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Radprofi Jens Voigt im Potsdamer Filmmuseum

MAZ-Gespräch Radprofi Jens Voigt im Potsdamer Filmmuseum

MAZ und Radio Eins präsentieren das cinema privé im Potsdamer Filmmuseum. Jeden Monat stellt ein Prominenter seinen Lieblingsfilm vor. Jens Voigt hat sich für „Nobody’s Fool“ (1995) mit Paul Newman entschieden. Eine Komödie mit Herz.

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Paul Newman und Melanie Griffith in dem Film „Nobody’s Fool“.

Quelle: Verleih

Potsdam. Gut gelaunt kommt Jens Voigt zum Gespräch ins Cafe in Berlin-Charlottenburg. Zuvor war er mit seinen Kindern im Kino.

Herr Voigt, was haben Sie sich gerade angeschaut?

Jens Voigt : Mit meinen beiden jüngsten Töchtern habe ich „Alvin und die Chipmunks“ gesehen. Vorgestern waren wir in „Bibi und Tina“. Wir gehen oft ins Kino.

Was fasziniert Sie so am Kino?

Voigt : Diese Magie! Das Licht geht aus, man ist abgekoppelt von der Welt und taucht in den Film hinein. Ich wuchs in Dassow, in Mecklenburg Vorpommern auf, direkt an der Grenze. Vom Küchenfenster aus hatte ich die Mauer, den Stacheldraht und die Wachtürme im Blick. Wir lebten im Sperrgebiet, brauchten einen Passierschein, die Freiheit war nochmals beschnitten. Im Kino konnte ich träumen.

Gab es in Dassow ein Kino?

Voigt : In Dassow gab es kein Kino, aber ein Kulturhaus. Und in dem wurde alle zwei Wochen ein Film gezeigt. Vor allem ist mir das Piratenspektakel „Freibeuter der Meere“ mit Terence Hill und Bud Spencer im Gedächtnis geblieben, einer der wenigen Filme aus dem Westen, die gezeigt wurden. Ansonsten gab es einiges im Stil von „Wie der Stahl gehärtet wurde“ mit dem Helden Pawel Kortschagin. Von der Sorte brauchte man sich nur einen ansehen, dann hatte man die Botschaft verstanden.

Am Freitag stellen Sie im Potsdamer Filmmuseum Ihren Lieblingsfilm „Nobody’s Fool“ vor. Was macht dieses Kinostück so besonders?

Voigt: Er ist ein wunderbarer, kleiner, ruhiger Film, der ganz ohne Spezialeffekte und Stuntmen auskommt. Ich erinnere mich noch genau daran, wie sehr mich das damals überrascht hat. Ich war schon immer ein großer Paul-Newman-Fan und hier spielt er einen knorrigen Einzelgänger, der sich im Alter nun doch plötzlich um Sohn und Enkel kümmert.

Haben Sie noch andere prägende Erinnerungen an Filme?

Voigt : Mit 13 Jahren habe ich mich für das Sportschulprogramm qualifiziert und bin nach Berlin gezogen, in ein Internat. Im Berliner Kino Kosmos habe ich „Crocodile Dundee“ mit Paul Hogan entdeckt, ein einschneidendes Erlebnis! Es war so spannend für uns, Australien zu sehen, das Licht, die Landschaft. Toll!

Kennen Sie den Film über den ehemaligen Radprofi Lance Armstrong?

Voigt: Nein, den habe ich mir nicht angesehen. Da wären zu viele alte Erinnerungen hoch gekommen. Es hatte ja schließlich auch einen Grund, dass ich zweimal das Angebot abgelehnt habe, in Armstrongs Mannschaft zu fahren.

Sie sind seit mehr als einem Jahr im „Ruhestand“. Vermissen Sie das Radfahren?

Voigt: Nein, elf gebrochene Knochen, 25 Nägel und Schrauben, die ich im Körper hatte, etwa 120 Stiche – all das brauche ich nicht mehr. Aber ich vermisse die Fitness. Das Gefühl, morgens aufzuwachen und sich stark und unbesiegbar zu fühlen. Nach meinem letzten Rennen Ende 2014 sehe ich mich im Spiegel und denke: Das war es jetzt. So stark und so fit bist du nie wieder.

Interview: Claudia Palma

Von Claudia Palma

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