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Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut gestorben

Literatur Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut gestorben

Der Kobold Pumuckl hat Generationen von Kindern begeistert. Nun ist die Schöpferin des rothaarigen Klabautermannes, Ellis Kaut, gestorben.

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Ellis Kaut ist tot.

Quelle: Matthias Schrader

München. Ein kleiner Kobold hat sie berühmt gemacht. Die Autorin Ellis Kaut schuf vor mehr als 50 Jahren den rothaarigen Klabautermann Pumuckl, der seitdem in Hörspielen, Fernsehsendungen und Büchern seine Streiche treibt.

Im Alter von 94 Jahren ist die Erfinderin des kleinen Quälgeistes am frühen Donnerstagmorgen nach langer Krankheit in einem Pflegeheim bei München gestorben.

Bis zuletzt hatte Kaut verfolgt, wie es um "ihren" Kobold stand - und seine Abmagerungskur hatte ihr gar nicht gefallen. "Scheußlich" habe sie den schlanken Kobold gefunden, sagte ihre Tochter Uschi Bagnall.

Der Stuttgarter Kosmos Verlag hatte den Helden für eine neue Ausgabe moderner zeichnen lassen, ohne konkrete Vorgaben zu machen. Der Illustrator hatte ihn daraufhin sportlicher und schlanker gestaltet - und damit empörte Reaktionen der Fans ausgelöst. Schnell war klar, dass Pumuckl seinen Bauch zurückbekommt.

Zum 90. Geburtstag hatte sich Kaut gewünscht: "Gesundheit - und dass alle so lange leben wie ich, damit ich niemand sterben seh'." Dabei war die in Stuttgart geborene Kinderbuchautorin bis ins hohe Alter aktiv.

So war es für sie keine Frage, dass sie ein Gutteil der Fanpost elektronisch per Email beantwortete. Und bei ihrem Hobby Fotografie war sie längst auf Digitaltechnik umgestiegen. Regelmäßig traf sie sich mit anderen Fotografen in der "Sezession Münchner Lichtbildner". Und immer noch standen gelegentlich Kinder plötzlich vor ihrer Haustür im Münchner Stadtteil Obermenzing und wollten ein Autogramm. "Ich weiß nicht, was die vielen Menschen mit all den Unterschriften anfangen", wunderte sich Kaut. Oft werde sie auch von Menschen auf der Straße erkannt. "Dann sind Leute fröhlich. Sie fangen an, mir Geschichten vom Pumuckl zu erzählen."

Generationen sind in Deutschland mit "Meister Eder und sein Pumuckl" groß geworden. Der freche Kobold eroberte aber auch Kinderherzen in europäischen Ländern wie Spanien und Frankreich - und sogar in China.

Pumuckl war nicht das einzige Werk der vielseitigen Künstlerin. Für den Bayerischen Rundfunk (BR) schrieb die gelernte Schauspielerin und Bildhauerin Hunderte von Beiträgen für Schulfunk und für Frauenmagazine. Eine Erfolgsstory wurden neben Pumuckl die 120 Geschichten vom "Kater Musch". Außerdem trieb "Uli der Fehlerteufel" - mit vollem Namen Ulimantulus Irrichmich - in den 70er und 80er Jahren sein "Unwesen" in Rechtschreibfibeln westdeutscher Schüler. Er verdrehte Buchstaben, stahl Satzzeichen oder ganze Wörter - die Kinder mussten die Fehler berichtigen.

Damit Kinder auch in der Zukunft "Pumuckl", "Kater Musch" und viele andere Geschichten lesen können und zugleich möglichst wenig Fehler machen, rief Kaut schon vor Jahren eine Stiftung zur Förderung des Lesens und der Kinderliteratur ins Leben, die sie später an die Internationale Jugendbibliothek in München übergab. Durch Lesen könne man unglaublich viel lernen, argumentierte sie.

Zeitweise arbeitete Kaut 16 Stunden am Tag. Erst 2009 mit der Veröffentlichung ihrer Autobiografie "Nur ich sag ich zu mir" legte sie den Stift endgültig hin. Sie habe dennoch genug zu tun, sagte sie wenig später. Allerdings vertrödele sie auch viel Zeit. "Aber es ist ganz nett, wenn man sich dann sagen kann: "Du darfst" - der Spruch der normalerweise auf irgendwelchen Leberwürsten steht." Das Älterwerden sei "nicht ganz leicht", sagte sie. Aber: "Ich bin durchaus neugierig was kommt."

Mit ihren Geschichten, mit Pumuckl und mit ihrer Stiftung, bleibt Ellis Kaut unsterblich. "Meister Eder und sein Pumuckl" wird immer wieder im Fernsehen ausgestrahlt. Generationen von Kindern werden wahrscheinlich auch im digitalen Zeitalter weiter die Geschichten von dem rothaarigen Kobold lesen. Und sicher werden die Menschen weiter von Kauts Fehlerteufel Ulimantulus Irrichmich heimgesucht, wenngleich sein Name dann vielleicht in Vergessenheit geraten ist.

dpa

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