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Kultur Puppenmutter von Pittiplatsch ist gestorben
Nachrichten Kultur Puppenmutter von Pittiplatsch ist gestorben
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07:29 11.05.2016
Pittiplatsch und Herr Fuchs. Quelle: dpa
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Potsdam

Pittiplatsch der Liebe konnte ganz schön nerven. Allein schon seine hohe, durchdringende Stimme! Der schwarze Kobold mit der weißen Punk-Frisur war ein elender Wichtigtuer. Er sprach von sich selbst oft in der dritten Person und war verdammt neugierig. Und wenn er seine Selbstlosigkeit betonte, verfolgte er meistens irgendwelche eigenen Interessen oder hatte einfach nur Schiss. Kurzum: Er war ein Charakter, mit dem sich Kinder gut und gern identifizieren konnten!

Die Bildhauerin Emma-Maria Lange Quelle: privat

Der Erfolg dieser Figur des DDR-Fernsehens hatte viele Mütter und Väter. Aber Emma-Maria Lange war es, die sich sein Äußeres ausdachte. Die Bildhauerin lebte in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) und starb am 4. Mai im Potsdamer Bergmann-Klinikum im Alter von 95 Jahren, wie erst gestern bekannt wurde. Im Abendgruß des DDR-Fernsehens prägten Pittiplatsch Dialoge mit Kollegin Schnatterinchen die Rahmenhandlung. In der Zeit des Kalten Kriegs konkurrierten bekanntlich sogar Sandmännchen – Ost gegen West. Der schwarzen Puppe mit den großen Kulleraugen war es am Ende mit zu verdanken, dass nicht alle DDR-Bürger den „Feindsendern“ den Vorzug gaben.

Eine Ost-West-Geschichte prägte auch die Biografie der Pittiplatsch-Erfinderin. Emma-Maria Lange wurde 1921 im württembergischen Wasseralfingen geboren. Sie kam schon als Kind im elterlichen Betrieb mit Kunsthandwerk in Berührung, belegte mitten im Weltkrieg künstlerische Abendkurse in München und kam dann zum Studium an die Hochschule Weißensee nach Ostberlin. In Berlin und Teltow machte sie sich 1958 mit einer Puppenmanufaktur selbstständig. Als Bildhauerin, die realistische Figuren schuf, konnte sie noch vor drei Jahren eine letzte große Arbeit fertigstellen. In Stahnsdorf stehen seit 2012 auf dem Dorfplatz zwei pausbäckige Zille-Gören. Die Bronze zeigt ein lebensechtes Geschwisterpaar nach Vorlagen des Arbeiter-Malers Heinrich Zille (1858–1929), der auf dem Südwestkirchhof begraben liegt. Ein anderes Sujet, das die Künstlerin beschäftigte, waren leidvolle Afrikanerinnen.

Das Credo von Emma-Maria Lange lautete: „Der Antrieb zur bildhauerischen Tätigkeit ist weniger äußeren Einflüssen geschuldet, vielmehr besteht in meinem Leben seit jeher ein schier unstillbarer Wunsch und Drang, aus einem Stück Ton eine Figur zu formen und damit ein plastisches Sinnbild zu schaffen.“

Von Karim Saab

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