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RBB streicht „Klartext“ und Max Moor

Ab April 2017 Programmreform beim Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB streicht „Klartext“ und Max Moor

Am Donnerstag informierte der Rundfunk Berlin-Brandenburg über die im April 2017 beginnende Programmreform. Intendantin Patricia Schlesinger setzt darauf: Informativ, kantig, lustig, unterhaltsam soll das RBB-Fernsehen werden. Der Fokus liegt auf dem Abendprogramm. Beschlossen ist u.a. das Aus für „Klartext“ mit Astrid Frohloff sowie sämtliche Sendungen mit Max Moor.

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RBB-Intendantin Patricia Schlesinger.

Quelle: dpa

Potsdam, . Keine hundert Tage ist Patricia Schlesinger Intendantin des RBB. Ihr Reformeifer erscheint manchem übertrieben, doch lange genug wird gejammert über das Fernsehprogramm, das – je nach dem, wen man fragt – zu viel oder zu wenig Berlin, zu viel oder zu wenig Brandenburg bringt, auf alle Fälle aber zu wenig eingeschaltet wird. Das gilt nicht für die „Abendschau“ und „Brandenburg aktuell“. Ansonsten aber dümpelt die Quote bei aktuell 5,5 Prozent. Es ist die niedrigste aller ARD-Dritten. Der zweitschwächste WDR kommt auf 6,2, der MDR als Nummer eins auf 9,6 Prozent. „Wir haben mit dem Fernsehen zuletzt eine Durststrecke erlebt“, sagt Schlesinger. Die will sie überwinden.

Am Donnerstag informierte der RBB über die im April 2017 beginnende Programmreform. Der Fokus liegt auf dem Hauptabend nach der „Tagesschau“. Investiert wird in Eigenproduktionen, um das Profil zu schärfen. Schlesinger zählt vier Attribute auf: Informativ, kantig, lustig, unterhaltsam soll das RBB-Fernsehen werden.

Ein neues multimediales Wirtschafts- und Verbrauchermagazin

Die Änderungen im Einzelnen: Am Montag wird es als Ersatz für „WAS!“ ein multimediales Wirtschafts- und Verbrauchermagazin geben, zu einem späteren Zeitpunkt im Anschluss um 21 Uhr Doku-Serien. Für den Donnerstag um 20.15 Uhr plant der RBB ein gesellschaftspolitisches, satirisch angehauchtes Format. Anleihen könnten von Radio eins kommen.

Einige bestehende Sendungen werden überarbeitet: „Täter – Opfer – Polizei“ mit Uwe Madel und das Geschichtsmagazin „Theodor“, das vom frühen Sonntagabend mit dem neuen Titel „Erlebnis Geschichte“ auf den Dienstagabend rückt. Das zu überarbeitende „Stilbruch“ wird in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf den Sonntag nach „RBB aktuell“ gerückt. Die Kirchensendung am Sonnabend macht einem Format Platz, das passend zur wenig religiösen Region integrativen Charakter haben soll. Auf der Kippe steht das deutsch-polnische „Kowalski & Schmidt“. Schließlich wird der quotenschwache „Sportplatz“ am Sonntagabend neu konzipiert und auf den Nachmittag vorgezogen.

„Klartext“ und Max Moor werden gestrichen

Wo Neues kommt, muss Altes weichen. Beschlossen ist das Aus für das zweiwöchentliche „Klartext“ mit Astrid Frohloff sowie für sämtliche Sendungen mit Max Moor. Es wird auch keine weitere Staffel von „Stadt, Rad, Hund“ mit Bettina Rust geben. Während „RBB um6“ in der zweiten Jahreshälfte 2017 an sieben statt fünf Tagen gesendet wird, wird das als Quotenretter gescheiterte „RBB um 4“ Ende 2017 eingestellt. Da der Nachmittag nicht mehr im Fokus steht, wird auf diesem Sendeplatz ein aus dem ARD-Fundus übernommenes Quiz ausgestrahlt – etwas unter Schlesingers Vorgängerin Dagmar Reim Undenkbares.

Was das alles kostet? Allein das Aus von „RBB um 4“ macht 2,5 Millionen Euro frei – die Hälfte der für die Reform als notwendig erachteten fünf Millionen Euro. Der Rest soll aus den Mehreinnahmen fließen, die seit der Umstellung des Rundfunkbeitrags auf einem Sperrkonto liegen, dem RBB bald aber zur Verfügung stehen.

Bis Ende 2018 kündigt Schlesinger weitere Neuerungen an: „Das alles ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf, es wird Verzögerungen geben, Umwege, Pannen“. In einem Jahr will sich der RBB dann ein neues Erscheinungsbild gönnen. Es soll ihn in besserem Licht erstrahlen lassen als bisher.

 

Von Ulrike Simon

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