oscar gewinne - wahrscheinlich auch das letzte Mal ... Aber ich denke, wir werden viel Spaß haben und wohl auch ein bisschen was trinken."

Der 52-jährige Gerd Nefzer ist eher ein ruhiger Typ - aber bei seiner Arbeit lässt es der Spezialist für Special Effects mächtig krachen: Seit drei Jahrzehnten inszeniert Nefzer brennende Häuser, explodierende Hubschrauber und zerschossene Autos für Krimi-Serien und Kinofilme. Und zwar real am Filmset und nicht am Computer. Jetzt erhielt Nefzer gemeinsam mit seinem Team für die Arbeit beim Science Fiction-Film „Blade Runner 2049“ in Hollywood den Film-Oscar in der Kategorie Visual Effects.

Richard R. Hoover, Paul Lambert, John Nelson und Gerd Nefzer (rechts) nehmen während der Verleihung der 90. Academy Awards, den Oscars 2018, auf der Bühne im Dolby Theatre den Oscar für die besten visuellen Effekte für den Film “Blade Runner 2049“ entgegen. + Quelle: Idpa

Dabei musste Nefzer in dem Thriller weniger für spektakuläre Szenen, sondern vielmehr als „Wettermacher“ für düstere Stimmung sorgen. Denn der Film spielt in der Zukunft und geht davon aus, dass die Umweltzerstörung schon weit fortgeschritten ist. So musste sein Team am Set alle Register schlechten Wetters ziehen: Von leichtem bis dickem Nebel, von Regentropfen bis Starkregen und von Schneeflocken bis zum Schneesturm. "Diese Wetter-Stimmungen waren dem Regisseur Dennis Villeneuve und Kameramann Roger Deakins besonders wichtig für den „look“ des Films", erläuterte Nefzer nach seiner Nominierung.

In Los Angeles wurden in der Nacht zu Montag die wichtigsten Filmpreise der Welt verliehen. Das sind die Gewinner.

Eigentlich hatte der gebürtige Schwabe Landwirt gelernt und Agrartechnik studiert. Doch sein Schwiegervater, der im baden-württembergischen Schwäbisch Hall einen Verleih von Filmautos und -waffen betrieb, überredete ihn, auf Special Effects umzusatteln. Seine handwerkliche Ausbildung half ihm dabei, und in Nefzers Firma auf dem Gelände des Potsdamer Studios Babelsberg arbeiten viele weitere Handwerker: Ein Metzger, ein Schlosser, ein Bergmann und ein Landmaschinen-Mechaniker.

Erfolg für Medienboard Berlin-Brandenburg

Erfolg auch für den vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderte Film "Eine fantastische Frau". Ein Drama um Liebe und Verlust im Leben einer Transgender-Frau hat es nun auch zu Oscar-Weihen gebracht: „Eine fantastische Frau“ wurde bei der Gala in Los Angeles als bester nicht-englischsprachiger Film ausgezeichnet. Der Streifen aus Chile galt als Favorit: Kritiker würdigten ihn als Meilenstein in der filmischen Verkörperung Transsexueller. Hervorgehoben wurde vor allem die Sensibilität, mit der das gesellschaftlich relevante Thema in dem Drama behandelt wird.


In seiner Dankesrede pries Regisseur Sebastián Lelio die chilenische Transgender-Hauptdarstellerin Daniela Vega als seine Inspiration für den Film. Das Drama erzählt die Geschichte von Marina, einer Transgender-Kellnerin und Nachtclub-Sängerin, deren langjähriger Partner plötzlich stirbt.

Von Klaus Peters

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