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Red Hot Chili Peppers bringen Berlin zum Tanzen

Außergewöhnliches Konzert in der Mercedes-Benz-Arena Red Hot Chili Peppers bringen Berlin zum Tanzen

Wie kann es sein, dass eine Band die im Radio oft beliebig klingt, live so überzeugend ist? Das Konzert der Red Hot Chili Peppers in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin war alles andere als routiniert. Die Musiker überzeugten mit Spielfreude. Besonders beeindruckend: der Auftritt von Bassist Flea, der für die Funkrocker so wichtig ist wie Angus Young für AC/DC.

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Sänger Anthony Kiedis

Quelle: imago stock&people

Berlin. Das Scheinwerferlicht mag nicht jeden, meist verfolgt es Sänger. Ist das Solo spektakulär genug, scheint es auch auf Gitarristen. Männer am Bass passen ins Rampenlicht wie ein Eisbär in die Wüste. Michael „Flea“ Balzary von den Red Hot Chili Peppers ist der einzige, der imstande ist, diese Rock’n’Roll-Regel zu sprengen.

Während der Rest der Band am Donnerstagabend in der Berliner Mercedes-Benz-Arena eng beisammen spielt, rückt er bei „Dark Necessities“ auf die Podeste an den Außenseiten der Bühne aus. Das erinnert an die Soli in Schuluniform von AC/DC-Gitarrist Angus Young. Der Lichtkegel bleibt auf Flea, dabei wäre er auch unbeleuchtet der Hingucker: gelb gefärbter Kurzhaarschnitt, bunte Flickenhose so groß wie ein Ein-Mann-Zelt, irrwitzige Bewegungen irgendwo zwischen Torero und Vogelstrauß.

Kann Rock’n’Roll-Regeln sprengen – Bassist „Flea“

Kann Rock’n’Roll-Regeln sprengen – Bassist „Flea“

Quelle: imago stock&people

Auch musikalisch sorgt der um sein Leben zupfende Ausnahmemusiker Flea dafür, dass sich der Chili-Peppers-Sound auf der Bühne abhebt von den im Radio mitunter gefällig klingenden Songs. Er improvisiert nach Belieben, spielt Soli als sei er Jimi Hendrix und pumpt den Funk ins Korsett der Rockband. Aber kein Star ohne Mannschaft – und die scheint intakt und spielfreudig wie lange nicht mehr. Bevor Sänger Anthony Kiedis die Bühne betritt, stimmt sich der Rest der Band zwölf (!) Minuten virtuos ein. Eine Jam-Session als Intro, viel packender als es Einspieler, Kunstnebel und Pyro-Effekte sein könnten. Auch das Sitzplatz-Publikum erhebt sich flächendeckend und tanzt knapp zwei Stunden durch.

Die Chili Peppers räumen ab mit Hits wie „Parallel Universe“, „By The Way“ und den erstaunlich euphorisch abgefeierten Songs vom neuen Album „The Getaway“. Sie entkitschen „Californication“ und liefern eine verschwurbelt verträumte Version von „The Joker“, dem Hit der Steve Miller Band. Kraft ihrer Klampfen gerät „Give It Away“ zum finalen Funkrock-Feuerwerk. Tausendmal cooler als die Konserve. Großer Jubel.

Von Maurice Wojach

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